Christian Schug, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Lidl Österreich

Lidl: Schärfung seines Sortiments

Lidl zündet Nachhaltigkeits-Turbo

  • Bio-Paletten werden ausgeweitet, zusätzlich Austro-Artikel eingelistet
  • Lidl will mehr E-Tankstellen aufschalten, derzeit: 33 Realisierungen

Lidl Österreich kündigt eine weitere Schärfung seines Sortiments an. „Wir werden mehr Bio-Artikel einlisten und auf noch mehr Produkte mit österreichischer Herkunft bauen. Dazu werden wir das Thema Tierwohl im Sortiment noch stärker besetzen“, erklärt Christian Schug, Vorsitzender der Geschäftsleitung von Lidl Österreich.

Nachhaltigkeit als Basis. Hintergrund ist der strikte Nachhaltigkeits-Kurs, den sich die Salzburger selbst auferlegt haben. „Wir wollen einfach immer besser werden. Als Unternehmen tragen wir Verantwortung – gegenüber der Gesellschaft, unseren Mitarbeitern und unserer Umwelt. Darum ist transparentes, nachhaltiges Wirtschaften ein selbstverständlicher Teil unserer Unternehmensstrategie.“

Sortiment. Die größte Hebelwirkung gibt es in unserem Sortiment. Gleichzeitig sind zufriedene Mitarbeiter, effiziente Gebäude und Technik sowie eine gute Zusammenarbeit mit unseren Partnern die langfristigen Erfolgsfaktoren für unser Geschäft.“ Die Entwicklung in diesen Key-Bereichen will Lidl Österreich alle zwei Jahre publizieren. „Die Veröffentlichung eines entsprechenden Berichts hilft uns dabei unsere Ziele nicht aus den Augen zu verlieren“, so Schug.

Geht es nach dem Vorsitzenden der Geschäftsleitung, dann ist Lidl auf Kurs. Beispiel Sortiment: „Wir haben hier den richtigen Weg eingeschlagen.“ So sind mittlerweile 352 Bio-Artikel eingelistet. Dazu gehören dem Portfolio der Salzburger mittlerweile 92 Artikel mit MSC-Siegel an, 87 dem Fairtrade-Repertoire sowie 261 Produkte aus dem UTZ-Certified Programm und 16 Produkte der Rainforest Alliance. „47,4 Prozent unseres Obst & Gemüses kommt aus Österreich. 46 Prozent unserer verkauften Artikeln stammen von Austro-Lieferanten.“

Der Eigenmarken-Anteil bei der Diskont-Kette beträgt 79 Prozent. „Wobei beispielsweise alle Produkte der Premium-Eigenmarke ‚Ein gutes Stück Heimat’ zu 100 Prozent bio und palmölfrei sind. Außerdem sind wir der erste Diskonter in Österreich mit AMA-zertifiziertem Putenfleisch im dauerhaften Sortiment.“ Darüber hinaus geht die Kooperation mit der „Genuss Region Österreich“ bereits ins vierte Jahr.

Neben dem Sortiment sind Gebäude und Technik wichtige Ansatzpunkte. Stichwort: Klima-Fußabdruck. „Bereits im zweiten Jahr konnten wir eine Reduktion der CO2-Emission pro Filiale erreichen.“ Ein Ergebnis von einem Maßnahmenpaket: So baut Lidl Österreich nach den Standards der Österreichischen Gesellschaft für Nachhaltige Immobilienwirtschaft (ÖGNI). Und: Heftet sich das Thema erneuerbare Energie an den Fahnen. „Bereits heute sind mehr als zehn Prozent unserer Filialen mit E-Tankstellen ausgestattet. 33 E-Einheiten sind aufgeschalten. Insgesamt haben wir mittlerweile über 5.000 m2 Photovoltaikfläche.“

Spenden. Ebenfalls auf der To-do-Liste: Partnerschaft mit sozialen Organisationen. „Das Österreichische Rote Kreuz haben wir 2016 und 2017 mit insgesamt 160.000 Euro unterstützt. Licht ins Dunkel erhielt 2016 eine Spende in Höhe von 120.000 Euro, 2017 haben wir sie auf 130.000 Euro angehoben. Darüber hinaus unterstützen wir auch viele kleinere Initiativen und Organisationen.“ So haben 97 Prozent der mittlerweile 230 Filialen Kooperationspartner zur Verhinderung von Lebensmittelverschwendung.

Mitarbeiter. Abgerundet werden die Maßnahmen durch eine Wertschätzung für die Mitarbeiter. „Die Auszeichnung zum ‚Great Place to work’ ist Bestätigung und Ansporn zugleich.“ Das macht sich an der Fluktuationsrate bemerkbar: Sie sank von 2016 auf 2017 von 22,4 auf 20,4 Prozent.