Seit über 10 Jahren steht Thomas Schrenk am Steuerrad von Maximarkt

Der Mann hinter dem Maximarkt

  • 2002 von der RWA übernommen, ist Maximarkt heute eines der Aushängeschilder der Spar-Gruppe.

Tagwache ist um 6:15 Uhr. Von seinem Haus, nahe Amstetten, braucht ­Thomas Schrenk etwa 45 Minuten zur Arbeit. Den Weg bestreitet er mit dem Auto. Die Fahrzeit wird für Telefonate mit Mitarbeitern genutzt.
13 Jahre lang lenkt Schrenk seine Maximarkt-Flotte bereits. Er ist ein Aufbauer mit Innovationsgeist und Mut, gestärkt von der Mutter Interspar (seit 2002) im Background. 1969 gegründet, umfasst das regionale Verbrauchermarkt-Format mittlerweile sieben Standorte und 1.300 Mitarbeiter. Zu Schrenks Meilensteinen im Unternehmen zählen der zuletzt rundumerneuerte topmoderne Markt in Anif sowie der 15 Millionen schwere Umbau in Vöcklabruck vor neun Jahren.
Abseits der beruflichen Pfade findet man den passionierten Motorad­fahrer des Öfteren auf seiner KTM Super Duke R. „Ein regionales Top-Produkt aus Oberösterreich.“ Im Vorjahr tauschte Schrenk seine zwei Motorräder gegen das nagelneue Modell aus. Seine erste Maschine kaufte er sich mit 18 Jahren.

Höhere Bonsummen. Um Ge­­­­schwindigkeit und Konzentration geht es dem Maximarkt-Geschäftsführer auch im Job. „Wir haben uns für das heurige Jahr herausfordernde Ziele gesteckt und sind gut auf Plan“, sagt Schrenk im REGAL-Gespräch. „Die stattgefundene Steuerreform hat meiner Meinung nach für positivere Kauflaune gesorgt. Sichtbar wird das vor allem bei Non Food II, einem ohnehin schwierigen Segment aufgrund des Onlinehandels.“
Tatsächlich konnte Maximarkt seine Bonsummen in die Höhe schrauben. „Dennoch muss man sich natürlich auch die Frequenz anschauen. Beide Kennzahlen sind wichtig.“ Große Investitionen stehen für das heurige Jahr nicht mehr an. Die Pläne für den Umbau in Ried im Jahr 2017 sind fix, aber noch nicht konkretisiert.

Hineinhören. Die Wurzeln des unternehmerischen Denkens und den Zugang zum handwerklichen Fertigen von Lebensmitteln liegen bei Schrenk in der Familie. Diese betrieb eine Greißlerei und Bäckerei. Kundennähe ist dem 49-Jährigen noch heute enorm wichtig.
Wenn der gebürtige Amstettner in der Zentrale in Linz ist, nimmt er sich die Zeit, 15 Minuten lang durch den Markt zu gehen. „Hineinhören“, wie er es nennt, Gespräche mit Kunden führen. Liebend gerne grüßt Schrenk seine Kunden ganz direkt – und sorgt damit zumeist für Irritierung, und in Folge für positiv überraschte Gesichter. „Das ist heutzutage niemand mehr gewohnt.“

Markenartikelindustrie. Bereits vor seinem Einstieg als Geschäftsführer 2003 war Schrenk bereits für die Bereiche Einkauf und Marketing bei Maximarkt zuständig. Und der heute noch gute Draht zur Industrie kommt nicht von ungefähr. Seine Karriere startete Schrenk bei Ybbstaler und Frisch & Frost in Führungspositionen. Heute „schupft“ er sieben Verbrauchermärkte in Oberösterreich und Salzburg mit je rund 55.000 Artikel. Worauf er bei der Listung und Präsentation neuer Artikel achtet? „Story Telling wird immer wichtiger. Ein neues Produkt braucht eine Geschichte. Am besten einfach und anschaulich formuliert.“
Anschaulich startet Schrenk auch gerne in seinen Arbeitstag. Spätestens um 7.30 Uhr trifft der Manager im Büro ein. „Als erstes werden die Umsätze gecheckt, die Kennzahlen angeschaut und analysiert – und eventuelle Maßnahmen abgeleitet.“ Dafür nimmt er sich rund eine Stunde „terminfreie“ Zeit. Danach folgen Termine in der Zentrale oder im Markt mit externen oder internen Geschäftspartnern. „Das teilt sich etwa 50:50 auf.“ In der Mittagspause werden Zeitungen durchgeblättert.

Experimentalküche. Die Zeit am Wochenende nutzt der Maximarkt-Chef außerdem für gemeinsames Kochen mit seiner Frau Renate. Da ist kreatives Kochen angesagt. Die Bandbreite reicht vom regionalen Rindersteak („medium rare“) in allen Varianten bis hin zu Eintöpfen mit karibischem oder asiatischem Einschlag. „Was der Kühlschrank hergibt, weggeschmissen wird im Hause Schrenk nichts.“ Am Wochenende steht des Öfteren Brunchen am Programm. Einkaufen geht der Unternehmer übrigens selbst fast täglich.
Mit dem Ernährungskonzept Metabolic Balance hat Schrenk vor einigen Jahren 17 Kilogramm abgenommen. „Damit konnte ich auch meine Gräser-Allergie stark reduzieren.“ Unterstützend stemmte er damals Gewichte im Fitnesscenter. Heute hat sich das Sportprogramm eher auf laufen und walken verlagert. Einen eigenen Fitnessraum im Haus gibt es trotzdem.

Ordentlich und kreativ. Zwischen 17 und 18 Uhr möchte der Geschäftsführer alle Termine abgewickelt haben. Denn dann geht es ans Post-Bearbeiten, Unterschreiben, Mails beantworten. „Ich bin gerne tagesaktuell, möchte Mails zum Beispiel am selben Tag beantworten.“ Die Punkte auf der To-do-Liste sind nach Priorität gereiht. „Ich bin ausgebildeter Finanzcontroller und Skorpion. Ehrgeizig, nachtragend und mit einem Hang zum Perfektionismus. Außerdem bin ich ungeduldig“, so beschreibt sich Schrenk selbst, und fügt an: „Das ist nicht immer leicht für meine Mitarbeiter.“
Nicht nur in seiner Inbox, sondern auch am Schreibtisch mag er es ordentlich. Trotzdem braucht er Freiraum für Kreativität und spontane Einfälle. „Wenn mir eine Idee für die Firma einfällt, muss ich sie sofort mitteilen, auch wenn das zum Beispiel an einem Wochenende ist.“

Urlaub. Abends entspannt wird dann mit einem guten Glas aus dem Weinkeller oder in der wärmeren Jahreszeit – die Schrenk übrigens dem Winter vorzieht – am Außenpool. Und mit seinem Motorrad ist er einmal im Jahr für ein paar Tage mit einer Männer-Runde auf Achse. Weit entfernte Urlaubsdestinationen stehen keine an. „Wir sind gerne daheim und genießen Haus und Garten.“ Chef im Haus ist übrigens Kater Gizmo. Sollte es doch spontan ins Ausland gehen, präferiert der Boss Griechenland als Urlaubsdestination. Geschäftlich geht es durchschnittlich einmal im Jahr in Ausland. „Etwa für Benchmark-Reisen, zum Beispiel nach Italien oder Holland.“

Verena Widl