MMag. Bettina Vogler-Trinkfass, Country Managerin von Procter & Gamble Austria

Procter&Gamble: Neue Chefin

  • Start für Gillette Abo-Club
  • Pampers: 10 Prozent über Online

Seit 1. Jänner ist MMag. Bettina Vogler-Trinkfass Country Managerin von Procter&Gamble Austria. Die gebürtige Oberösterreicherin startete nach dem Studium 1998 ihre Karriere bei P&G in Wien. Die 43-jährige Top-Managerin hatte zuletzt verschiedene Rollen im Bereich Sales für P&G D-A-CH in der Zentrale im deutschen Schwalbach am Taunus inne. Gemeinsam mit Maximilian Häusler, Verkaufsleiter Beauty&Grooming Austria, legt sie REGAL gegenüber die neuesten Pläne für Gillette auf den Tisch.

Regal: Wie war die Entwicklung 2016?
Vogler-Trinkfass: Wir hatten 2016 zwei extrem erfolgreiche Neueinführungen. Die Mitte des Jahres lancierten neuen Ariel 3in1 Pods waren ein echter Verkaufsschlager. Wir konnten damit ein völlig neues Segment aufbauen. Das Segment Unit Dose kommt mittlerweile auf 7% Anteil im Waschmittelmarkt, Ariel hat daran per Februar einen wertmäßigen Anteil von 75% Prozent. Mit dem Wäscheparfum Lenor Unstoppables konnten wir eine weitere ganz neue Kategorie eröffnen und erfolgreich etablieren. Daneben hatten wir in allen großen Kategorien Innovationen – beispielhaft seien hier die Pampers mit absorbierenden Kanälen genannt.

Häusler: Bei Head&Shoulders haben wir die Formel verbessert. Wir konnten damit neue Käuferschichten ansprechen. Das Resultat: Wir verzeichneten bei großen DFH Kunden zweistellige Umsatzzuwächse. Mit Gillette Venus Swirl haben wir zudem die stärkste Innovation für die Damenrasur im Jahr 2016 auf den Markt gebracht und konnten so das Segment Damennassrasur weiter zum Wachsen bringen

Hatten Sie generell im DFH oder im LEH eine bessere Entwicklung?
Vogler-Trinkfass: Wir sind über alle Vertriebstypen hinweg gewachsen. Es stimmt aber, dass im LEH der Kundenweg häufig an der Drogerie-Abteilung vorbeiläuft. Wir verfolgen mit unseren Handelspartnern verschiedene Projekte, die daran ansetzen, die Attraktivität von Drogeriewaren auch im LEH zu erhöhen.

Gillette zählt zu den absoluten Top Brands.
Häusler: Gillette ist in puncto Wertschöpfung unser Flaggschiff. Zwei Entwicklungen stellen uns jedoch auch vor Herausforderungen: Zum einen der Trend zur Bärtigkeit, die Männer rasieren sich etwa 6% weniger oft. Das spüren wir natürlich auch. Aber: wir adressieren diesen Trend durch unsere Braun Barttrimmer, die auch im DFH Top-Seller sind. Zweitens: der Trend zu digitalen Abo Modellen für Klingen, wie sie in den USA bereits sehr erfolgreich sind. Wir arbeiten daher mit unseren Handelspartnern an innovativen Modellen, um das Einkaufserlebnis auch für den Konsumenten hierzulande – online wie offline – immer einfacher und komfortabler zu machen.

Wie reagiert Procter darauf?
Häusler: Wir wollen im Frühjahr 2017 nach Deutschland mit einem digitalen Gillette Abo Club auch in Österreich starten. Zusätzlich zu dem bereits bekannten Abo-Modell wollen wir dabei das Pull-Prinzip, die Selbstbestimmtheit in der Bestellung etablieren. Als globalen Piloten bringen wir daher für Gillette eine echte Innovation nach Österreich: Über die neue Gillette Smartbase, die als Rasierhalter dient, kann der Konsument – nach einmaliger Registrierung – einfach per Knopfdruck aus dem Bad heraus die Klingen nachbestellen und den Bestellrhythmus dabei selbständig gestalten.

Vogler-Trinkfass: Ziel ist die Steigerung der Kundenbindung. Wir sind stolz, dass P&G den globalen Piloten in Österreich lancieren wird.

Ist das im Vertriebsweg denn keine Konkurrenz zum Handel?
Vogler-Trinkfass: Nein, im Gegenteil, da die Abwicklung über die Online-Shops der Handelspartner erfolgt.

Welche Rolle spielt aktuell der Online Vertrieb für ihre Kategorien?
Vogler-Trinkfass: Über E-Commerce werden vor allem hochwertige Produkte nachgefragt. Das betrifft aus unserem Portfolio Marken wie Braun und Oral-B. Hier ist der Anteil schon bei etwa 25%. Bei Pampers sind es 10%. Der Trend geht weiter.

Danke für das Gespräch.