© Ziegenhof Mandl

TIPP: Was bringen regionale Produkte

  • 25 Prozent Spanne die Regel
  • Regionalitäts-Platzierung ist ab Standorten von 300 m2 sinnvoll

Das Regional-Regal. Der Regionalitäts-Marktplatz. Oder der regionale Meter. Kaum ein Thema wird im Handel aktuell stärker diskutiert als das Thema „Regionalität“. Doch was bringen lokale Produkte wirklich für den Kaufmann?
Geht es nach Josef Lehner, Geschäftsführer der Genussland Marketing Oberösterreich, dann braucht es gewisse Rahmenbedingungen, damit regionale Produkte ihre volle Leistungskraft entwickeln können. „Der Kaufmann braucht in der Regel mindestens rund 300 m2, damit sich ein Regional-Möbel rentiert.“ Ein zusätzlicher Umsatz-Turbo ist die Platzierung im Eingangsbereich. Und: „Regionalität ist Chefsache und kein Mitläufer. Es braucht definitiv Pflege.“ Werden diese Variablen eingehalten, dann ist die Regional-Platzierung bei „90 Prozent der Kaufleute ein Erfolg.“
Der Verdienst ist dabei für die meisten Kaufleute Nebensache. Nach Meinung von Adeg-Kaufmann Andreas Neuwirth, dann polieren Paletten lokaler Produzenten vor allem das Image auf. „Wir reden von einem Umsatzanteil von regionalen Artikeln von rund drei Prozent.“ Auch wenn Marge und Spanne passen, „am Ende liegt die Auswirkungen im Gesamtumsatz im Promillebereich.“ Dennoch: „Es ist eine Möglichkeit sich von anderen Vertriebsschienen abzuheben.“

Ähnlich argumentiert Spar-Kaufmann Josef Mark im Tourismusort St. Anton am Arlberg. Rein monetär betrachtet, würde sich Regionalität (Mark führt ein Sortiment von rund 50 Artikeln) nicht rechnen. „Die Spanne beträgt ähnlich viel wie im restlichen Sortiment, rund 25 Prozent. Einen höheren Ertrag mache ich damit nicht.“ Die Herausforderung liegt darüber hinaus in der Beschaffung. Die Logistik ist aufwendig. Die aufgewendete Zeit intensiv. Dennoch: „Für die Kundenbindung ist die regionale Palette enorm wichtig“, so Mark.

Auch Adeg-Kaufman Walter Schmutterer setzt auf Regionalität. „Es ist aber immer Definitionssache, was unter das Dach fällt. „Es ist in jedem Fall ein interessanter Umsatzanteil. Die Regel sind rund 25 Prozent Spanne.“

Geht es nach dem Spar-Kaufmann macht etwa die Platzierung eines Genussland Oberösterreich-Regals bei Märkten über 300 m2 in jedem Fall Sinn. „Es ist ein Baustein des Erfolgs für Kaufleute.“ Denn: Mit der Spannensituation zeigt sich Jetschgo bei den regionalen Spezialitäten zufrieden: „Wir haben praktisch bei jedem Artikel rund 25 Prozent Spanne drauf.“ Dabei liegt der aktuelle Umsatzanteil bei rund fünf Prozent. „Zehn Prozent sind wohl nicht zu erreichen.“

Das sieht Spar-Kaufmann Alois Hofer anders: „Wir schreiben jetzt schon einen Umsatzanteil von rund 14 Prozent.“ Dabei führt der Tiroler Paradekaufmann mittlerweile 1.500 Artikel in Eigenregie. „Der Arbeitsaufwand ist enorm, doch die Spannen rechnen sich.“ Denn Hofer greift auch auf Ein-Mann-Betriebe zurück. „Ich verzeichne im Schnitt zwischen 40 und 50 Prozent-Spanne.“ Dennoch: „Es braucht in jedem Fall Platz. Ich glaube, dass sich Regionalität erst mit einem Markt von 500 m2 rentiert, weil ich einfach auch neben den Spezial-Sortimenten eine Grundpalette benötige.“

Unimarkt initiiert bei all seinen Märkten ein Regionalitäts-Marktplatz zwischen 20 und 30 m2. „Das ist mit Sicherheit ideal“, so Lehner. „Es kann aber auch eine Lösung von einem Laufmeter gewinnbringend sein.“