Ronnie und Roger Seunig erzielten 6,5 Prozent mehr Umsatz und bauen die Excalibur-City weiter aus

25 Jahre Excalibur: Seunigs Erfolg

  • Boom am Sonntag
  • Neue Hotels geplant
  • 3,5 Millionen Euro Invest

Die Excalibur-City an der Grenze zwischen Österreich und Tschechien wird wieder einmal kräftig ausgebaut. Diesmal ziehen die beiden Seunigs, Vater Ronnie und Sohn Roger, ein ganz besonderes As aus dem Ärmel. Zwei neue Hotels sind im Entstehen. Diese sollen das Shopping-Center sowie die vielen Restaurants im Grenz-Streifen zwischen Hollabrunn und Znaim weiter ankurbeln. 3,5 Millionen Euro werden 2018/19 am Standort investiert, gibt Roger Seunig gegenüber „Regal“ bekannt.
25 Jahre ist es nun her, als Ronnie Seunig die Idee hatte, im einstigen so genannten „Niemandsland“ zwischen den Grenzstationen, ein Shopping-Eldorado zu eröffnen. Als König des Grenzhandels wird Seunig heute oft bezeichnet. Duty-Free-Shops und der Handel mit Zigaretten und Alkohol waren der Anfang.

Sonntag. Heute profitiert das Shopping-Eldorado vor allem von der Sonntags-Öffnung. Denn das Center liegt auf tschechischem Territorium. Das Verhältnis Samstag zu Sonntag beträgt 45 zu 55 Prozent. Und auch das letzte Jahr lief mit einem Umsatz-Plus von 6,5 Prozent sehr gut, erfuhr „REGAL“.
Heute gibt es am Standort ein Shopping Center, Restaurants, Casinos, verschiedene Dienstleistungen und eine Merlin‘s Kinderwelt. Die gesamte Fläche beträgt insgesamt 249.000 m2, davon 52.000 m2 Verkaufsfläche. Pro Tag kommen zwischen 7.000 und 10.000 Besucher. 4,5 Millionen Kunden sind es pro Jahr.

50.000 Mitglieder sind im Merlin‘s Club. Es gibt vier Casinos, 271 Geschäfte, 3.100 kostenlose Parkplätze, 14 Restaurants, eine Tankstelle, der Asia Bazar und ein Tier-Center. Rund 2.000 Mitarbeiter sind beschäftigt. Der gleichnamige Flughafen für Sportflieger ist auf dem Areal. Flaggschiff des Imperiums ist ein Free-Shop, der in der Burg untergebracht ist.

Flugzeug. Doch der ursprünglich aus dem Waldviertel stammende Ronnie Seunig hatte immer wieder auch ganz spezielle Ideen. Im Jahr 1998 wurde eine Ilyushin Il-62, ein ausrangiertes Flugzeug der tschechischen Regierung, hierher transportiert; es ist der einzige „konservierte“ Typ Il-62 weit und breit.

Gute Mitarbeiter zu finden ist auch in Südmähren schwer, aber nicht unmöglich. Die Excalibur City hat viele feste Mitarbeiter, die von Anfang an dabei sind. Der Gastro-Anteil beträgt etwa 40 Prozent. Die Excalibur City nutzt im Marketing alle Werbeträger, macht Cross-Media und Direct-Marketing für Schulen, Hotels und andere B2B-Kommunikation, betont Marketingleiterin Mag. Blanka Zahradniková-Kašparová.

Falco. Und ja, Ronnie Seunig war mit Falco befreundet, der Silvester 1997 in der Excalibur City seinen letzten Live-Auftritt hatte.

Supermarkt. Beliebtes Ziel der Österreicher ist auch ein Supermarkt, der „3 Kronen Markt“. Dort verblüffen Billig-Preise. Seunig hatte seinerzeit schon einen Vertrag mit Julius Meinl fertig am Tisch liegen. Doch er überlegte es sich anders. Er machte den Supermarkt selbst, um auch die Preis-Gestaltung in eigenen Händen zu haben. Im örtlichen „3 Kronen Markt“ kaufen 85 Prozent Österreicher, am Wochenende geht es besonders gut. Auch dm ist ein Zugpferd.

Neue Pläne. 2018 folgte dann der bislang letzte Paukenschlag der Seunigs. Eine weitere Attraktion, ein Museum, das Terra Technica, eines der weltgrößten Jukebox- und Flipperautomaten-Museen mit etwa 700 Jukeboxen und 250 Flippern auf 8.500 Quadratmetern. Das älteste Stück stammt aus 1890. Um dort die Frequenz anzukurbeln, soll schon im Sommer ein Jukebox Motel mit über 70 Betten (36 Zimmer) eröffnet werden.
Und 2020 will der tüchtige Roger Seunig ein Kinderhotel errichten und das Einkaufszentrum erweitern. Das Zentrum bietet außerdem seinen eigenen Energy-Drink mit dem Namen und dem Logo von Excalibur. Wie könnte es anders sein.

Aneta Zeunerova