GF Christof Kastner

Christof Kastner über die großen Umsatz- und Ausbaupläne des Kastner-Imperiums

Kastner: Ziele bis 2025

  • 240 Millionen Euro im Umsatz-Visier
  • Umbau in Amstetten, Wien, Jennersdorf und Zwettl
  • 14 neue Nah&Frisch Standorte geplant

Wachstumskurs. Umsatzschub. Vorwärtsstrategie. Firmen-Chef Christof Kastner sucht sein Heil in der Offensive. „Es braucht klare Ziele. Deshalb wollen wir bis 2025 unsere Erlöse auf 333 Millionen Euro hochgeschraubt haben“, sagt der geschäftsführende Gesellschafter Christof Kastner im REGAL-Gespräch. Ein Ausbau von mehr als 100 Millionen Euro. Generisch und durch Akquisition. Denn: Bauten auf der grünen Wiese sind beim Zwettler Großhandelshaus die Ausnahme. „Das gehört nicht zu unserer DNA. Wir suchen nach strategischen Partnern.“

240 Millionen geplant. 2017 gingen die Nieder­österreicher mit 218 Millionen Euro ins Ziel. Im ersten Quartal 2018 liegt die Waldviertler Flotte vier Prozent im Plus. Mit der Integration von Geko hat Kastner die 240-Millionen-Marke angepeilt. „Wir sind generisch schon jetzt auf Kurs von 225 Millionen Euro.“

Nah&Frisch. Weiter im Blickpunkt: Kaufleute. Kastner will seine Nah&Frisch-Flotte vergrößern. „Wir sind mit 160 Standorten in das Jahr 2018 gegangen, wollen das Jahr mit 170 abschließen.“ Konkret sind sogar 14 neue Standorte fixiert. Dazu: 23 Kosmetisierungen. Investitionen will Kastner nicht benennen. „Aus taktischen Gründen.“ Der Wachstumspfad der Kaufleute sei jedenfalls positiv. „Wir haben in diesem Bereich ein akkumuliertes Plus von über zwei Prozent.“

Filial-Abgaben. Darüber hinaus soll die Privatisierung vorangetrieben werden. 13 Eigenfilialen hat Kastner aktuell noch am Netz. Zwei Übergaben sind für 2018 bereits eingetaktet. „Unser Plan sieht vor, dass wir uns fünf bis sechs Märkte im Kern behalten.“

Rohertrag und Aktion. Der Gesamt-Rohaufschlag sei das entscheidende. „Da konnten wir einiges herausholen für unsere Kaufleute: Die Roherträge in Jennersdorf wuchsen um zwei Prozentpunkte und in Zwettl um 0,7 Prozentpunkte.“ Der Aktionsanteil (im Einzelhandel) sei mit sieben bis acht Prozent überschaubar.

Wachstum bei Private Label. Genauso wie der Eigenmarken-Anteil: „Wir kommen mit unseren Eigenmarken Selex und Jeden Tag auf rund sieben Prozent, sind aber im letzten Jahr umsatzmäßig massiv um 18 Prozent gewachsen.“

25 Expansionsschritte führten die Niederösterreicher seit Bestehen bereits aus. Der (aktuell) letzte: Die Übernahme des Wiener Großhandelshauses Geko wird mit 1. Jänner 2019 schlagend. „Wien und die Metropolregion ist für uns ein wichtiges Wachstumsfeld. Denn: Die Bundeshauptstadt wächst jährlich um rund 40.000 Personen. Wir sind im Norden bereits mit jährlich zweistelligen Zuwachsraten gut positioniert und schließen jetzt den Kreis im Süden.“
Erste Bauschritte bei Geko. „Intensiv“ laufen die Vorbereitungen bereits jetzt schon. Geko wird auf das Kastner-Konzept umgestellt. „Wir werden heuer bereits 1,5 Millionen Euro bereitstellen.“ Hauptfokus: Fassaden-Gestaltung, Eingangsportal, Logistik-Rampen, Überarbeitung der Kühlung und Tiefkühlung sowie Erneuerung der Regale. Die Bausubstanz sei gut. Die Verkaufsfläche von 8.300 m2 bleibt gleich. Reserve inklusive. Denn: Der bestehende Hof zwischen zwei Gebäudeteilen werde noch nicht verbaut. Auch die Öffnungszeiten (von 4 Uhr bis 15 Uhr) bleiben unverändert. „Wir schielen auf keine grauen Umsätze.“ Die Wein- und Getränke-Kompetenz am Geko-Standort (rund ein Drittel des Umsatzes) will Kastner noch verstärken. Aufholbedarf gibt es im Non Food-Bereich. „Hier werden wir rasch eingreifen und entsprechende Sortimente einlisten.“ Ausbaufähig ist auch die Zustellung. „Geko hat sehr viel mit Click&Collect erledigt, wir werden den Hebel ansetzen und mit einem neuen Außendienst-Team weitere Kunden akquirieren.“ Die Übernahme soll in jedem Fall rund 18 Zusatz-Millionen in die Kasse spülen.

