Interspar Neuauftritt in Amstetten

Interspar eröffnet in Amstetten

Die Interspar-Expansion geht in Riesenschritten voran. Der einjährige Umbau in Amstetten ist abgeschlossen. Der Invest betrug 21,5 Millionen Euro. Und 2020 wird das Jahr der Eröffnungen bei Interspar.

Groß-Eröffnung von Interspar in Am­stetten. Ab 2020 startet zudem eine Welle an Neueröffnungen. Inter­spar modernisiert in Alt Erlaa (Wien), in Bregenz (Vorarlberg), Braunau (OÖ), in der Plus-City (OÖ) und Nußdorf-­Debant (Lienz/Osttirol). „Die Plus-City wurde von 4.500 m2 auf 3.500 m2 verkleinert, der Lebensmittelbereich wird ausgebaut, aber Non Food war viel zu groß“, erklärt Interspar-­Geschäftsführer Mag. Markus Kaser gegenüber REGAL.

Neubauten sind in Wien in der Breitenfurter Straße (2020) und in Perg (OÖ) geplant. „Die Eröffnung in Perg findet 2021 statt.“ Und auch für die Schottengasse in der Wiener Innenstadt ist eine Eröffnung möglich: „2020 soll der umstrittene Standort eröffnet werden.“

Über 21,5 Millionen Euro wurden in den Mega-Umbau im Mostviertel gesteckt. Der 3.500 m2 Hypermarkt erstrahlt nach einer einjährigen Umbauphase im neuen Glanz. Seit 1995 profiliert sich Interspar am Standort Amstetten als Vollversorger in zentraler Lage. Die Verkehrsanbindung für die über 23.500 Einwohner wurde im Zuge der Renovierungen mitumgebaut. „Der neue Kreisverkehr bietet eine super Anbindung an den Standort.“ Die Fläche vis-à-vis des Hypermarktes ist momentan noch im Eigentum der ÖBB, soll aber in den nächsten Jahren bebaut werden. „Auf der gegenüberliegenden Seite des Interspar-Marktes soll ein neuer Stadtteil entstehen“, bestätigt Ursula Puchebner, Bürgermeisterin der Gemeinde Amstetten. 45.000 Quadratmeter sind noch zu verwerten, es wird aber nicht auf Handel ausgelegt sein, so Puchebner.

In zwei Bauphasen entstand der neue Vollversorger. „Nur einen Tag hatten wir geschlossen“, so Kaser stolz. Ein Großteil des Mega-Invests wurde in die neue Tiefgarage gesteckt. 120 Parkplätze unterirdisch und 121 im Freien stehen nun den Kunden zur Verfügung. „Mit 2,70 m Breite sind unsere Parkplätze auf Komfort ausgerichtet.“

50.000 Artikel. Interspar bietet auf 3.500 Quadratmetern Fläche rund 50.000 Produkte. 370 lokale Produkte führt der Interspar Geschäftsleiter Michael Kilian in seinem Sortiment. 22 Produzenten aus Amstetten beliefern den Hypermarkt. „Wir sind aber weiterhin offen für zusätzliche Produkte“, ergänzt Kaser. Auch das vegane und vegetarische Sortiment kann sich mit 400 Artikeln sehen lassen. Doch der Schwerpunkt liegt auf der Frische. „In der Feinschmecker-Abteilung kann sich der Kunde Käseecken, Schnitzel oder einzelne Brotscheiben grammgenau aufschneiden lassen.“ Convenience und Bedienung stechen in der Frische-Abteilung heraus: Fleisch, Wurst und Käse abgepackt und ready-to-go sowie fertiges Sushi zum Mitnehmen und abgepackte Salate.

Frischfisch. Neben Käse- und Wurst setzt Interspar Amstetten auch auf Frischfisch in Bedienung. 50 verschiedene Sorten Fisch und Meerestiere werden angeboten. „Nach italienischem Vorbild präsentieren wir unsere Fischsorten.“ Dem Trend nach weniger Plastik wird Interspar auch gerecht: „Kunden können ihr eignes Geschirr mitbringen.“ Wie ein roter Faden zieht sich der Anti-Plastik-Trend auch in der Obst- und Gemüse-Abteilung durch: Papiersackerl, recyclebare Plastiksackerl und viel weniger verpacktes Gemüse. „Durch das Weglassen von Plastik wird auch das Produkt günstiger.“

Technische Neuerungen. Große Neuheiten fallen im neuen Interspar nicht auf. „Wir entwickeln uns von Standort zu Standort weiter, zum Beispiel bei der Klima- und Lüftungstechnik.“ Was für den Kunden unsichtbar bleibt, ist für Kaser eine Nennung wert: „In fünf bis zehn Jahren werden wir weniger Verschleiß haben, da wir hochmoderne Lüftungsanlagen eingebaut haben.“ Auch die Scheiben der Fassade wurden optimiert. Die Kühltechnik mit Wärmerückgewinnung wurde nach neuesten Standards entworfen. „15 bis 25 Prozent Energie können wir dadurch einsparen.“ Photovoltaik hingegen rentiert sich, so die Bürgermeisterin, in Amstetten nicht.

