Christof Kastner, Chef des Großhandelshauses

2019 sollen die Umsätze auf 250 Millionen Euro klettern

GH Kastner zieht positive Bilanz

  • Sechs neue Nah&Frisch für 2019 geplant
  • 10 Märkte 2018 realisiert
  • Gruppen-Umsatz: Plus 3,4 Prozent

Satte 333 Millionen Euro will Kas­tner 2025 erwirtschaften. Ein sportliches Ziel, das sich die Zwettler in einem Fünf-Jahres-Plan gesteckt haben. Die erste Etappe ist bereits erreicht, so Christof Kastner im REGAL-Gespräch. „Wir haben heuer 225 Millionen Euro lukriert. Ein Plus von 3,4 Prozent.“ In den nächsten zwölf Monaten soll der Schub noch deutlicher ausfallen. „Wir werden insgesamt die 250-Millionen-Euro-Marke erreichen“, so der Chef des Großhandelshauses.

Wichtige Antriebsfeder dabei: Geko. „Die Übernahme ist mit 1.1.2019 vollzogen und wird sich deshalb erst in diesem Geschäftsjahr niederschlagen.“ Dabei kalkuliert Kastner mit 20 Geko-Umsatz-Millionen. „Zuletzt lag das Niveau bei 18 Millionen Euro.“

Ein Plus gibt es für Kastner bei der Nah&Frisch-Flotte. Zwar sanken die Erlöse im Einzelhandel (zusammengefasst mit myproduct.at) um 11,11 Prozent auf 11,14 Millionen Euro, habe aber mit Privatisierungen der Eigen-Flotte zu tun. „Wir haben zwei Märkte abgegeben, wodurch die Umsätze in diesem Punkt auch zurückgegangen sind.“ Die positiven Auswirkungen gibt es aber im Großhandel. „Hier sind wir mit 5,6 Prozent vorne.“

Die Nah&Frisch-Flotte ist mittlerweile bei 163 Geschäften angekommen. „Wir hatten eine Netto-Expansion von zehn Märkten“, so Geschäftsführer Andreas Blauensteiner. Zwölf Flächen kamen dazu, zwei gingen vom Netz. Dazu glückten den Zwettlern zehn Übergaben. „Darüber hinaus wurden 17 Ladenbauprojekte und 13 Regaloptimierungen realisiert.“ 2019 nimmt sich Kastner ein ähnliches Programm vor. „Wir gehen von 25 Umbau-Projekten aus und haben sechs neue Märkte eingetaktet.“ Während in Niederösterreich kleine Nahversorger-Standorte mit der Nafes ordentlich abgewickelt werden, gehen die Zwettler im Burgenland und der Steiermark in die Vorfinanzierung. „Das sind jährlich rund 500.000 Euro.“

Die beste Performance gibt es dabei bei Märkten bis zu 250 m2. „Größen zwischen 400 und 500 m2 könnten wir mit unseren aktuellen Sortimenten nur schwierig bespielen.“ Am Reißbrett brauchen dabei Geschäfte um die 80 m2 zumindest Umsätze von rund 500.000 Euro um wirtschaftlich agieren zu können, bei 250 m2-Flächen soll sich die Zahl bei rund einer Million Euro einpendeln. Ein Mustermarkt wird dabei in Rastenfeld (Niederöster­reich) in Stellung gebracht. „Hier können wir die Nahversorgung der Zukunft herzeigen.“

Neue Umsatzchancen ortet Blauensteiner durch die Aufschaltung von Bio-Sortimenten. „Wir haben eine Bio-Shop-in-Shop-System im Roll-Out. Auf vier Laufmetern werden dabei 350 bis 400 Produkte zusammengefasst, die es im LEH sonst nicht gibt.“ Der Start ist geglückt. Die Bio-Anteile sind bei den Piloten um 30 bis 40 Prozent nach oben geschossen. „Wir haben aktuell sechs Kaufleute, die das Sortiment integrierten. In den nächsten Monaten kommen noch zwei dazu. Wir gehen davon aus, dass wir das Sortiment bei 30 bis 35 Standorten implementieren können.“

Positiv bilanzieren zudem die Biogast. „Hier liefern wir mittlerweile bis Rumänien und sind auch Südtirol, Bayern, Tschechien, Slowakei und Slowenien unterwegs.“ Dabei werden 14.000 Bio-Produkte von 430 Lieferanten angeboten.

Investitonen. Insgesamt macht Kastner 2019 sechs Millionen Euro für die Flotte locker. „Es gibt zum Beispiel noch einen TK-Zubau im C&C-Markt Eisenstadt mit 100.000 Euro und eine Weiterentwicklung des Standorts Amstetten.“ Neue Abholmärkte? „Es ist nichts spruchreif“, so Kastner. Die AGM-Flotte werde „beobachtet“ und auch für den Standort Wien Nord Überlegungen angestellt. „Es ist die gesamte C&C-Armada bis auf Geko und Wien Nord modernisiert. In der Bundeshauptstadt beschäftigen wir uns mit Möglichkeiten den aktuellen Markt ebenfalls auf den neuesten Stand zu bringen und schauen uns auch Nachbargrundstücke zwecks Logistikzubau an.“

Großhandel. Insgesamt kletterte der Kastner-Großhandel von 82,92 Millionen auf 87,56 Millionen Euro hinauf. Das C&C-Geschäft sprang von 122,24 Millionen auf satte 126,33 Millionen Euro. Ein Plus von 3,34 Prozent. „Wobei wir nach wie vor auch eine schöne Steigerung – 2,09 Prozent – bei den Abholmärkten haben. Zustellung boomt: Hier sind wir mit 3,96 Prozent im Plus.“

Umsatz. Geko heißt auch das größte Investitionsziel der Niederösterreicher. „Alleine dort werden wir in zwei Tranchen in einem größeren zeitlichen Abstand rund fünf Millionen bereitstellen.“ Dabei werden die Niederösterreicher nach dem Lückenschluss der C&C-Linie auf bewährte Sortimente bauen. „Geko hat mit einem Anteil von 30 Prozent einen sehr hohen Getränke- und Spirituosenanteil. Das gilt es weiter zu entwickeln. Auch die Öffnungszeiten von 4 Uhr bis 15 Uhr bleiben bestehen.“

Herbert Schneeweiß, Gregor Schuhmayer