Merkur Post am Rochus: Mag. Kerstin Neumayer mit Markt-Manager Andreas Beitelberger.

Für Merkur ist 2017 eines der größten Expansionsjahre. 100 Millionen Euro werden investiert

Merkur: Vorstoß

  • Letzte Neuzugänge: Post am Rochus, Knittelfeld und Hadersdorf
  • Zahlreiche Ladenbau-Neuheiten

Die Merkur-Vorstände Mag. Kers­tin Neumayer und Harald Mießner setzen derzeit eine Offensive auf das Parkett, die sich gewaschen hat. Der „Vorstoß in Grün“ begann schon im Hochsommer im verträumten Kittsee, an der burgenländischen Grenze zu Bratislava. Dort erfolgte der Startschuss für das völlig neue Konzept „Merkur Kompakt“. Auf 1.300 Quadratmetern verwirklicht sich Merkur dort in deutlich kleinerem Rahmen.

Paukenschlag in Favoriten. Ende Juli erfolgte dann die Eröffnung des modernisierten Marktes am Wienerberg – ein strategisch wichtiger „Jumbo“-Markt im südlichen Wien, direkt im 10. Bezirk. Dort hatten einst Schalle und Denner vor 15 Jahren eröffnet. Der Lebenszyklus des einstigen Hightech-Jumbos ging dem Ende zu.
Deshalb war am „Wienerberg“ Modernisierung angesagt, im großen Stil, neues Merkur-Konzept mit den Frischebereichen als „Nischen“ angeordnet. Die Dimension des Einkaufens umfasst rund 20.000 Artikel, eine Marktküche, 300 Parkplätze. Ein erneuerter „Bomber“ in Favoriten also, Merkur Nr. 40 in Wien.
Doch Merkur kennt in diesem Jahr offenbar keine Ruhepausen. „Das heurige Jahr ist das stärkste Expansionsjahr in der Geschichte von Merkur“, lässt Neumayer verlauten, und schlägt dieser Tage noch im steirischen Knittelfeld mit 1.300 Quadratmetern zu (Neubau).

Satte 100 Millionen Euro pumpt Merkur heuer in seine Flotte. Sieben Neueröffnungen und sechs Umbauten stehen auf der Agenda. „Wir haben 134 Märkte und sind immer auf der Suche nach weißen Flecken, was aufgrund der Raumordnung nicht immer einfach ist“, sagt Merkur-Vorstand Harald Mießner.

Post am Rochus. Vor wenigen Tagen erfolgte nun der Höhepunkt der Expansion in diesem spektakulären Merkur-Jahr. Ein Markt mit 1.400 m² im Einkaufszentrum Post am Rochus, Wien 3. Merkur-Vorständin Mag. Kerstin Neumayer schickte den Zentren-Standort im Kleinformat ins Rennen. Die Merkmale: Hoher Frische-Anteil, Abstriche bei Non Food I und Tiernahrung. Der Schwerpunkt bei diesem kleineren Format liegt auf der Frische, sagt Neumayer. „Wir haben uns auf die Frische konzentriert und rechnen mit einer guten Frequenz alleine schon aufgrund der 1.100 Post-Mitarbeiter, die bis zum Jahresende einziehen werden.“

Klagenfurt. In Kärnten wiederum war vor wenigen Tagen Klagenfurt das Zentrum der Merkur-Aktivitäten. Vertriebsdirektor Bittner und Marktmanager Pittracher schickten einen modernisierten 1.900 m2-Markt ins Rennen. Ende November folgt noch die Neueröffnung im Eurogate, Wien Landstraße.

