Foto: Lukas Schaller

Tirol: MPreis wird 45 und steuert auf 900 Millionen Euro Umsatz zu

Große MPreis-Offensive zum 45er

  • Heuer rund 30 neue Märkte
  • Neue Markenstrategie und Kunden­bindungs­maßnahmen

Seinen Ursprung hat der rote MPreis-Würfel in den 20er-Jahren. 1920 wurde das erste Therese-Mölk-Geschäft in Innsbruck aus der Taufe gehoben. Eine kleine, feine Greißlerei, die sich bis zum Jahr 1929 auf elf Filialen, eine Bäckerei und eine Molkerei ausdehnte. 1974 dann die Zäsur. Aus den ursprünglichen Geschäften wurden MPreis-Märkte. Heute feiert das Mölk-Imperium 45 Jahre Bestehen. An der Spitze sitzen seit Mai 2016 David Mölk MBA, Mag. Peter Paul Mölk und Mag. Sebas­tian Mölk MSc. Die vierte Generation des Familienunternehmens. Geschäftsführer der Tochtergesellschaft MPreis Italia ist Mag. Jakob Mölk.

Umsatz. Der Umsatz im Geschäftsjahr 2017 betrug 877 Millionen Euro. Heuer werden die Tiroler die 900-Millionen-Euro-Grenze knacken. Der Marktanteil am LEH lag 2017, laut RegioData, bei 3,7 Prozent. Eine weitere wichtige Vertriebslinie ist „Baguette“. 1989 öffnete die erste Baguette-Filiale ihre Türen. Heute gibt es 183 Baguette-Bistros.

Expansion. 1998 zählte MPreis noch 100 Märkte. Heute sind es, exklusive Baguette und Blumenshop, 283 Standorte, 212 davon liegen in Tirol. Zug um Zug streckte das Unternehmen seine Fühler auch in andere (Bundes-)Länder aus. „Wir werden auch 2019 weiter expandieren“, heißt es vom Unternehmen. Rund 30 neue Geschäfte stehen auf der Agenda. Neben Südtirol und Tirol werden auch weiter in den umliegenden Bundesländern Geschäfte eröffnet. Alleine in Kärnten sollen sechs neue Projekte kommen, wie REGAL erfuhr. Die Standorte-Anzahl im Bundesland Salzburg soll ebenfalls stark ausgebaut werden. Auch in Vorarlberg, wo MPreis bereits mit drei Standorten (Mittelberg, Gaschurn, Riezlern) vertreten ist, wird nachgezogen. Gebaut wird etwa in St. Gallenkirch und Hohenems. Die Nahversorgung kleinerer Orte stehe genauso am Plan wie Gastronomie-Angebote. Dabei kommen bewährte Formate wie MPreis, T&G und MiniM zum Zug.

Strategie und Invest. Strategisch will sich MPreis auf Preis- und Sortimentsgestaltung sowie Vertrieb und Marketing der Eigenproduktion fokussieren. Aufgebaut werden soll eine Markenstrategie für MPreis und Baguette sowie ein Kundenbindungsprogramm. LEH und Gastronomie sollen weiterhin als Umsatz-Zugpferde fungieren. Aktuell wird an einem Projekt zur Wasserstoff-Aufbereitung ­gearbeitet. Die Inbetriebnahme ist für das dritte Quartal 2019 angekündigt.

Sortiment. „Wir lieben es, im Spannungsfeld zwischen Tradition und Innovation unser eigenes Sortiment immer wieder herauszufordern und architektonisch neue Wege zu gehen“, heißt es von Unternehmensseite. So soll im Jahr 2019 die Bedeutung in der Alpenregion gestärkt werden. Dazu dreht MPreis auch kräftig am Preisniveau und startete im Jänner mit dem neuen Format „MDays“ durch. Angeboten wurden ausgewählte Markenartikel um einen Euro oder 50 Cent.

T&G mit Kühlschrank und Backstation. In seinen T&G-Filialen hat das Unternehmen das Sortiment aufgestockt. Seit Ende 2018 bietet die MPreis-Tochter auch frisches Brot und Gebäck mittels Backstationen an. Auch mit an Bord ist ein Cool Corner, ein begehbarer Riesen-Kühlschrank. „Beides wird sehr gut angenommen“, heißt es von MPreis gegenüber REGAL. 19 der 29 T&G-Filialen befinden sich in Tirol, eine in Osttirol, sechs in Kärnten und drei in Salzburg. Die letzten Eröffnungen fanden in Hopfgarten und Landeck, außerdem Klagenfurt, Kufstein und Altenmarkt statt.

Neues Frühstücksservice in Osttirol. Kürzlich ließ MPreis außerdem mit einer neuen Offensive für Touristen aufhorchen. Als exklusiver Partner wurde das Frühstücks-Projekt „A Guats Tiroler Frühstück“ mit dem Privatvermieter-Verband gestartet. Der Lebensmittelhändler schnürt Warenkörbe mit wahlweise 30 oder 40 Euro. Diese können Gäste bei der Buchung dazubestellen. Die Vermieter holen die Produkte bei ihrer nächsten MPreis-Filiale ab und füllen die Kühlschränke damit. Es sind ausschließlich Tiroler Lebensmittel enthalten. „Damit wollen wir uns weiter von Diskontangeboten abheben“, sagt Erwin Presslaber, Regionalleiter MPreis. Sollte der Testlauf in Osttirol positiv verlaufen, ist eine tirolweite Umsetzung in der Sommersaison 2019 geplant.

Verena Widl