Eröffnung des Jahres für Eurospar. Kaufmanns-Dynastie Verderber eröffnet riesigen Eurospar in Retz

Verderbers tolles Comeback. Bravo!

  • Kaufmann Georg Urban („Verderber“) schlägt in Retz mächtig zu
  • Invest für Einrichtung: Eine Million Euro

Volksfest in Retz. Eine Weinstadt steht im Zentrum des Handels. Eröffnung des neuen Eurospar von Georg Urban. Der 39-Jährige galt lange Zeit als „Junior“ im Handelshaus Verderber. Mittlerweile ist er der große Chef mit zwei Eurospar-Märkten in Eggenburg und nun auch in Retz.
Mit 1.300 Quadratmetern geht Urban in der Weinviertler Metropole ins Rennen. Das alte Gebäude einer Eurospar-Filiale wurde dort abgerissen, der Spar-Konzern (Zentrale St. Pölten) errichtete und finanzierte ein neues Haus. Den Markt betreibt nun Georg Urban, der für die Einrichtung nicht weniger als eine Million Euro investierte.
Das Warentheater jedenfalls ist enorm. „Wir führen hier rund 18.000 Artikel“, sagt Urban. Bei der Eröffnung staunten Vizepräsident Prauchner, Nationalratsabgeordnete Himmelbauer, Zwettler-Bier-Eigentümer Mag. Karl Schwarz, Ex-Spar-Ost-Chef Mag. Seher, die Spar-St. Pölten-Mitarbeiter Helm, Schauer und Gattringer sowie Kaufmannskollegen Steinberger und Uher nicht schlecht.

Doch im Mittelpunkt stand an diesem Eröffnungs-Abend neben Georg Urban und seiner Gattin ­Elisabeth ganz besonders auch Regionalchef Mag. Alois Huber. Er forciert Kaufleute, riskierte den großen Eurospar und ermöglichte diese Expansion.

Der Verkauf war hart. Die Verderbers sind seit 200 Jahren in Retz („Verderberhaus“). Vor 20 Jahren galten die Verderbers – Familien Stegmüller und Urban – neben Rössli-Lichtenauer als größte Spar-Kaufleute Österreichs. Die drei Eurospar-Märkte in Eggenburg, Retz und Hollabrunn waren Flaggschiffe und Aushängeschilder des österreichischen Handels. Doch die Zeiten änderten sich, 50%-Aktionen zogen damals ins Land, die Spannen schrumpften. Stegmüller und Urban verkauften dann vor rund 15 Jahren ihre Märkte an die Spar, lediglich in Eggenburg machte der damals noch sehr junge Georg Urban als Systempartner (Gebäude gehört der Spar) weiter.

Comeback. Nun erfolgte mit der Eröffnung dieses prächtigen Eurospar-Marktes in Retz das große Comeback der Verderber. Es ist wahrscheinlich oder sicherlich das Comeback des Jahres im Handel. „Mit diesem Markt kehren wir zu den Wurzeln der Familie nach Retz zurück“, sagt Urban.
Im neuen Eurospar ist die Feinkost eine Augenweide. Außerdem beeindruckt eine Weinabteilung mit regionalen Weinen zu Abhofpreisen. Urban beschäftigt 36 Mitarbeiter, führt ein Bistro mit 18 Sitzplätzen und bietet 105 Parkplätze. Im Ausgangsbereich bestehen fünf Check-Out-Kassen.

40 Prozent Frische-Anteil. Zusammen mit dem Eurospar in Eggenburg beschäftigt Urban schon 54 Mitarbeiter. In Eggenburg ist der Eurospar 1.600 m2 groß. Auch dort ist Regionalität ein wichtiger Pfeiler im Konzept. Urban bietet etwa 400 lokale Weine von 50 Winzern. Insgesamt sind 300 Artikel lokal. Der Frische-Anteil liegt bei 40 Prozent. Allerdings, so Urban, „wir arbeiten sehr personalintensiv, deshalb liegt der Kostenanteil in Eggenburg bei 15,5 Prozent.“

4.000 Einwohner. Zurück nach Retz. Dort ist die Dichte an Lebensmittel-Geschäften mittlerweile enorm. Um gerade einmal 4.000 Einwohner bemühen sich alle Handelsketten. Umso härter ist der Wettbewerb. Eine kleine Snack- und Kaffeebar mit Sitzplätzen könnte da ein Asset sein.
Ja, die Verderbers sind nun endgültig zurück im Weinviertel. Rod Stewart singt in einem Song vom „Sailing“, bei den Retzern heißt es seit einigen Tagen „Dreaming“, von diesem „Frische-Wunder-Markt“, bestätigt auch Bürgermeister Helmut Koch. Dieser erlaubt sich bei der Eröffnung den kleinen Nachsatz in Richtung der Urbans: „Für uns seid ihr nicht so sehr Spar, sondern noch immer die Verderbers.“