Felix Fröhner, Geschäftsführer iglo Österreich im Gespräch

Neues bei Iglo

  • Zwei Drittel des Wachstums über Innovationen
  • 2020 starke Werbepower geplant

REGAL: Laut Rewe bekommen die Markt­leiter mehr Kompetenzen. Eine Chance auch für TK?
Fröhner: Wir denken, die Rewe kennt Ihre Märkte und Chancen am besten. Wir bei iglo glauben, dass für unser Team ein Empowerment der Mitarbeiter immer richtig ist und ein Grund für unser Wachstum von 15 Prozent über die letzten drei Jahre sind.

Wie stark wächst iglo aktuell?
iglo ist mit einem Wachstum von über fünf Prozent (durch sechs Prozent Regalumsatz) einer der Haupttreiber für das starke Marktwachstum der Kategorie TK von vier Prozent YTD. Insgesamt wächst diese profitable Kategorie deutlich schneller als der totale FMCG/ Food Markt, der bei einem Wachstum zwischen zwei und drei Prozent liegt. Unser Ziel ist, dieses überproportionale Wachstum für den Markt und damit unsere Kunden weiter fortzusetzen (Quelle: Nielsen KW36/ 2019, LEH inkl. Disk).

Wie entwickeln sich die Innovationen?
Unsere Neuheiten und Verbesserungen 2019 entwickeln sich sehr gut und sind für ca zwei Drittel des Wachstums verantwortlich. Renner sind bei Gemüse die Ideenküche und die Wiederverschließbarkeit der Standbeutel. Bei Paniertem Fisch zieht die Backofentauglichkeit. Diese lässt iglo in der Base mit über 14 Prozent wachsen. Im Segment Panierter Fisch ist iglo mit drei Prozent Plus die einzige wachsende Marke. Bei den noch knusprigeren iglo Fischstäbchen haben wir selbst nach Preiserhöhung ein sechs prozentiges Wachstum in der Baseline.

Und bei Gemüse?
iglo Gemüse verzeichnet trotz Eigenmarkendruck eine sehr positive Entwicklung in der Baseline. Naturgemüse liefert mit plus 4,6 Prozent einen schönen Wachstumsbeitrag, insbesondere die wiederverschließbaren Packungen erhöhen die Rotation der bestehenden Produkte signifikant. Gemüsemischungen haben das Segment Röstgemüse deutlich belebt, iglo wächst YTD per KW 36 mit zwölf Prozent, der Markt 3,4 Prozent und der iglo Marktanteil klettert auf über 60 Prozent. Auch die Laibchen sind ein voller Erfolg: plus 13 Prozent für iglo Gemüsefertiggerichte. Die Ideenküche Süßkartoffellaibchen sind innerhalb der bestehenden Range bereits die Nr. 2 hinter dem Klassiker Karfiol-Käse Laibchen. Auch bei Spinat verzeichnen wir trotz Distributionsverlusten ein Wachstum von 6,3 Prozent, getrieben durch eine stärkere Kommunikationsleistung und Verlängerung des Bewerbungszeitraumes.

Gab es auch ein Wachstum bei Mehlspeisen?
iglo ist die einzige Marke, die bei Sweat Meals wächst, 11,6 Prozent iglo vs. 4,1 Prozent Kategorie. Damit haben wir in Periode 9 2019 die Eigenmarken im Share im YTD überholt, iglo ist in diesem Segment wieder Marktführer. Sicherlich war für den Konsumenten die größere Aktionsgruppe attraktiv, die somit zu einer guten Entwicklung geführt hat, der Konsument hat dies honoriert.

Zufrieden mit den Listungen?
Bei aktuellen Listungen spüren wir einen starken Fokus auf Eigenmarken und spannende Innovationen aus unserem Hause erhalten manchmal geringe breite Unterstützung.

Wo sehen Sie die größten Probleme im Handel für mehr Umsatz bei TK?
Seit 2016 ist es uns gelungen, die Kategorie TKK deutlich zum Wachsen zu bringen. Wachstum des Marktes und die Verbesserung der SKU-Effizienz sind uns auch weiterhin ein Anliegen. Unsere SKU Effizienz ist dieses Jahr um zehn Prozent gewachsen, bei Eigenmarken hat sie hingegen um fünf Prozent abgenommen. Im Rahmen eines fairen Miteinanders erwarten wir, dass für alle Marktteilnehmer die gleichen Ansprüche an Wachstum und Effizienz angelegt werden.

Mehr Fläche, mehr TK Umsatz?
Wir wissen aus einer aktuellen Studie zum Thema, dass die TK grundsätzlich Potential hätte, stünde mehr Platz zur Verfügung. Dieses Thema hat derzeit noch kein Handelspartner sichtbar auf der Agenda, aber die Vorteile der TK sprechen dafür, neue Trends zB vermehrt über TK anzubieten, da wir längeres Shelf Life bieten als gekühlte Frische oder gar Ultrafrische, und somit deutlich weniger Abschriften und damit verbunden auch geringere Lebensmittelverschwendung aufweisen können. Tiefkühl bringt dem Handel Spanne. TK bietet eine um zehn Prozentpunkte höhere und damit profitablere Spanne als andere Kategorien.

Wo sehen Sie für iglo die größten Wachstumsfelder?
Wir sehen, dass es einen Trend hin zu gesunder und bewusster Ernährung gibt. Dadurch profitieren vor allem unsere Segmente Fisch und Gemüse – und die machen ca. 70 Prozent unseres Gesamtsortiments aus. iglo ist die führende Marke im Tiefkühlbereich in Österreich mit einem Marktanteil von rund 33,5 Prozent (Quelle: Nielsen 2018, LH inkl. Dis.), das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Sehr dynamisch sind wir bei Fischstäbchen und paniertem Fisch unterwegs. Die Kampagne „Iss was Gscheit’s“ hat auch die Segmente Mahlzeiten und Erdäpfel wachsen lassen. Luft nach oben gibt es natürlich auch, insbesondere bei Gemüse und Fisch. Hier ist es uns ein Anliegen, Wachstum vor allem durch schmackhafte Produkte zu ermöglichen.

Wie sehen Sie den Trend hin zu vegetarischer oder veganer Ernährung?
Dieser ist in der traditionell fleischlastigen Küche der Österreicher eher langsam auf dem Vormarsch, wie Studien zeigen. Je nach Studie bewegen wir uns hier zwischen vier Prozent Vegetariern und zwei Prozent Veganern (RollAMA 2019), andere Studien weisen sechs bis neun Prozent Vegetarier aus. Was aber stark im Kommen ist, sind Flexitarier, die auf weniger Fleisch und dafür hohe Qualität achten. Wir können neue spannende Entwicklungen in diesem Bereich bieten – etwa die iglo Ideenküche. Seit Anfang Oktober 2019 ist hier die nächste Innovation im Regal, der iglo Ideenküche Bunter Karfiolreis.

2020 wird wieder ein starkes iglo Jahr?
Um das Marktwachstum und unser Wachstum zu unterstützen, sind Innovationen, Renovationen und die richtige Kommunikation wichtig. Wir haben in den letzten drei Jahren unsere Mediakontakte um 50 Prozent erhöht, auch indem wir mehr Digital nutzen. Für 2020 haben wir weiterhin eine starke Unterstützung geplant. In naher Zukunft wird uns das Thema Image der TKK noch stärker beschäftigen, da wir uns dadurch ein besseres Verständnis der Konsumenten für TK und weiteres Wachstum erwarten. Wir denken hier auch über eine Kommunikationskampagne nach.

Robert Falkinger