Vorstände Siess (li.) und Nagele (re.)

Rewe steigerte 2016 in Österreich die Umsätze um 3,2 Prozent auf 6,2 Milliarden. Billa war der Wachstums-Treiber

Billa starkes Plus

  • Adeg mit Plus 2,6 Prozent gut unterwegs
  • Penny profitiert von Zielpunkt, 780 Mille

Billa ist der Überflieger der Rewe. Im letzten Jahr legten die rund 1.060 Märkte ein Umsatzwachstum von fünf Prozent hin. „In Österreich sind wir aufgrund der guten Entwicklung von Billa weiter Marktführer in der Branche“, heißt es dazu recht jubelnd seitens der Rewe. Insgesamt gelang der Rewe International im Vorjahr eine Punktlandung auf 8,5 Milliarden Euro, das ist ein Plus von 3,8 Prozent. Das Branchenwachstum in Österreich beziffert Rewe mit einem Prozent, seinen eigenen Marktanteil laut Nielsen mit 35 Prozent.

Der Umsatz in Österreich mit Billa, Bipa, Merkur und Adeg stieg um 3,2 Prozent auf 6,2 Milliarden Euro. Billa und Merkur legten dabei um 4,3 Prozent auf 4,9 Milliarden Euro zu. Besonders erfreulich entwickelte sich das Umsatzwachstum auch von Adeg mit einem Plus von 2,6 Prozent. In Mittel- und  Osteuropa erwirtschaftete Billa einen wechselkursbereinigten Umsatzzuwachs von 7,7 Prozent.

Penny stark. Wirklich gut ist es im Vorjahr Penny ergangen. Die Diskont-Kette dürfte hochkantig vom Aus des Zielpunkt profitiert haben. Immerhin 3,6 Prozent auf 780 Millionen Euro betrug das Umsatzwachstum von Penny in Österreich. Im Ausland wird das nur noch getoppt von Rumänien (+12,5%/23 neue Märkte) und Ungarn, das zum 20-jährigen Jubiläum ein 6,6-prozentiges Umsatzplus einfuhr. „Penny gilt in Mittel/Osteuropa als hoch profitabel“, heißt es aus hohen Vorstandskreisen der Rewe in Köln.
In Tschechien machte Penny im Vorjahr 1,2 Mrd. Euro Umsatz, in Italien 1,1 Milliarden Euro.

Pläne 2017. Doch die Turbos der Rewe werden 2017 nochmals so richtig hochgefahren. „Wir investieren allein für Billa in Österreich und Osteuropa 500 Millionen Euro“, sagt der scheidende Vorstandschef Alain Caparros. Hinzu kommen heuer 300 Millionen für Penny International sowie 900 Millionen für Rewe und Penny Deutschland. 200 Eröffnungen und Verlagerungen wird es 2017 für Billa/Penny in ­Österreich und Osteuropa geben.

Souque kommt. Caparros selbst übergibt das Zepter Ende Juni an den in Paris geborenen Lionel Souque (46). Dieser war vor einigen Jahren erfolgreich bei Rewe in Wr. Neudorf tätig und übernahm vor einigen Monaten sogar den Aufsichtsratschef des 1. FC Köln (Stöger). Rewe ist dort Hauptsponsor, Souque fussballbegeistert.

Start 2017. Den Jahresstart hat Rewe in Österreich und Osteuropa jedenfalls nicht verpasst. Caparros: „Wir liegen in den ersten beiden Monaten bei 3,7 Prozent im Plus. Der Start 2017 ist voll gelungen.“

Rekordergebnis der Rewe Köln. Caparros selbst verabschiedet sich von der Bühne der Rewe – „Ich bin dabei, mir Gedanken zu machen, was ich machen werde“, nicht aber im LH, wie er betont – mit einem Paukenschlag an Rekordergebnissen. Der Umsatz stieg auf 45,6 Milliarden Euro (Plus fünf Prozent/Konzern), der Cash-Flow auf 1.700 Millionen, das EBITDA auf zwei Mrd, das EBITA auf eine Milliarde Euro, die Eigenkapitalquote auf 33 Prozent.
Penny hat in Deutschland die Kurve in die Gewinnzone genommen. ­Insgesamt kamen beim Umsatz 2,6 Milliarden Euro hinzu, so Caparros.

Osteuropa boomt. Eine Kurve nach oben fahren Generaldirektor Frank Hensel und sein Vorstand Janusz Kulik auch mit Billa in Osteuropa. Das Umsatzplus beträgt 7,7 Prozent. Bulgarien wuchs mit 15 Prozent sogar zweistellig. Insgesamt werden 50 Standorte komplett umgebaut und 50 Märkte neu aufgestellt. In Rußland und Bulgarien bestehen immerhin schon 110 Märkte. Künftig sollen in Osteuropa auch Tankstellen-Shops forciert werden. Pilotmarkt ist hier Tschechien, wo 43 Shops mit Partner Shell am Netz sind.

Fluktuation. Bei der Mitarbeiter-Fluktuation liegt Rewe konzernweit bei 12 Prozent (Durchschnittswert). Penny kommt in Deutschland auf 15 Prozent, das Vollsortiment in Deutschland auf 11 Prozent.

Online. Auch bei den Online-Aktivitäten ist die Rewe in Deutschland dabei. „Wir wachsen prozentual mehr als die Verluste steigen, das ist schon mal gut, also wir haben eine deutlich bessere Umsatzentwicklung als Verschlechterung der Verluste“, so ein Rewe-Vorstand. Doch das ist verkraftbar.
Der Jahresüberschuss des gesamten Rewe-Konzerns (Köln) wird sich 2016 voraussichtlich um 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 463 Millionen Euro erhöhen. Rewe Group-Finanzvorstand Dr. Christian Mielsch erklärt dazu:  „Aufgrund unserer starken Ertragslage, eines hohen Eigenkapitals und eines sehr niedrigen Schuldenstandes sind wir bestens für die vor uns liegenden Herausforderungen gerüstet.“

Gregor Schuhmayer