Ölz auf Kurs

  • Ölz konnte 2016 202,8 Millionen Euro erwirtschaften
  • Pläne für einen Zubau in der Pipeline
  • Exportanteil bei 48,7 Prozent

Große Pläne bei Ölz. Der Vorarlberger Traditionsbetrieb will seine Produktion weiter ausbauen. „Wir sind an die Grenzen unserer Kapazität angelangt. In verschiedenen Bereichen wie bei Toast-Brot oder im Sandwich-Segment, könnten wir jetzt schon mehr verkaufen als wir aktuell produzieren können“, bestätigt Ölz-Geschäftsführerin Mag. Daniela Kapelari-Langebner im REGAL-Gespräch.

Weitere Chancen. Nachfrage orten die Vorarlberger auf Märkten in Frankreich, Schweiz, Italien und Osteuropa. „In diesen Exportmärkten sehen wir noch ein hohes Potenzial für unsere zukünftige Entwicklung.“ Dennoch: „Wir sind gerade erst dabei uns ein Grundstück rund um unseren Dornbirner Betrieb zu sichern. Ich rechne in zwei bis drei Jahren mit einer Inbetriebnahme des neuen Werkteils“, so Kapelari-Langebner. Mehrere Millionen Euro wird der neue Ausbauschritt kosten, „für echte, aktuelle Zahlen ist es aber noch zu früh.“

Investitionen. In den letzten fünf Jahren lagen die jährlichen Investitionszahlen durchschnittlich bei elf Millionen Euro. „2016 wurden fünf Millionen Euro als Ersatzinvestitionen bereitgestellt.“

Umsatz. Der Umsatz lag 2016 bei 202,8 Millionen Euro. „Das Wachstum unserer Kategorien SB-Brot (Toast/Sandwich und Schnittbrot) und SB-Feinbackwaren bis Woche 15 liegt auf Basis des rollierenden Jahres bei 5,1 Prozent. Die Marke Ölz verzeichnet in diesem Zeitraum ein Plus von 7,1 Prozent laut Nielsen.”
Marke bleibt bedeutend. Das führt Kapelari-Langebner auch auf kontinuierliche Beschäftigung mit der Marke Ölz zurück. „Laut meinungsraum.at hat Ölz mittlerweile eine spontane Bekanntheit von
73 Prozent, gestützt liegen wir bei 96 Prozent.“ GfK-Berechnungen ergaben für 2016 hohe Verwenderzahlen: „Acht von zehn Österreichern greifen zu Ölz-Artikel.“

Zwei Standbeine. Dabei richtet sich der Meisterbäcker grob auf zwei Segmente aus. „Rund 50 Prozent entfällt auf Feinbackwaren, 50 Prozent auf Brot“, so Kapelari-Langebner. Wobei die Kategorie Convenience-Brot deutlich dyna­mischer wächst. „Der Convenience­grad bei Brot wird immer wichtiger.“ Auch die Besetzung von Trends ist Erfolgsbaustein. So zählt der Ölz Dinkel-Toast mittlerweile zu den Top-Sellern. Das Ölz Eiweiß-Brot hat das SB-Brot-Segment nachhaltig wachsen lassen. Bei Neuprodukten ist zu berücksichtigen, dass diese Produktkonzepte teilweise mehr Zeit im Regal benötigen würden. Fehlen die Abverkaufszahlen wirklich, ziehen wir selbst das Produkt vom Markt zurück.“ Insgesamt launchen die Vorarlberger pro Jahr vier bis fünf Produkte.

Portfolio. Das Portfolio umfasst mittlerweile 200 Einzelartikel, davon sind rund 70 Produkte im Stammsortiment des österreichischen Handels erhältlich. Wichtig dabei: Das absolute Qualitätsbewusstsein. „Dazu zählen allerbeste Rezeptur, hochwertigste Zutaten, keine gentechnischen Rohstoffe, umfassende Qualitätskontrollen, höchste Hygienestandards und modernste Anlagentechnologien sowie Eier aus Bodenhaltung.“ Wobei Ölz jährlich 25 Millionen Eier im Jahr verbraucht. Das Mehl kommt aufgrund der Nachhaltigkeit aus der Region rund um die Bäckerei. „Energie-Effizienz wird bei uns täglich gelebt.“ Als Klimaaktiv Pakt 2020 Mitglied zählt Ölz zu den Leitbetrieben Österreichs. Bereits heute konnte Ölz mit Hilfe seines eigenen Energie-Management-Team, laufenden Monitoring und zahlreichen Energie-Effizienzmaßnahmen seit 2005 den Energiebedarf pro Tonne erzeugte Backwaren um ein Drittel senken. „Dazu bestreiten wir unseren Energiebedarf mit rund einem Viertel erneuerbarer Energie.“

Ankerbrot. 2013 beteiligte sich Rudolf Ölz Meisterbäcker an der Ankerbrot AG. „Wir haben uns logistisch Synergien erwartet. Das ist nicht wirklich eingetreten. Die Logistik-Kosten sind bei Backwaren der essentielle Faktor“, so die Geschäftsführerin.

Ölz Frischdienst. Für den Erfolg am österreichischen Markt ist der Ölz Frischdienst ein wichtiger Erfolgseckpfeiler. 4.000 Lebensmittelgeschäfte werden direkt beliefert. Insgesamt sind 200 LKWs mit 173 Touren unterwegs. 280 Vertriebsmitarbeiter haben die Vorarlberger auf der Pay-Roll. Abgewickelt wird das Service über insgesamt 23 Frischdienststandorte (19 Hubs in Österreich, zwei in der Schweiz, einer in Slowenien und einer in Südtirol). „Mit viel Leidenschaft und langjährigem Know-how stellen unsere Ölz Frischdienst Mitarbeiter die optimale Frische und damit garantiert beste Qualität für den Konsumenten sicher. Wir wollen frisch in den Läden ankommen, produzieren unser Sortiment beinahe täglich und beliefern zwei bis drei Mal in der Woche. Außerdem können die Out-of-stock-Raten sehr gering gehalten werden“, so Kapelari-Langebner weiter.

Export. Der Export-Radius ist aufgrund der Haltbarkeiten eingeschränkt. Ölz bearbeitet derzeit 16 unterschiedliche Export-Länder. „Wobei Deutschland und die Schweiz unsere wichtigsten Exportländer sind.“ Auch in Slowenien gehört der Meisterbäcker zu den Top-Playern. „Wir sind bei Toastbrot in Slowenien mittlerweile die Nummer Eins und haben auch bei Kuchen und Feinbackwaren in Bayern sowie Baden Württemberg die Nase vorn.“ Insgesamt kommen die Vorarlberger auf einen Exportanteil von 48,7 Prozent. Ölz ist im Ausland vor allem mit typischen österreichischen Backwaren erfolgreich. „2021 wollen wir zu den Top-3-Marken im LEH-Backwarenbereich in allen Nachbarländern gehören.“