Dkfm. Andreas Haider vor dem umgebauten Markt in Gallneukirchen.

Exklusiv mit Unimarkt-Geschäftsführer und Miteigentümer Dkfm. Andreas Haider

Unimarkt: Ja, Erfolge wieder da!

  • Umsatz 2016: 389 Millionen Euro, 2017: Plus von zwei Prozent
  • Neues Ladenbau­konzept

Unimarkt bleibt auf Kurs. 389 Millionen Euro erwirtschaftete die Gruppe mit ihren Unternehmensteilen Pfeiffer Großhandel, Pfeiffer Logistik und Unimarkt im abgelaufenen Geschäftsjahr. Die erzielte Umsatzrendite lag bei 0,6 Prozent. Zahlen, die die Trauner heuer weiter verbessern wollen. „Wir wollen das Ergebnis auf 2,6 Millionen Euro ausbauen“, so Unimarkt-Geschäftsführer und Miteigentümer Dkfm. Andreas Haider. Mittelfristig visiert Haider zusammen mit Eigentümer Mag. Georg Pfeiffer und Neo-Geschäftsführer Robert Knöbl (in seiner Verantwortung liegen IT und Finanzen) eine Rendite von einem Prozent an. Und das auf bestehender Fläche. Denn: „Wir werden unser Netz nur noch punktuell ausweiten können. Die großen Expansionsschübe sind längst passé.“

Unimarkt-Flotte. Derzeit pendelt sich die Unimarkt-Armada bei 130 Geschäften ein. Die durchschnittliche Verkaufsfläche liegt knapp unter 600 m2. „Die Standorte werden künftig wieder größer, weil wir für unsere neuen Ladenbausysteme einfach mehr Platz brauchen.“ Deshalb wollen die Trauner rigoroser mit der Vergabe des Unimarkt-Logos umgehen. „In Zukunft müssen wir jene Geschäfte, die vielleicht nur über 300 m2 verfügen, auf Nah&Frisch umrüsten.“ Das betreffe aber nur zwei bis drei Standorte in der gesamten Flotte. Insgesamt ist das Ziel klar, zwar nimmt Haider die Phrase „kritische Masse“ nicht in den Mund, aber „wir wollen die aktuelle Anzahl in jedem Fall halten.“

Umbau-Welle. Statt Expansion oder Straffung steht Modernisierung auf dem Programm. Die Anzahl umbaubedürftiger Geschäfte ist überschaubar. „Bei etwas mehr als 40 Geschäften gibt es Handlungsbedarf“, so Haider. Investitionsrückstände, die sukzessive behoben werden: „Wir wollen in den nächsten Jahren jeweils rund zehn Millionen Euro in die Flotte investieren.“ Zwei General-Sanierungen nehmen sich die Oberösterreicher pro Jahr vor. Bei jeder Modernisierung setzt Unimarkt auf das neu adaptierte Konzept. Ein Gesicht, das die Regional-Kette bereits in St. Florian, Gallneukirchen und in Kürze in Vöcklabruck zeigt. „Dieses Trio ist auch die Benchmark für unsere künftigen Projekte.“ 2018 wird in Wals (Salzburg) das Pilot-Quartett komplettiert.

Ladenbau. Im Detail: Bei der farblichen Codierung schwenkt die Regional-Kette auf Brauntöne ein. „Das gilt einerseits für die Böden, andererseits auch für die Rückwände. Die Holzoptik geht in den Roll-out.“ Bei Deckenhängern und Sortiments-Bezeichnungen setzt Unimarkt auf simulierte Kreide-Beschriftungen.

Der Kunden-Lauf sieht den O&G-Bereich (konzipiert als Marktplatz-Konzept) und Frische-Segmente im Eingangsbereich. Auch die Saisonal-Fläche befindet sich im vorderen Teil des Geschäfts. Das Herzstück ist die Regional-Fläche. „Hier bilden wir lokale Produkte ab und bespielen dabei eine Fläche zwischen 15 und 20 m2. Um die Auffälligkeit zu garantieren, akzentuieren wir den Bereich mit einem Holzboden.“ Das Frische-Feuerwerk schließt die Feinkosttheke und ein Verzehrplatz ab. „Wir bieten weiter Fleisch, Wurst, Käse und Brot- und Backwaren in Bedienung an.“ Mehr als 50 Prozent erwirtschaftet der durchschnittliche Unimarkt mit den angesprochenen Frische-Artikeln. Auch die Regionalität gewinnt an Bedeutung. „Wir kommen auf Umsatzanteile von rund fünf Prozent.“

Marken im Fokus. Ein Unimarkt-Bekenntnis gibt es zu Marken. „Wir haben einen Eigenmarkenanteil von unter fünf Prozent und wollen das auch beibehalten“, so Haider.

Immer unwichtiger wird dagegen der Non Food-Bereich. „Auch wenn wir bis jetzt gute Deckungsbeiträge erzielten, passten die Frische-Kompetenz kombiniert mit einer aktionierten Maurerkelle nicht unbedingt zusammen.“ Innerhalb der nächsten zwei Jahre sollen deshalb entsprechende Non Food II-Artikel Regalplätze verlieren.

Privatisierung. Grundsätzlich ist die Performance selbstständig geführter Märkte besser als das Filial-Geschäft. Nur ein Hintergrund für die forcierte Privatisierungsoffensive. 55 Geschäfte sind mittlerweile in privater Hand. Bis 2020 soll diese Anzahl auf 100 steigen. „Die Idee ist, dass grundsätzlich jede Filiale zur Disposition steht.“ Die Neupositionierung trägt auch die Handschrift von Geschäftsführer Haider, der selbst Präsident des Franchiseverbandes Österreich ist. „Ich bin von dem Konzept überzeugt.“ Die AH Beratung & Beteiligung GmbH (im alleinigen Besitz von Andreas Haider) beteiligte sich deshalb auch mit 20 Prozent an der Gruppe.

Nah&Frisch. Aber auch für das Nah&Frisch-Geschäft sieht Haider weitere Chancen. „Wir haben rund 100 Millionen Euro Großhandelsumsatz zu verteidigen und das wollen wir mit Nachdruck tun.“ Zwei Systeme, eine Logistik, ein unternehmerischer Background: „Der einzige Unterschied zwischen Unimarkt und Nah&Frisch soll künftig die Verkaufsfläche und die Preispositionierung sein.“ Zwar ist der Abschmelzungsprozess noch nicht völlig ausgestanden, es gibt aber auch neue Märkte, Haider kündigt etwa in Gampern auch neue Projekte an.

Herbert Schneeweiß