Vor 25 Jahren startete Spar in Ungarn. Heute ein Riesen-Erfolg

Fest zum 25er: Spar in Ungarn

Ein großes Fest in Budapest zum 25er – mit Präsident Drexel und Dir. Schmuck an der Spitze

25 Jahre Spar in Ungarn. Freunde, wie doch die Zeit vergeht. Ich erinnere mich an die Eröffnung des allerersten Marktes.
Es war ein wunderschöner Tag im Jahr 1991. Schauplatz war ein Großdorf namens Tata, in der Nähe von Tatabanya. Allererster Direktor war László Köhalmi. Zur Eröffnung kam der verdiente Dr. Fritz Poppmeier, damals Vorstand in der Ära Hans M. Reisch, der sich in späterer Folge auch große Verdienste um die Spar Ungarn erworben hatte. „Wir machen hier in Ungarn eine Kette“, lautete damals die Devise.
Im Prinzip hatte Poppmeier Recht. Die Kette (Kaufleute) kam, wenn auch zeitverzögert.
Die Anfänge in Ungarn (nur drei Jahre nach der Wende) waren zwar schwierig, aber unglaublich flott. In Blitzeseile wurde ein Lager in Bicske (an der Autobahn von Wien nach Budapest) errichtet und schon 1994 eröffnet.
Man setzte zunächst voll auf Filialen, auf Spar Supermärkte. Das waren die Anfänge. 1995 erfolgte dann der erste große Meilenstein. In Györ, der Hauptstadt Westungarns, wurde mit Glanz und Glorie der erste Interspar Ungarns eröffnet.
Viele Österreicher staunten damals nicht schlecht, was die Spar im nahegelegenen Györ für einen modernen Großmarkt hinzauberte. Auch mit Zentren ging Spar in Expansion. Reisch eröffnete etwas später den Europark in Budapest-Kispest.

Der Ausbau. Um diese Zeit zog ein neuer Direktor bei Spar-Ungarn ein, Dr. Tibor Nemes. Er war Diplomat, kam damals aus New York, und verschaffte Spar in der ungarischen Szene gute Kontakte. Doch Nemes setzte auch den Ausbau in ganz Ungarn kräftig fort. In seine Ära fällt eine große Expansion von Interspar.
Ich reiste damals mit Ing. Neuberger von Hungaro-Regal zu einer Filial-Eröffnung weit ins tiefe Ostungarn, nach Tiszaújváros, schon fast bei Miskolc an der ukrainischen Grenze. Dort an der Theiß waren die Nachwehen des Kommunismus noch viel stärker zu spüren als an Raab und Leitha im westlichen Ungarn. Die Industrie war marod oder kaputt und die Landwirtwirtschaft verarmt, aber trotzdem funktionsfähig.
Nemes meinte damals, Diskont und Spar, das wäre ein Fehler. Und er sollte Recht behalten. Nemes machte auch im reichen Budapest Dampf. 2006 wurde dort der erste City-Spar eröffnet. Außerdem lud mich Nemes zu großen Eröffnungen von Interspar nach Zalaegerszeg und Tatabánya ein.
Wichtig: Spar bot Tesco und den Franzosen (nicht leicht!) Paroli. Zwischenzeitlich war auch der Bregenzer Aspiag-Manager Bumberger mit Erfolg im Ungarn-Vorstand.

Zukäufe. Die Achse Nemes/Hans Drexel/Reisch funktionierte damals blendend. Man kaufte kräftig zu, etwa die israelische Kette Super Közert, womit man in Budapest stärker wurde. Später wurden sogar Kaiser’s (2003) und „Plus“ von Tengelmann (2008) übernommen. Die 177 Plus-Diskonter wurden dann von GF Peter Feiner integriert.