Pläne für Amstetten. Doch nicht nur Wien ist im Kastner-Fokus. Auch in Amstetten fahren die Bagger vor. „Wir haben uns bei diesem Standort zwei Bauetappen vorgenommen.“ Der Gesamtinvest in den nächsten Jahren: Rund 7,5 Millionen Euro. „Wobei wir im ersten Schritt zwei Millionen Euro bereitstellen werden.“ Wichtig ist dem Firmenchef eines: „Großhandel muss auch optisch Großhandel bleiben.“ Im Blickpunkt: Austausch der Wandkühlung, Verdopplung der TK-Kapazitäten, Erneuerung der Frische und eine Neuaufstellung der gesamten Innengestaltung. Auch die Logistik-Kompetenz wird weiter ausgedehnt. „Wir werden von drei auf sieben Auslieferrampen erweitern.“

Gesundes Wachstum. Der Markt in Amstetten ist bereits die fünfte Abhol-Drehscheibe, die in neuem Kastner-Stil erstrahlt. „Wir haben Krems, Zwettl, Jennersdorf und Eisenstadt auf sehr gutem Niveau.“ Zuletzt nahm der Markt in der burgenländischen Landeshauptstadt seinen Betrieb auf. „Die 5,2 Millionen Euro Invest haben wir aus dem Cashflow bereitgestellt.“ Das Credo von Kastner: „Wir wollen nicht so handeln, als wäre das Geld abgeschafft.“ Gesund und ertragssicher sei die Flotte. „Wenn ich die Bilanzen anderer Marktteilnehmer studiere, dann ist das nicht immer der Fall.“

Umbau in Jennersdorf. Dementsprechend sorgsam plant der Unternehmer die Expansionsschritte und streckt die Fühler dabei auch ins Ausland aus. „Es stimmt, wir haben mittlerweile einige Kunden in Slowenien und Südtirol. Dennoch: Einen Abholmarkt im Ausland planen wir nicht.“ Stattdessen liegen neue Pläne für Jennersdorf (Südburgenland) vor. Der Firmen-Chef will die Logistik-Drehzahl erhöhen und einen Bauabschnitt von 1.500 m2 vom Stapel lassen. Im Fokus: Frischelogistik und Expedit. Das Investitionsvolumen: Zwei bis drei Millionen Euro für Fleischzerlegung, Kühlung & Co.

35 Mio. Umsatz. Kastner setzt auf die Zugkraft des Standorts. „Wir spulen bereits jetzt 35 Millionen Euro in Jennersdorf ab, betreuen vom Südburgenland aus 1.200 Gastro-Kunden und 32 Nah&Frisch-Märkte.“ Dazu kommt das boomende Geschäft in Slowenien. „Wir kommen aktuell bereits nach Marburg, wollen künftig den Radius bis Laibach erhöhen. Die Adria-Küste ist schon in Reichweite.“ Deshalb sieht der Master-Plan bereits einen weiteren Bauabschnitt von 2.200 m2 vor.

Absiedlungsplan für Zwettl. Im niederösterreichischen Kernland der Zwettler ist der C&C-Markt ordentlich in Bewegung geraten. Projekte in Gmünd, Krems, Ybbs oder Wien West seien in der Pipeline. „Wir sind gerüstet“, stellt Kastner klar. So liegen neue Pläne für das Herzstück – den C&C-Markt – in Zwettl auf dem Tisch. „Wir wollen diesen Standort in den nächsten zwei bis drei Jahren absiedeln und neu bauen.“ Die Lokomotive Zwettl soll dann noch mehr Umsatz aus der Region generieren. „Wir machen schon jetzt sieben Millionen Euro in der Abholung.“

H. Schneeweiß, V. Widl