Umsätze im Frischebereich stiegen im LEH auf 5,9 Milliarden Euro

RollAMA

Der Frische-Boom

  • Absatzplus in der Frische von 1,7 Prozent
  • Frische, Natürlichkeit und Bio stärker im Trend
  • Eier hoch im Kurs
  • Bio: 50 Prozent Wachstum in 5 Jahren

Seit Jahren gab es bei den Frische-Warengruppen einen mengenmäßigen Rückgang zu verzeichnen, doch 2017 kam der Umkehrschwung: Eine Wachstumssteigerung von 1,7 Prozent. Und mehr noch: Eine Wertsteigerung von 5,1 Prozent bei einem Umsatz im Frischebereich von 5,9 Milliarden Euro. „Obst und Gemüse haben sich in den letzten Jahren zur mengenmäßig größten Warengruppe entwickelt“, so Geschäftsführer der AMA-Marketing Michael Blass gegenüber REGAL.
Warum das so ist: Der Preis wurde beispielsweise durch Bio angetrieben. Die Menge erhielt ein Plus auf Grund der Einkaufsfrequenz der stetig steigenden Zahl der österreichischen Haushalte und auf Grund der größeren Einkaufsmengen (+0,5 Prozent).

145 Euro gibt in Österreich ein Durchschnittshaushalt im Monat für Frischeprodukte ohne Brot und Gebäck aus. Davon machen Wurst und Fleisch 40 Prozent aus, dicht gefolgt von Milch, Jogurt und Butter (16,2 Prozent), Obst (10,8 Prozent) und Gemüse (11,2 Prozent).

Diskonter. Wachstumssieger beim Frische-Umsatz bleiben nach wie vor die Diskonter wie Hofer und Lidl. „Der Umsatz blieb ident bei 30 Prozent“, so Micaela Schantl, AMA-Marktforschung, auf REGAL Nachfrage. Sinkender Umsatz ist, wie letztes Jahr, bei den Supermärkten zu verzeichnen.

Eier. Alle Produktgruppen, also Milch und Milchprodukte, Fleisch, Wurst, Frischobst, Frischgemüse, Kartoffeln, Eier, TK-Obst und Gemüse, Obst und Gemüsekonserven sowie Fertiggerichte, konnten alle 2017 ein wertmäßiges Plus verzeichnen. Anführer sind dabei Eier mit einer Mengensteigerung von fast zehn Prozent und einem Werteplus von 7,2 Prozent.

Mopro. Das Mopro-Segment erfährt im Gegensatz zum letzten Jahr einen Aufschwung: „Die Konsumenten sind bei Milch viel weniger preissensibel als gedacht“, heißt es bei AMA. Und so ist es auch, dass insgesamt Milch, Jogurt, Käse und Butter alle einen Mengen- und Werteanstieg verzeichnen können. Bei Milch verzeichnet die ESL Milch ein sattes Plus: „Die ESL Milch macht bald 2/3 des Marktes aus“, sagt Geschäftsführer Blass.

Jogurt und Käse. Erstmals erzielte auch Naturjogurt im Vergleich zum Fruchtjogurt ein Wachstum: ein Werteplus von 15 Prozent. „Österreich entwickelt sich zur ernstzunehmenden Käse-Nation, was sich auch an den Einkaufszahlen ablesen lässt“, so Blass. Mit 4,8 Prozent Umsatzplus ist der Gewinner unter den Käsesorten der Frischkäse, mit einem Mengenplus an 4,2 Prozent und einem Werteplus von 3,5 Prozent.

„Schnelles Fleisch“. Fleisch, das sich schnell verarbeiten lässt, liegt mit einem Umsatz von 817 Millionen Euro voll im Trend, wie zum Beispiel Schweinslungenbraten oder Rindersteaks. „Ein ganzjähriges Angebot von vorbereitetem Fleisch kommt bei den Konsumenten gut an“, erzählt Schantl. Ein Drittel des Fleischsortiments entfällt auf Huhn und Pute, Schweinefleisch und Rindfleisch machen ca. 40 Prozent aus. Bei Wurst sowie Schnittkäse liegt Selbstbedienung nach wie vor im Trend.

Bio. Neben der Frische und Natürlichkeit von Produkten ist für die Konsumenten Bio immer noch sehr wichtig und verzeichnete in den letzten fünf Jahren einen Anstieg um 50 Prozent. 2017 liegt der Umsatz von Bio Einkäufen bei 508 Millionen Euro, der Bioanteil der Roll-AMA Warengruppen beträgt 8,6 Prozent. „Bio ist endlich aus einer Nische herausgekommen – und das ist der Verdienst des LEH“, so GF Blass.

Anna Lena Wagner