Hektik. Doch die Zeiten änderten sich. Der Konkurrenzdruck wuchs und die Finanzkrise zog mit großer Wucht auch nach Osteuropa. Spar rutsche in die roten Zahlen.
Vor sieben Jahren stellte dann Dr. Gerhard Drexel, mittlerweile in Salzburg an der Macht, mit großem Geschick die Weichen neu. Er zog Mag. Rudolf Staudinger, erfolgreicher Regionaldirektor in Marchtrenk und Chef der Spar in Italien, quasi aus dem Hut.
Staudinger sollte nun in Osteuropa die Kastanien aus dem Feuer holen. Und tat dies auch.

Staudinger sperrte in Tschechien zu (Verkauf) und holte den routinierten und durchschlagskräftigen Steirer-Regionalchef Erwin Schmuck nach Ungarn. Mit allen Vollmachten ausgestattet griff Schmuck im manchmal auch relativ trägen Ungarn hart durch und schaffte innerhalb von nur zweieinhalb Jahren den Turnaround. Ein Glücksgriff von Staudinger.

Plötzlich: Kaufleute. Mittlerweile umfasst das Netz 488 Standorte. Gigantisch. Der Umsatz betrug im Vorjahr 1,58 Milliarden Euro. Und mit dem neuen Steuermann Schmuck auch mit positiven Erträgen. Der Marktanteil kletterte auf 15 Prozent hinauf. Wachstumsmotor: „Das sind die Kaufleute“, so Schmuck anlässlich der rauschenden 25er-Feier der Hungaro-Tanne im Burgviertel. Mit Blick auf das boomende Budapest.
Schmuck gelang auch 2013 der Einstieg in das Tankstellen-Geschäft. Doch noch sensationeller. Schmuck startete vor einigen Jahren mit Kaufleuten. Damit schlug er ein bislang äußerst erfreuliches Kapitel in der Spar-Geschichte Ungarns auf.
Sogar schon in Budapest tummeln sich zahlreiche Spar-Kaufleute. Landesweit sind 107 Selbständige am Netz. „Unser Ziel sind 300 Kaufleute“, gibt Schmuck die Marschrichtung vor. Bumm.

Ziele. Insgesamt werde die Tannen-Armada heuer noch auf über 500 Geschäfte wachsen. Eine Entwicklung, die sich die Salzburger etwas kosten ließen. „Wir haben in Ungarn bisher rund eine Milliarde Euro investiert“, so Spar-Vorstand Hans K. Reisch.
Das Tempo wird jetzt wieder erhöht. Steuerliche Hemmschuhe wurden aus dem Weg geräumt. „Gehen wir von Österreich aus, dann verträgt Ungarn 1.000 Spar-Geschäfte“, so Schmuck. Die Unterkante hält der umtriebige Schmuck mit 800 fest.

Das Fest an der Donau. Nun also trafen sich also vor wenigen Tagen in einem prächtigen Festsaal des bekannten Várkert Bázar, im berühmten Burgviertel Budapests, alle großen Spar-Granden, um zu feiern. 25 Jahre Spar in Ungarn.
Schmuck empfing Dr. Gerhard Drexel, dem als Präsident auch ein großer Anteil am Erfolg in Ungarn zusteht. Auch die Vorstände Staudinger, ­Reisch und Poppmeier waren gekommen, ebenso der verdiente Guntram Drexel, Bumberger, Spiegel, Köhalmi, Gabriella ­Heiszler (Co-Vorstand in Ungarn) und viele mehr.

Dank an Gründungsväter. Luis Drexel, Hans M Reisch und Dr. Fritz Poppmeier waren die Gründungsväter. Ihnen gebührt großer Dank.
Ein schönes Fest in einem würdigen Rahmen geht in dieser Septembernacht zu Ende. Auch dank Direktor Schmuck zählt Spar heute zu den Vorzeige-Betrieben in Ungarn. 25 Jahre sind ein Vierteljahrhundert. Ein Bravo für diese großartige Leistung für die Nahversorgung. Die Spar-Fahnen mögen noch weitere 25 Jahre ganz oben im Glanz des ungarischen Handels wehen.
Gregor Schuhmayer