Unimarkt: Neue Ziele

  • Frische-Anteile sollen bis 2022 auf 50 Prozent klettern, Primärziel ist Regionalität
  • Standort-Anzahl soll sich bei rund 520 Geschäfte einpendeln
  • Privatisierungswelle bei Unimarkt läuft

430 Millionen Euro setzte die Unimarkt-Gruppe im abgelaufenen Geschäftsjahr um. 522 Standorte wurden dabei beliefert. Davon: 130 Unimarkt-Shops mit 287 Millionen Euro Umsatz und 392 Liefer-Stellen (davon 224 Nah& Frisch Märkte, neun Land lebt auf und 159 sonstige Stellen) mit 99 Millionen Euro Erlös. Darüber hinaus spielt die Pfeiffer Logistik mit externen Kunden 44 Millionen Euro ein. Der Verbund bilanziert schwarz und zukunfts-fit. „Wir haben unser Feld genau abgesteckt. Wir beliefern von Salzburg bis Schärding und St. Pölten bis Spielberg“, so Unimarkt-Chef Dkfm. Andreas Haider im Rahmen der MMM-Fachtagung. Eine Expansion in andere Bundesländer schließt Haider aus. „Das wird es nicht mehr geben.“

Haider als Mit-Eigentümer. Die Positionierung als Regional-Linie sei dagegen erfolgreich erledigt. „Wir bewegen uns nun kontinuierlich bei einem Marktanteil von rund drei Prozent.“ Dass die Unimarkt-Gruppe Zukunft hat, liegt für Haider auf der Hand: „Ich habe mich mit 20 Prozent an der Gruppe beteiligt, weil ich überzeugt bin und die jahrelange Expertise habe, dass das Modell funktioniert.“

Vision 2022. Dementsprechend legt Haider seine Vision für 2022 auf den Tisch. Die Gruppe soll künftig 400 Nah&Frisch-Standorte beliefern. Die Unimarkt-Anzahl soll bei 130 Märkten stabil bleiben. „Wir wollen uns als starker regionaler Partner für selbstständige Kaufleute etablieren. Unsere eigenen Filialen dienen als Mustermärkte und Pool an Innovation.“ Deshalb will Haider rund 30 Standorte in Eigenregie führen. 100 Standorte sollen von selbstständigen Kaufleuten gelenkt werden.

Mehr Frische. Dabei will der Unimarkt-Chef seine Gruppe noch frischelastiger in Stellung bringen. „Wir erwirtschaften aktuell noch 45 Prozent in der Frische, bis 2022 soll diese Zahl auf rund 50 Prozent klettern.“ Auch Bio soll ein noch größeres Thema werden. „Da liegen wir derzeit bei sechs Prozent. In fünf Jahren wollen wir uns auf zehn Prozent bewegen.“ Das Primärziel bleibt aber die Regionalität: „Wir sind schon jetzt sehr regional aufgestellt und kommen auf einen Anteil von 14,5 Prozent über alle Märkte gerechnet. In verschiedenen Gebieten ist diese Ziffer schon jetzt deutlich höher. Wir haben uns für 2022 vorgenommen, dass wir 20 Prozent unserer Umsätze mit regionalen und lokalen Produkten akquirieren.“

Erfolgshebel. Grundsätzlich liegen die Erfolgshebel für Haider in der Bedienung: „Das gilt für Käse, Wurst, Brot und Gebäck sowie eines Angebots von offenem Premium-Fleisch in Bedienung.“ Nachsatz: „Wir haben keine eigenen Fleischwerke. 25 Prozent der Wurstbedienung wird mit lokalen Lieferanten gemacht“. 30 bis 40 Prozent der Fläche wird für Frische-Bereiche reserviert.

O&G. Auch die O&G-Abteilung soll noch stärker als Marktplatz inszeniert werden. Ein Raum von 20 bis 30 m2 soll für diese Präsentation bei jedem Unimarkt freigeschlagen werden.

Preise. Die Preiswürdigkeit ähnelt den Supermarkt-Riesen. „Unser Sortiment von rund 7.000 Artikel befindet sich auf Marktpreisniveau von Spar und Billa.“ Mit 300 Jeden Tag-Artikeln geht Unimarkt mit Hofer und Lidl in den Clinch. Dazu werden wöchentlich 600.000 Flugblätter mit jeweils 200 Aktionsprodukten gestreut. „25 Prozent unserer Umsätze machen wir derzeit in Aktion.“

Online-Geschäft. Haider bekennt sich weiter zum Online-Geschäft. Die Umsätze bewegen sich im einstelligen Millionen Euro-Betrag, aber „wir legen zu.“ Interessant: Wien zählt zu einem der stärksten Zustell-Gebiete der Trauner. „Kommissioniert wird in Wels und Graz.“

Umsatz-Entwicklung. 2018 liegt Unimakt umsatzmäßig vorne. „Aktuell sind wir mit rund zwei Prozent im Plus“, so Haider zuletzt gegenüber REGAL. Like-for-like, denn: Für 2018 stehen keine Neueröffnungen auf dem Programm. „Wir konzentrieren uns auf Modernisierung.“ So wurde der Markt in Windischgarsten (Oberösterreich) neu aufgestellt. Aktuell fahren die Bagger in Strass (Steiermark) vor. „Dort werden wir alleine 700.000 Euro investieren“, so Haider. Auch die Privatisierungs-Welle wird wie geplant vorangetrieben. Bis zum Ende des Jahres sollen acht Standorte in private Hände übergeben werden.

Herbert Schneeweiß