Ölz-Geschäftsführerin Mag. Daniela Kapelari-Langebner

Ölz: Große Erweiterung in der Pipeline

Mega-Ausbau

  • Ölz sichert sich Grundstück in Dornbirn, Ausbaupläne werden bis 2021 realisiert
  • Marken-Umsätze steigen weiter an

Ölz fixiert seine expansiven Ausbaupläne. Das größte Bäckereiunternehmen Österreichs will bis 2021 einen Erweiterungs-Bau in Dornbirn realisieren. Konkret sind vorläufig zwei große Produktions-Linien geplant, die in einem mehrgeschossigem Gebäude Platz finden werden. „Wir haben uns rund 1,4 Hektar Grund sichern können. Eine wichtige Weichenstellung für unser Unternehmen“, so Ölz-Geschäftsführerin Mag. Daniela Kapelari-Langebner im REGAL-Gespräch. Konkrete Investitionssummen will die Geschäftsführerin noch nicht auf den Tisch legen, aber „es wird sicher die bisher größte Investition in der über 80-jährigen Unternehmensgeschichte werden.“

Weichenstellung für Zukunft. Der Ausbau ist für die Entwicklung von Ölz unumgänglich. „Wir haben in vielen dynamischen Produkt-Bereichen unsere Kapazitätsgrenzen erreicht.“ Stichwort: Toastbrote, Schulmaus oder Milchbrötle. „Unserer Produktion und Disposition wird aktuell extrem viel abverlangt. Die Warenverfügbarkeit täglich sicher zu stellen, ist oft eine wirkliche Herausforderung.“ Das soll 2021 ein Ende finden: „Wir sind somit für die kommenden Jahre perfekt aufgestellt und haben sogar Optionen für eine nochmalige Erweiterung der Produktionskapazitäten.“

Fokus auf Marke. Dabei will Ölz seinen Fokus auf die Marke weiter verstärken. „Wir halten unsere Marketing-Schlagzahl.“ Mit Erfolg. Laut einer meinungsraum.at-Umfrage kommen die Vorarlberger mittlerweile auf eine gestützte Bekanntheit von 95 Prozent. Spontan wird Ölz von 73 Prozent der Befragten genannt. Ebenfalls top: „Wir verfügen über eine Käuferreichweite laut GfK von 78 Prozent und gehören nach einer Brand Equity Studie zu einer Top-3 FMCG-Marke.

Ölz-Entwicklung Export. Zahlen, die sich auch beim Ölz-Marken-Umsatz bemerkbar machen. „Wir haben in diesem Bereich im Inland ein Plus von fünf bis sechs Prozent erreicht. Im Export verzeichnen wir zweistellige Zuwachsraten.“ Und das bei einem Auslandsgeschäftsanteil von 48 Prozent. In Deutschland erkämpften sich die Vorarlberger Spitzenpositionen in Bayern und Baden Württemberg. In der Schweiz performen die Vorarlberger bei Toast­brot stark. In Slowenien ist Ölz die klare Nummer eins Marke bei Toast- und Sandwichbrot. In Tschechien und der Slowakei sind Zöpfe, Nuss- und Mohnstrudel gefragt. Potenziale gibt es unter anderem in Ungarn. „Das zeigen die Ergebnisse bei Tesco.“
Frischedients. In Öster­reich bleibt der wichtigste Erfolgsfaktor der Frischdienst mit über 300 Mitarbeitern. „Wir arbeiten sehr intensiv mit dem Handel zusammen und können künftig unsere Performance noch weiter verbessern.“ Denn: Ölz wird digital und stellt das gesamte System auf IPads um. „Das ist ein Riesen-Meilenstein.“

Umsatz. Insgesamt zeigten sich die Umsätze zuletzt stabil bei 202,8 Millionen Euro. „Das hängt mit unseren Produktionskapazitäten zusammen.“

Zwei Geschäftsfelder. Dabei erwirtschaftet Ölz 50 Prozent seiner Umsätze mit Brot und Gebäck sowie 50 Prozent im Kuchen- und Feinback-Bereich. „In beiden Segmenten sind wir mit der Marke Ölz sehr dynamisch unterwegs.“ Konkret: Das Convenience-Brot geschnitten (Toast&Sandwich sowie SB-Brote geschnitten; LEH exkl. Hofer/Lidl) wachsen in den ersten 16 Kalenderwochen des Jahres 2018 ungebrochen. Insgesamt spielte das Segment über 35 Millionen Euro ein. „Wir konnten uns in diesen beiden Bereichen überproportional entwickeln und liegen mit über sechs Prozent im Plus.“
Eine Entwicklung, bei der Kapelari-Langebner ansetzen will. Die Ölz-Toasts wurden deshalb gerelauncht. „Wir verfügen jetzt auf einen wiederverschließbaren Beutel und können alle Sorten – bis auf den Ölz Butter Toast – als vegan ausloben.“ Einen Schub erwartet sich die Geschäftsführerin auch durch die Einführung des Italien Sandwichs. „Die neue Innovation setzt auf ein starkes Produktkonzept – Sandwich ohne Rinde – und präsentiert sich in einer auffälligen Verpackung.“

Burger-Trend. Der Burger-Trend wird mit den Artikeln Ölz Maxi Burger Brötle und Ölz Brioche Burger forciert. „Wir unterscheiden im Segment Brot- und Gebäck zwischen Toast&Sandwich sowie Schnittbrot. Beide Bereiche sind in etwa gleich groß. Die Burger-Schiene ist noch klein. Aber wir haben im letzten Jahr unseren Absatz um 80 Prozent ausbauen können.“ Die Trends? „Bei den Sandwichs geht es Richtung soft, beim Schnittbrot Richtung gesund. Da sind Dinkel und Eiweiß wichtige Themen.“

Dynamik gibt es auch bei den Kuchen- und Feinbackwaren. „Wir haben in dieser Warengruppe in den ersten vier Monaten wichtige Wachstumsimpulse gesetzt und eine Zuwachsrate von rund fünf Prozent entwickelt.“ Kapelari-Langebner: „Das Segment zählt weiter zu den Top-Warengruppen des LEHs.“ Dabei schraubt Ölz weiter an der Qualitäts-Schraube. „Wir haben zuletzt die Ölz Mini Butter Croissant auf Alpenbutter aus Österreich umgestellt: Ein weiterer Schritt natürliche, unverarbeitete Zutaten zu verarbeiten und damit ein konkreter Beitrag zur Nachhaltigkeit.“

Herbert Schneeweiß