Eurospar-Kaufmann Georg Urban

Ostern/Muttertag/Frühling: Eurospar Urban setzt auf Frische & Süßes

Der König im Weinviertel

  • Ostern: zweitstärkste Saison im Jahr
  • A-Marken vor Eigen- und Billigmarken

Akzente setzt Eurospar-Kaufmann Georg Urban das ganze Jahr über. „So etwas wie den klassischen Saisonstart gibt es eigentlich gar nicht. Es sind fließende Übergänge“, sagt der Niederösterreicher im REGAL-Gespräch. Gerade der Frühlingsstart sei extrem wetterabhängig. Blumenzwiebel, Samen & Co zählen zu den ersten Frühlingsboten.

Saisonales Obst und Gemüse. Wichtige Saisonartikel ortet der Selbstständige außerdem in der Obst- und Gemüseabteilung. „Angefangen von Frühkartoffeln, bis hin zu Himbeeren aus der Region oder Spargel.“ Auch Jungweine können in den Frühlingsmonaten punkten.

Die Oster-Ware kommt bereits Anfang Februar in die Regale. Die ersten Ostereier des Jahres gingen heuer bereits am 8. Jänner in den Handel, wie REGAL von der Industrie erfuhr. Richtig Menge verkauft wird zwei Wochen vor Ostern. Das Wochenende vor Ostern (Palmsonntag) ist der zweitverkaufsstärkste Zeitpunkt des Jahres. Der Umsatz legt bei Urban um 20 bis 25 Prozent zu. „Lagern will heutzutage niemand mehr. Wenn die Ware produziert ist, muss sie raus.“

Ausgaben. Schokolade, Pralinen, Süßigkeiten standen im Vorjahr weit oben auf der Oster-Geschenkliste. 64,1 Prozent von 532 Befragten in Österreich gaben an, eines dieser Produkte zu verschenken. Auf den weiteren Rängen: gefärbte Eier (51,3 %), gefolgt von Spielwaren (30,8 %), Blumen/Pflanzen (18,7 %) und Selbstgekochtes/-gebackenes (12,1 %). Knapp ein Drittel bezifferte seine Ausgaben mit über hundert Euro. Am häufigsten beschenkt werden Kinder (45,5 %). (Quelle: Statista/Handelsverband)

Markenpower. Auch bei Kaufmann Urban zählen hochwertige Produkte in der Feinkost, Kren oder Süßwaren zu den Top Sellern zu Ostern. Dabei legen seine Kunden Wert auf Markenpower. „Rund um die Feiertage sind Marken extrem stark.“ Milka, Lindt und Manner liegen auf den Spitzenplätzen. „Ferrero forciere ich nicht mehr, hier wurde leider sowohl der Vertrieb als auch der Kontakt eingestellt“, merkt Urban an. Billigmarken würden immer mehr an Bedeutung verlieren. Stichwort Osterhasen-Check von Global 2000: Das Fairtrade-Siegel sieht er als Zusatzleistung, nicht aber als Kaufargument.

Bis zu 1.300 Kunden. Wochentags kaufen 1.000 Kunden im Standort Retz, am Wochenende sind es zwischen 1.200 und 1.300. Die durchschnittliche Bonsumme beziffert Urban mit 20 Euro. Auf Non Food II-Ware setzt der Ladeninhaber nur in Maßen. „Ich bin in erster Linie Lebensmittelhändler.“

Warendruck und Zweitplat­zierung. Überschüssige Ware nach Ostern hält sich bei dem Weinviertler in Grenzen. „Wir bestellen jedes Jahr rund vier bis fünf Prozent mehr als im Vorjahr. Damit liegen wir ganz gut. Sollten Produkte in Aufstellern kurzfristig ausverkauft sein, füllen wir mit Regalware nach, um den Warendruck aufrecht zu erhalten.“ Grundsätzlich ist die Saisonware ausschließlich in der Kassenzone zweitplatziert.
Aktionen. Von Saison-Aktionen hält der Unternehmer wenig. „Im Gegensatz zum Mitbewerb gibt es bei Spar keine Warengruppen-Aktionen vor Ostern. Ich hoffe, das bleibt auch so.“

Muttertag. Einen weiteren kleinen Umsatzpush liefert der Muttertag, heuer am 13. Mai. Laut Statista gaben 23,5 Prozent im Vorjahr an, elf bis 20 Euro ausgeben zu wollen. Mehr als hundert Euro wollten nur 3,8 Prozent investieren. Der durchschnittliche Mittelwert liegt bei 45 Euro. Bei Urban wandern Regionalkörbe, Weinkartons und Pralinen in Herzform über die Kassen. „Mehlspeisen funktionieren nicht wirklich. Wir merken einen immer stärkeren Trend zum Selberbacken und setzen dementsprechend auf Backaufsteller.“

Regionalfest im Juni. Als Highlight in der ersten Jahreshälfte erwähnt Urban das heuer erstmals stattfindende Regionalfest am 9. Juni. Am Retzer Hauptplatz werden österreichische und tschechische Spezialitäten präsentiert, kuratiert von dem Eurospar-Kaufmann. „44 regionale Lieferanten verkaufen ihre Gemüse- und Obstspezialitäten. Einige von ihnen sind auch bei mir im Geschäft gelistet, andere werden dann zum ersten Mal in Österreich angeboten.“

Verena Widl, Aneta Zeunerova