Wiedereröffnung des Großformat-Billa-Supermarktes in Neulengbach

Riesen-Billa in Neulengbach

  • Vier Millionen Euro Invest
  • Fokus: Frische, Services: Click & Collect, Paket-Abwicklung

2002 ging der „Big Billa“ in Neulengbach ins Rennen. Damals unter Billa-Chef Wolfgang Wimmer. Das Format hat sich nicht gehalten, das Konzept schon. Mit 1.436 m2 Verkaufsfläche ist es die größte Billa-Filiale Österreichs. Vier Millionen Euro wurden nun in den Umbau investiert. Mit starker Frische, mehr Auswahl, Gastro und der einen oder anderen Spielerei will die gelb-rote Rewe-Tochter ihre Bedeutung in der Region verstärken.

Erweitertes Sortiment. Das Billa-Vorstandsduo Wilgmann und Nagele schreibt in Neulengbach sein Küchenoptik-Layout weiter und hat das Sortiment um 1.000 Artikel aufgestockt. So finden etwa Teigwaren-Spezialitäten aus dem Corso-Format Platz. Das Herzstück soll aber weiter die Frische bleiben. „Die Hälfte der 350 O&G-Artikel kommt aus Österreich. Und wir bieten rund 80 Ja! Natürlich Obst- und Gemüsesorten an“, sagt Billa Vorstand Elke Wilgmann. San Lucar ist mit einer eigenen Ananasbar vertreten. Auch vorgeschnittenes Obst und Gemüse sind reichlich vorhanden.

Umsatzstärkste Fischtheke. Bei Fleisch, Käse und Fisch setzt Billa auf eine gläserne Produktion und Bedienung. „Wir haben hier unsere umsatzstärkste Fischtheke. Es ist eine gut eingeführte und wichtige Warengruppe an diesem Standort“, so Billa Vorstandssprecher Robert Nagele. In rund 50 Standorten wird mittlerweile Fleisch in Bedienung angeboten. Diese Option soll auch weiter ausgebaut werden. „In den Filialen, wo Bedienung vorhanden ist, wachsen unsere Fleisch-Umsätze – sowohl SB als auch an der Theke“, so Nagele auf REGAL-Nachfrage. Bei Brot und Gebäck kommen fünf SB-Module zum Einsatz. „Spezielle Brote bieten wir in Bedienung an.“ Im Mopro-Regal wurde ein Meter für Teige unterschiedlicher Art geschaffen, genauso wie für vegane Artikel. Im Regional-Regal stehen 50 Produkte von 25 Lieferanten. „Wir haben heuer in unterschiedlichen Bereichen um viele neue, regionale Lieferanten aufgestockt.“

Gastro. Auch das Gastronomie-Angebot kommt in Neulengbach nicht zu kurz. Die „Fein Snäckerei“ bietet warme und kalte Spezialitäten und 40 Sitzplätze zum Verweilen. „Das Sofortangebot wird in Neulengbach traditionsgemäß gut angenommen“, so der Billa-Vorstandssprecher.

Pilotversuch: Wein zum Verkosten. In der Wein-Abteilung startete Billa einen Piloten: Bei einer Verkostungsstation können sich Kunden rote und weiße Weine selber zapfen. Bezahlt wird mittels Bankomatkarte.

Kassen. Nur mit Karte kann auch bei den fünf Cashless-SCO-Kassen eingekauft werden. Dazu kommen sechs Sitzkassen. „Wir haben derzeit 15 Self-Checkout-Filialen. Und tragen damit dem Trend Rechnung, dass NFC immer mehr angenommen wird. Bargeld-Zahlungen sind rückläufig. Aktuell arbeiten wir auch an anderen SCO-Lösungen, wo digitale Möglichkeiten noch mehr ausgeschöpft werden sollen.“
Preisauszeichnung. Auch bei ESL zeigt Billa weiter Flagge. „Entwicklungstechnisch sind wir durch, ESL ist Standard bei jeder Neueröffnung.“ 60 Märkte sind derzeit mit elektronischen Preisschildern ausgestattet, Neulengbach ist einer davon. „Es ist eine enorme Prozesserleichterung, unsere Mitarbeiter lieben die elektronischen Preisschilder“, so Nagele. Der Vorteil für die Kunden: „Das Thema Preissicherheit ist vom Tisch. Wir ändern aktionsbedingt jede Woche über 350 Artikel, da lässt sich der eine oder andere Fehler nicht vermeiden.“ ESL habe zu einer Beruhigung im Kassier-Prozess und weniger Kundenbeschwerden hinsichtlich Preisen geführt. Headsets bei den Mitarbeitern seien derzeit „kein Thema“, so Wilgmann gegenüber REGAL.

Pakete. Bei den Service-Angeboten, die Billa in den letzten Jahren sukzessive ausgebaut hat, setzt das Unternehmen auf Bewährtes: Pakete abholen, Wlan, Multichanneling. „Wir kooperieren mit DHL und DPD. Das ist eine wichtige Größe für uns geworden. Wir handeln 700.000 Pakete pro Jahr in über 800 Filialen“, führt Nagele aus. Online bestellte Artikel können mittels Click & Collect abgeholt werden. Eine Dienstleistung, die gut funktioniert, sei Bargeld to go. „Wir haben 25.000 Kunden, die dieses Service pro Woche nutzen.“

Eigenmarke. Bei seinen Eigenmarken schreitet Billa auf die 30-Prozent-Marke zu. Die seit 2011 bestehende Billa-Eigenmarke erfuhr kürzlich einen Relaunch. „Wir haben das Design komplett über­arbeitet, der Gelb-Anteil auf der Packung ist beispielsweise stark reduziert. Der Anspruch war es, die 500 Artikel umfassende Range so liebevoll wie möglich zu gestalten“, so Wilgann. Aufgestockt wurde auch die Sortimentstiefe und -breite. Weitere Innovationen werden im ersten Quartal 2019 folgen. Mitte nächsten Jahres soll der Relaunch abgeschlossen sein.

Verena Widl