Bsteh: „Früher dachten wir in Kategorien, künftig bauen wir Innovationen für neue Konsumanlässe.“

Daniel Bsteh, Neo-Managing Director Österreich bei Mondelez International im Gespräch mit REGAL über die neue Strategie

Neue Strategie bei Mondelez

  • Ausbau für Standort Bludenz
  • Milka, TUC, Oreo im Fokus

Die neue Strategie von Mondelez fokussiert klar auf Snacking und neue Verwendungsanlässe. Die Vision: „Früher dachten wir in Kategorien. Künftig wollen wir den richtigen Snack, für den richtigen Moment, auf die richtige Art und Weise gemacht, unseren Konsumenten anbieten“, so Daniel Bsteh, seit 19 Jahren im Konzern und seit 2018 Managing Director Österreich bei Mondelez International. Das Keksgeschäft rollt. Im europäischen Kompetenzzentrum für Großtafeln am Standort Bludenz/Vorarlberg fährt Mondelez die Kapazitäten weiter hinauf.

Regal: Herr Bsteh, was waren 2018 die Wachstumsbringer?
Bsteh: Insgesamt verzeichneten wir letztes Jahr im Kerngeschäft eine stabile Entwicklung. Wir waren insbesondere mit unserem Kekssortiment sehr zufrieden. Speziell TUC konnte wieder einmal zeigen welches Wachstumspotential möglich ist. Auch unsere Innovationen, die wir letztes Jahr gelauncht haben, wie etwa Milka Oreo Sandwich oder die Milka Erdnuss Crisp, haben sich gut entwickelt. Der überdurchschnittlich heiße Sommer in 2018 hat u.a. eine Herausforderung für das Segment Tafelschokolade dargestellt.

Wie sieht die aktuelle Innovationsstrategie aus?
Mondelez fokussiert mit einer neuen Strategie auf ein ganzheitliches Verständnis von Snacking und zielt auf neue Verwendungsanlässe und Konsumentenbedürfnisse ab. Früher dachten wir in Kategorien, künftig bauen wir Innovationen für neue Konsumanlässe und -bedürfnisse, und wollen verstärkt auch jüngere Zielgruppen ansprechen. Wir denken heute sehr viel breiter als nur in Schokolade. Die Vision: Wir wollen den richtigen Snack, für den richtigen Moment, auf die richtige Art und Weise gemacht, unseren Konsumenten anbieten.

Wie setzen Sie das konkret in Österreich um?
Aus diesem Grund starten wir heuer in Österreich mit den Keksneuheiten TUC Baked Bites Cheese & Onion und TUC Baked Bites Salted, der Verwendungsanlass ist hier beispielsweise der TV Abend. Wir werden diese Innovation ab März mit TV auch werblich kräftig unterstützen. In Deutschland ist das Produkt bereits seit 2018 erfolgreich am Markt. Mit dem neuen Milka Soft Moo Keks öffnen wir das Tor zu Anlässen wie Schuljause oder Kuchen zum Kaffee. Ebenso die neuen Oreo Golden, die speziell auf den Geschmack der Österreicher abgestimmt sind. Zudem starten wir im 3. Quartal unter Milka mit einzeln verpackten Pralinen sowie einer völlig neuen Großtafelsorte. Für den Sommer haben wir zwei neue Limited Editions für Großtafeln: Die beiden Varianten Schoko&Waffel sowie Joghurt Crisp werden übrigens in Bludenz produziert.

Die Salzburg Schokolade fertigt in Grödig die „Echte Salzburger Mozartkugel“ von Mirabell exklusiv für Mondelez. Kommt hier auch was Neues?
Unsere lokale Marke Mirabell werden wir zukünftig saisonal gestalten um dem Konsumentenbedürfnis nach hochwertigen uns stimmigen Geschenken Rechnung zu tragen.

Im REGAL 12 adressierte Spar-Chef Dr. Gerhard Drexel eine Innovationskritik an die Industrie.
Die Innovationsquote bei uns im Konzern liegt konstant zwischen 10 bis 15%. Mit unseren Aktivitäten in Österreich zählt 2019 wieder zu den stärksten Innovationsjahren. Hinter den neuen Produkten stehen oft auch neue Technologien, wie beispielsweise bei der Milka Oreo Sandwich Tafel, die wir im vergangenen Jahr auf den Markt gebracht haben. Hier setzen Roboterarme die Kekse in die Schokoladenform. Allein bei Milka Schokolade haben wir fast 20 Standardsorten im Programm, um den Konsumenten die Abwechslung zu bieten, die er verlangt. Auch mit der Milka Schokohaus-Promotion, die wir digital und direkt im Handel ausgespielt haben, zeigen wir innovative Wege auf. Die Promotion setzen wir heuer fort.

Auf welchen Marken liegen heuer die Schwerpunkte?
Milka bleibt unser Zugpferd. Die Marke ist die stärkste Süßwarenmarke Österreichs. Neben Milka stehen heuer besonders TUC und Oreo im Markenfokus.

Die aktuellen Süßwaren Trends?
Dunkle Schokolade ist weiter stark im Trend. Mit unserer lokalen Marke Suchard möchten wir diesen Trend weiterhin abdecken. Ein weiterer Trend ist portionierbare Schokolade. Ernährung und bewusster Konsum spielen bei Süßwaren ebenfalls eine größere Rolle als früher.

Wird Bludenz ausgebaut?
Wir investieren kontinuierlich. 2018 verzeichneten wir Rekord-Kapazitäten. Wir fahren die Kapazitäten heuer weiter hinauf. Der Betrieb ist für 2018/2019 wieder zum familienfreundlichen Betrieb ausgezeichnet worden und ist stark in der Region Vorarlberg verankert. 2018 produzierte das Werk mit seinen rund 300 Mitarbeitern unter anderem auch Großtafeln für den U.S. Markt, rund ein Viertel ist für den DACH-Raum bestimmt.

Wie läuft das Lizenzgeschäft mit Froneri? Sie sind ja dort mit Milka, Oreo, Daim, Toblerone markenkräftig vertreten.
Das hilft unseren Marken eine größere Sichtbarkeit am POS zu bekommen und möglichst viele Kontaktpunkte mit dem Konsumenten zu erreichen. Das Lizenzgeschäft zielt zusätzlich auf die vorhin erwähnte strategische Ausrichtung in Bezug auf Konsumentenbedürfnisse ab.

Danke für das Gespräch.

Robert Falkinger