Ladenbau. Die Interspar Warenwelten starten am Eingang mit einer gut sortierten Kosmetikabteilung. „Das Sortiment wurde überarbeitet und neu geschlichtet“, erklärt Kaser während eines Rundgangs im Hypermarkt. Beispiel: die Männerwelt. Für das männliche Geschlecht wurde das Sortiment verdreifacht und alle Produkte in einer Regal-Reihe zusammengefasst. „Männer kaufen anders ein. Sie suchen Deo nicht in der Deodorant-Abteilung, sondern in der Nähe des Männer Duschgels und Shampoos.“ Ein wachsendes Sortiment in Amstetten ist, laut Kaser, die Naturkosmetik. „Im gesamten Kosmetiksegment sind wir vergleichbar mit einem kleinen Drogeriemarkt.“

Die Haushaltswaren, Heimtextilien und Spielwaren wurden neben dem Eingang angeordnet. „Wir haben gleichauf mit Müller das größte Spielwarensortiment.“ Vor zehn Jahren wurde das Sortiment in diesen Warengruppen entschlackt – überhaupt die Textil-Abteilung wurde verkleinert. „Seit sieben Jahren erfahren wir eine gute Entwicklung im Non Food Sortiment.“

Urban Drinks. Ein Riesentrend, der auch schon länger andauert, ist das gekühlte Getränkesegment. Mit im Markt unterschiedlich platzierten Kühlwänden bietet Interspar ­Ciders, urban Drinks, frische Fruchtsäfte, 6er-Träger-Bier und Softdrinks an.

Neun Bedienungskassen stehen dem Interspar-Kunden zur Verfügung. „Auf Self-­Checkout verzichten wir. Die Kassiererin ist sowieso schneller als ein Kunde.“ Und auch ESL, also die elektronische Preisbeschilderung, hat im Interspar keinen Platz gefunden – „das ist unfassbar teuer, nicht gut lesbar und wir würden erhöhte Strom- oder Batterie­kosten haben.“

Architektur. Anziehungspunkt von außen ist mit Sicherheit das geschwungene Dach am modernen Interspar-Gebäude. „Das bis auf zehn Meter aufgebogene Dach, mit einer Untersicht aus 4.000 Edelstahlkugeln, lädt als markanter Anziehungspunkt zum Shopping-Erlebnis ein“, erklärt DI Thomas Schwerd, geschäftsführender Architekt vom Architekturbüro Hochform. Unter dem Giebel befindet sich die neue Interspar-Restaurant-Terrasse. Das Restaurant, mit Selbstbedienungskonzept, bietet 150 Sitzplätze. „Es ist wie sehr vieles hier im Markt, auf Convenience ausgelegt.“ Ein neues Gastro-Konzept der Interspar Restaurants soll demnächst in Bregenz oder Alt Erlaa eröffnet werden.

20 neue Arbeitsplätze. Die Interspar-Mannschaft besteht aus 130 Mitarbeitern. „Für die Gastronomie sowie für den Handel suchen wir noch zehn Mitarbeiter“, sagt Kaser bei der Eröffnung. Neben der Tiefgarage sind die Rezeption und das Tabakfachgeschäft Brandstätter neue Highlights in Amstetten. „Die Rezeption ist Anlaufstelle für Information, Verkaufsstelle sowie Dreh- und Angelpunkt für die Shopping-Services.“ Der Interspar Online-Service wird, laut Kaser, sehr gut angenommen: 900 Bestellungen oder Reservierungen in den ersten Tagen. „Kunden können Online-Artikel reservieren und an der Rezeption abholen. Acht von zehn Konsumenten holen das Produkt dann auch wirklich ab. Das ist für uns in Ordnung.“

Abholboxen. Der Online-Service von Interspar boomt, doch die Abholboxen will Kaser nicht ausweiten. Drei Millionen Kunden erreicht der Geschäftsführer aktuell mit den Abholbox-Stationen. „Die Boxen werden aus dem Donauzentrum zugestellt.“ Bis nach Amstetten reicht der Lieferdienst nicht. „Der Radius wird auch nicht ausgebaut.“

Anna Lena Wagner