v.l.n.r.: Metro Generaldirektor Arno Wohfahrter, GL Walter Hörndler, Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner, Vizebgm. Matthias Adl und BM Matthias Stadler

Metro: Neuer Nullenergie-Großmarkt in St. Pölten ist ein Meilenstein

Metro: Parademarkt

  • 20 Millionen Euro Invest
  • Elektronische Preisschilder

Metro geht neue Wege. Vom klassischen Metro-Konzept ist in St. Pöltens neuem Flaggschiff nicht mehr viel zu sehen. 40.000 Artikel, 12.000 m² verbaute Fläche, 8.500 m² Verkaufsfläche, nachhaltige Bauweise. 20 Millionen Euro ließ sich der C&C-Riese den neuen Standort kosten. Die Mitarbeiterzahl schnellte um 15 Personen auf 150 hinauf.

Niedrige Regale. Der Nullenergie-Großmarkt von Austro-Chef Arno Wohlfahrter wird im Konzern als europaweites Vorzeigeprojekt gehandelt. Ein Konzept mit Weitblick – im wahrsten Sinne des Wortes. Denn Niedrigregale von rund 1,5 Meter Höhe bieten einen schnellen Überblick, bereits im Eingangsbereich. „Großflächige Kühlräume haben wir reduziert. Wir wollen die Verweildauer der Kunden verlängern“, sagt Geschäftsleiter Walter Hörndler.

Erster Markt mit ESL. Innovativ zeigt sich der Cash & Carry auch in Sachen Preisauszeichnung: Zum ersten Mal in der österreichischen Metro-Geschichte kommen elektronische Preisschilder zum Einsatz. „Wir punkten mit mehr Genauigkeit und einer besseren Handhabe bei Aktionen“, so der Geschäftsleiter gegenüber REGAL.

Ultrafrische. Der Fokus im Sortiment liegt ganz klar auf der Ultra­frische. Die Fisch-Abteilung ist mit rund 70 Fischsorten drei Mal so groß wie im alten Markt. Über 1.000 Obst- und Gemüseartikel stehen zur Auswahl. Zudem wurde die Auswahl regionaler Artikel verdoppelt. „Wir haben Food aufgestockt, Non Food zurückgefahren“, fasst Hörndler zusammen. Bisher kamen rund 1.000 Kunden pro Tag. „Natürlich hoffen wir auf einen Ausbau dieser Zahl.“

Die „Energie-Highlights“. Das tonangebende Material, außen wie innen, ist Holz. Die Fassade etwa ist aus thermobehandelter Fichte. Insgesamt sind es 2.250 m³ Massivholz sowie 600 m³ Holzplattenmaterialien. Das Vordach ist eine Stahlkonstruktion mit Pneus, also aufblasbaren Folienkissen.
Rund um den Markt sind Fensterflächen eingebaut, das reduziert den künstlichen Beleuchtungsaufwand. Der Energiebedarf wird über die eigene Photovoltaikanlage generiert. Also übers Jahr gesehen produziert der Markt mehr Energie als er braucht. Die übrige Energie kann etwa via Ladestation an Elektrofahrzeuge vor Ort weitergegeben werden. Für die Heizung und Aufbereitung des Warmwassers wird die Abwärme der Kältemaschinen genutzt. Nachhaltigkeit, die sich auch rechnet. „Wir sparen uns pro Jahr einen sechsstelligen Betrag an Energiekosten“, sagt Hörndler.

Zustell-Offensive. Im Umkreis von rund 15 Kilometern sowie in der Stadt Krems ist Metro mit Lieferfahrzeugen unterwegs. „Unser Zustellanteil liegt derzeit bei etwa 20 Prozent. Diesen Anteil wollen wir massiv erweitern“, so Hörndler im REGAL-Gespräch. Ein Schnelldreher-Lager mit den 100 gängigsten Artikeln für die Gastronomie sowie mehr Ausliefer-Tore sollen die Schlagzahl erhöhen.

Wirtschaftswachstum. Vier von zwölf Metro-Märkten befinden sich in Niederösterreich. „Wir merken, dass die Investitionsbereitschaft wieder nach oben geht“, so Landeshauptfrau Johanna Mikl Leitner bei der Eröffnung. 2,9 Prozent Wirtschaftswachstum sind es derzeit. Für 2018 seien 3,3 Prozent prognostiziert.

Alter Standort in Verwertung. Bedeckt halten sich die Verantwortlichen zum alten Standort (Dr.-Wilhelm-Steingötter-Straße). „Wir sind in der Verwertung“, heißt es.

Verena Widl