Falschparker kosten Umsätze

TIPP: Wie verhindert man Fremd-Parker?

  • Verstellter Parkraum kostet in der Stunde 90 Euro
  • Parkraumbewachung ab 50 Euro möglich

Parkraum bedeutet bares Geld. Jede Fläche, die von kundenfremden Autos verstellt wird, lässt die Umsätze sukzessive schrumpfen. „Gehen wir von einer durchschnittlichen Einkaufszeit von zehn Minuten aus und einem Bon mit rund 15 Euro, dann kommen wir pro Stunde auf einen Erlös-Entgang von 90 Euro“, rechnet Nah&Frisch-Kaufmann KR Wolfgang Benischko vor. Auf ähnliche Zahlen kommt der Geschäftsführer des Adeg-Standorts in der Wiener Thürnlhofstrasse Sebastian Kowalik. „Pro unerlaubt verparktem Platz rechnen wir mit einem Umsatzentgang von 200 Euro.“
Dementsprechend schnell kann auch die Entscheidung für die Vergabe an externe „Parksheriffs“ fallen. Etwa für die Firma Park&Control. Das Unternehmen arbeitet aktuell mit großen Handelspartnern wie Rewe und Spar zusammen, betreut die Ekazent in Wien und Niederösterreich. Oder Vögele, Fressnapf und KIK. Arbeitet aber auch mit Kaufleuten zusammen. „Wir machen unsere Zusammenarbeit nicht mehr an der Anzahl der Standorte fest.“ Von Geschäften mit unter 50 Stellplätzen bis hin zu Parkflächen mit über 500 Stellplätzen: „Parkraum­überwachung macht Sinn, wenn denn der Leidensdruck des Einzelhändlers groß genug ist. Verstellter Raum schlägt sich zwangsläufig am Umsatz nieder“, so Mag. Alexandra Schmidt, Marketing-Chefin Park&Control gegenüber REGAL.

Parkrecht-Geschäftsführer Dr. Rainer Krottenthaler, MBA: „Die minimale betriebswirtschaftliche Anforderung ist dann erreicht, wenn durch Falschparkern potentielle Kunden wegbleiben.“ Der Kaufmann müsse abwiegen, welchen eigenen Aufwand er betreiben will, um die Situation zu lösen. „Wir können die Arbeit, Risiko und mögliche Imageprobleme übernehmen“, so Krottenthaler. Die Kosten seien überaschaubar. „Wir bieten kleine Pakete bereits ab 50 Euro an.“

Wichtig ist bei jeder Umstellung: „Zusätzlich bieten wir bei Einführung der Parkraumüberwachung eine 14-tätige Informationskampagne an, die Kunden mit einem Flyer auf die neue Parkplatzordnung hinweist. In dieser Einführungsphase wird widerrechtliches Parken nicht sanktioniert“, so Schmidt von Park&Control. Geht es dann in die Anzeigen-Phase bedeutet das kein Körberlgeld für die Kaufleute. „Wir bekommen von den ,Einnahmen‘ aus den Anzeigen kein Geld, sondern decken damit die Ausgaben ab.“

Kaufmann Kowalik, der exemplarisch auf Park&Control setzt, spricht von satten Umsatzzuwächsen: „Wir haben nur am Anfang wirklich strafen müssen. Jetzt wissen die Anrainer Bescheid und es kommt auch zu keinen Diskussionen mehr.“

Ein weiterer wichtiger Brocken bleibt aber der Winterdienst. Pro Saison gibt Spar-Kaufmann Alois Hofer mehr als 7.000 Euro für diesen Bereich aus. „Wir brauchen externe Partner, um uns absichern zu können.“ Sparianerin Bettina Zsabetich ist der gleichen Meinung: „Bei täglichen Kundenfrequenzen von 800 Besuchern können wir es uns nicht leisten, wenn aufgrund von Glätte etwas passiert. Wir brauchen Rechtssicherheit.“ Große Player wie Attensam oder Maschinenring sind hier für die Kaufleute tätig. „Wir arbeiten österreichweit mit insgesamt 86 Teil-Organisationen“, so Maschinenring Marketing-Chefin Mag. Michaela Leitner gegenüber REGAL. Die Betreuung einer durchschnittlichen Park-Fläche (rund 1.000 m2) kostet im Burgenland in der Saison rund 2.100 Euro.

Herbert Schneeweiß