GfK Austria: Dkfm. Ulf Schätzel über den Shopper der Zukunft und FMCG-Trends

Wie ist der Shopper der Zukunft … ?

  • Was wollen künftige Shopper?
  • Sieben Trends

Wie sieht er aus, der Shopper der Zukunft? „Gar nicht so viel anders als jetzt“, meint Dkfm. Ulf Schätzel, Country Manager GfK Consumer Panels. Die Grundbedürfnisse, wie Ernährung, Anerkennung, Wohlbefinden, ändern sich nicht dramatisch. Was hinzu kommt, ist der Faktor Zeit. Und mit ihm, die Veränderung unserer Umwelt. Als die vier größten Trends nennt Schätzel demografischen Wandel, Wohlstand, Ökologie und Digitalisierung. „Die Möglichkeiten der Bedürfnisbefriedigungen verändern sich. Die Technologie ist einer der wichtigsten Faktoren.“ Daneben gehe es um Einflüsse, kurzfristige Trends: „Von fragmentierten Lebenswelten, Migration, Neophobie bis hin zu Nachhaltigkeit und veränderten Geschlechterrollen.“

FMCG-Trends. Mit Blick auf die trendigen Produktgruppen – also jene, die über mehrere Jahre erfolgreich sind und mehr Käufer anziehen – haben die Themen Gesundheit und Convenience die Nase vorne. „Der größte FMCG-Trend ist Bio.“ Aber auch vegan, glutenfrei und Convenience-Produkte spielen im Ranking mit.

Künftige Haushaltsführer. Die alles entscheidende Frage ist: Wie wird sich die nächste Generation verhalten? Dazu wurden im Vorjahr Online-Interviews mit Menschen zwischen 18 und 24 Jahren in Deutschland geführt. „Die Befragten planten, im nächsten Jahr auszuziehen. Wir wollten also ein Gefühl bekommen, wie die nächste Generation der Haushaltsführer ihr Konsumverhalten ändern wird oder eben nicht“, führt Schätzel aus.
Das verknappte Ergebnis vorweg: Evolution statt Revolution. „Was uns in nächster Zeit beschäftigten wird, sind digitale Helfer und Angebote, die die Haushaltsführung erleichtern.“ Produktseitig geht es weiterhin in Richtung gesunde, nachhaltige und conveniente Angebote. Zudem steigt der Bedarf nach Fleisch-Alternativen, auch ausgelöst durch die steigende Anzahl an Flexitariern. Und sowohl im Regal als auch in der Kommunikation ist Authentizität gefragt.

Die sieben Trends im Detail:

1. Innovative Tradition
Es gibt bei den 18- bis 24-Jährigen ein starkes Verlangen nach Tradition. Die Eltern dienen als Vorbild. Es soll ähnlich sein wie früher, einzig „das Schwierige“ soll weggehen.

  • Neue Lösungen und ihre Kommunikation müssen mit der Haushaltswelt der Eltern kompatibel sein!
  • Präsenz im Internet mit Tipps und Tricks bietet gute Chancen der Kommunikation

2. Digital inspirierte Authentizität
Das Wissen über die und das Erleben der Produkte steht im Vordergrund. Die Inhalte dürfen auch gerne modern und digital umgesetzt werden. Wichtig ist das „echte und gemeinsame Erleben“. Beispiel: Plattform „Das Kochhaus“

3. Beschleunigung für Entschleunigung
Mehr Leben, weniger arbeiten lautet das Ziel. Die unangenehmen Dinge sollen abgenommen werden.

  • Chancen für Produkte/Services, die ungeliebte Tätigkeiten (Putzen, Waschen, Versorgungseinkauf) vereinfachen

4. Soziales Lagerfeuer als Kür, Eating alone als Muss
Es wird bedauert, dass gemeines Essen nicht mehr die Norm ist. Die Wohnung dient vermehrt als Erlebnisort, das Zuhause als Ort der Gemeinsamkeit.

  • Chancen für Anregungen und Angebote zum gemeinsamen Kochen ohne lästige Arbeiten (Waschen, Schnippeln)

5. Machen lassen ohne Machtverlust
Es gibt große Hoffnungen in die Technologie, aber andererseits auch Angst vor Kontrollverlust und Unabhängigkeit.

  • Chancen für digitale Haushalts­hilfen, aber ohne Kontrollverlust!

6. Nachhaltigkeit mit Genuss
Die Range reicht von Bioprodukten, ­Mülltrennung, bis hin zu Hausmitteln, regionalen Produkten und verpackungsarmen Geschäften.

  • Nachhaltigkeit, Bio und reduzierte Verpackung werden noch wichtiger

7. Perfekte Lösungen für das „unperfekte“ Ich
Beispiel: Thermomix. Zeit und Motivation fehlen, dennoch wollen junge Menschen nicht auf Kreativität und Frische beim Essen verzichten. Und die Qualität muss passen.

  • Chancen für conveniente und zeitsparende Innovationen ohne Verzicht auf Qualität