(v.l.n.r.) Merkur Marktmanager Dragan Dinic, Vorstandsvorsitzende Kerstin Neumayer, Vorstand Harald Mießner, Merkur Regional­manager Jürgen Marker

Merkur mit drei Formaten beim Wiener Hauptbahnhof

Der neue Genuss-Merkur

  • Eigener Convenience-Store, Frische-Fokus
  • Test mit ESL, Ziel: 4.000 bis 5.000 Kunden

Es ist ein Auftritt, den es so von Merkur noch nicht gab. Drei unterschiedliche Flächengrößen an einem Ort. Schauplatz ist ein Gebäude neben dem Wiener Hauptbahnhof, genauer gesagt „The Icon Vienna“ mit 88 Metern Höhe neben Österreichs größtem Bahnhof. Hier geht der grüne Rewe-Riese mit insgesamt rund 1.400 m2 Verkaufsfläche an den Start. Zwei Flächen – Merkur Markt mit 900 m2 und Merkur Convenience Markt mit über 300 m2 – befinden sich im Untergeschoß und sind auch direkt mit dem Hauptbahnhof verbunden. Zusätzlich eröffnete ein Merkur Mini Markt im Erdgeschoß.

Spezieller Standort. Merkur Vorstandsvorsitzende Mag. Kerstin Neumayer zeigt sich erleichtert bei der Eröffnung: „Wir sind froh, dass wir hier sein dürfen. Auch wenn es viel Energie und Herzblut gekostet hat.“ 120.000 bis 140.000 Personen passieren den Hauptbahnhof täglich. Über 20.000 Arbeitsplätze werden geschaffen. „Es ist ein sehr spezieller Markt“, sagt auch Merkur Vorstand Harald Mießner.

ESL. Eines der technischen Highlights: Elektronische Preisschilder im ganzen Markt. „Wir starten, nach unserer Schwester Billa, nun auch mit ESL in einigen Märkten einen Testlauf“, so Mießner im REGAL-Gespräch. Ebenfalls mit dabei: die neueste Generation des Leergut-Automaten von Tomra.

Convenience. Nachdem die baulichen Herausforderungen überwunden wurden, gelte es jetzt, die unterschiedlichen Kunden anzusprechen. „Anrainer, genauso wie Bürokunden und Reisende.“ Frische und Convenience werden deshalb großgeschrieben. Im eigenen Convenience Store befinden sich eine Salatbar, 14 Meter gekühlte Getränke oder Eat Happy mit einem umfassenden Sushi-Angebot. Ebenfalls integriert: ein Backshop mit über 100 Sorten Brot und Gebäck. „Der Selbstbedienungsbereich wurde extra für diesen Standort erweitert auf fünf Backwürfel“, erklärt Marktmanager Dragan Dinic gegenüber REGAL.

Separate Abrechnung. Interessant im Convenience-Bereich ist, dass etwa Feinkost oder Brot & Gebäck in Bedienung nicht im Markt integriert sind, sondern separat von der Außenfläche kassiert werden. „Wir wollten etwas Neues probieren und auch mehr Convenience für den schnellen Kunden schaffen“, so Dinic. Abgerechnet werden die beiden Standorte im Untergeschoß gemeinsam, der Mini Markt extra.

Merkur Markt. Der 900m²-Standort war ursprünglich auf zwei abgetrennten Flächen geplant. Schlussendlich fiel die Entscheidung auf einen Verbindungsgang vom Frische- in den Wein- und Non Food-Bereich. „Wir haben den Aufzugschacht umbaut.“ Auf der verkleinerten Fläche ist das Sortiment komplett abgebildet, wie der Marktmanager berichtet. Abstriche gäbe es lediglich bei den ­Facings. „Die TK-Abteilung ist etwas kleiner als normal, und Non Food ist abgespeckt.“ Die Mopro-Abteilung ist – wie sonst nicht üblich – komplett mit Glastüren versehen.

Kunden. Kassiert wird mit drei klassischen und drei Schnellkassen als Self-Checkout (One-Flow). „Ich hoffe auf 4.000 bis 5.000 Kunden pro Tag“, lacht Dinic. Zahlen, mit denen sich auch Mießner zufrieden geben würde.

Im Mini Markt sind ebenfalls eine kleine Salatbar, frisches Obst und Gemüse in Convience-Form zum Snacken und eine breite Getränke-Palette zu finden.

Zu den Frische-Highlights in den drei Standorten zählen Inseln mit über 600 Obst- und Gemüseartikeln, 260 Convenience-Produkte, vor Ort zubereitete Säfte, Smoothies und Salate. Frischfleisch, 60 Frisch- und 20 Räucherfrisch-Spezialitäten gehören ebenso dazu wie 150 Schinken- und Wurstspezialitäten, 150 Käsesorten, 30 verschiedene Mehlspeisen und Torten. Die „Da komm ich her“-Range umfasst mittlerweile 2.700 Produkte von 300 österreichischen Produzenten.

Über Merkur. Rund 2.000 m2 ­Verkaufsfläche und über 20.000 Artikel pro Merkur-Markt sowie ein prämiertes Store Design sorgen dafür, dass über 1,3 Millionen Kunden pro Woche bei Merkur einkaufen. 2013 wurde das Unternehmen für ­seine familienbewussten Ziele und Maßnahmen mit dem staatlichen Güte­siegel be­­rufundfamilie ausgezeichnet. Zusätzlich unterstützt Merkur gemeinsam mit seinen Kunden karitative Einrichtungen wie die CliniClowns und die Caritas Lerncafés. Ein weiteres Standbein ist Regionalität im Sortiment und ein umfassendes Bio-Angebot.

Verena Widl