Der „Neue“ in Hadersdorf. Herausfordernd ist auch Hadersdorf (NÖ), wo das Handelsmatch Merkur gegen Eurospar seine neueste Auflage erfährt. Dort setzte Merkur seinen vorläufig letzten Paukenschlag in diesem Jahr. Kürzlich ging ein Kompakt-Markt in Betrieb. Von der Größe eines weitläufigen Verbrauchermarktes ist dort keine Spur mehr. Merkur wird kleiner. Das aktuelle Schmuckkästchen steht nun, gemeinsam mit Bipa, in Hadersdorf (Bez. Krems-Land). Ein Standort mit 1.230 m² Verkaufsfläche, in Rekordzeit gebaut. Invest: Sechs Millionen Euro. Besonders brisant: Spar-Kaufmann Werner Friedl holt auf Luftlinie 300 Meter zum Gegenschlag aus und investiert vier Millionen Euro in einen Ausbau auf das Eurospar-Format.

15.000 Artikel. Die Merkmale eines „kleinen Merkurs“: Rund 1.300 m² Verkaufsfläche, 15.000 Artikel (Abstriche vor allem bei Non Food und im Trockensortiment), oftmals Tür an Tür mit DFH-Schiene Bipa. Ein herkömmlicher Merkur mit rund 2.400 m² führt 20.000 Artikel. „Abstriche im Sortiment machen wir bei Non Food I, etwa bei Großgebinden, und im Trockensortiment“, so Mießner.

Blick aufs Detail. 600 Obst- und Gemüseartikel, 260 Convenience-Produkte, 60 Frisch und 20 Räucherfischspezialitäten, 150 Schinken- und Wurstartikel, 150 Käsesorten und 100 Sorten Brot und Gebäck erwartet die Kunden im Kompakt-Format. Der Blick aufs Detail lohnt sich. „Unsere kreativen Köpfe haben hier ganze Arbeit geleistet“, so Mießner. In der Obst- und Gemüseabteilung im Eingangsbereich nutzt Merkur verstärkt die Außenwände. „Die Frische-Line haben wir an den Rand gesetzt, das ist aufgrund der erforderlichen Anschlüsse kostengünstiger als Insel-Lösungen“, erklärt Mag. des. ind. Peter Schanz, Head of Design bei Merkur, gegenüber REGAL. Zum Einsatz kommen außerdem neue Header.

Bei Brot und Gebäck hat die Selbstbedienung die Bedien-Theke inzwischen weit überholt: Sieben Meter Selbstbedienung sind es im Kleinformat plus zwei Fenster Bedienung. Das Großformat kommt auf elf Meter SB und vier „Bedien-Fenster“. Zudem mit dabei: Eine Coffee to go Station.

Fleisch/Wurst/Fisch. Innoviert wurde auch bei der Fleisch/Wurst- und Fischtheke. „Die Herausforderung war, einen Übergang zu schaffen, der die Abteilungen vereint und zugleich abtrennt“, so Schanz und Mießner. Gelöst wurde dies etwa mit einer durchgängigen Blende, einheitlichen Lampen in unterschiedlichen Farben oder lasergeschnittenen Tieren. „Weg von Folien, hin zu wertigen Materialien.“

Kühlung. Neue Header-Tafeln kommen auch über den Kühlvitrinen (Arneg) zum Einsatz. „Wir wollten etwas Spezielles kreieren, das man uns auch nicht so leicht nachmachen kann.“ Ein Schritt in diese Richtung war zum Beispiel weg von der Kreide-Optik zu gehen. Einen weiteren Kniff machten die Wiener Neudorfer beim Leitsystem der Fleisch- und Wurstartikel in Selbstbedienung: Buchstaben, die magnetisch – und damit auch leicht austauschbar – angebracht sind.

Kurze Regalgänge. Auffallend sind die kurzen Regal-Längen. Kein Zufall: „Es gibt Studien, die besagen, dass bei zu langen Gängen der Bereich in der Mitte nicht frequentiert wird.“

Energie und Lager. Die Beheizung erfolgt zu 100 Prozent durch die entstehende Abwärme der Kälteanlagen. Fossile Energieträger werden damit überflüssig. Bei Tief- und Normalkühlung wird CO² eingesetzt, beleuchtet wird mit LED-Lampen. Die Lagerfläche des Marktes ist mit 200 m² überschaubar. „Vor allem in saisonalen Spitzenzeiten kann das etwas eng werden.“

Gregor Schuhmayer,
Mitarbeit: V. Widl, H. Schneeweiß