Mautner Markhof-GF Jürgen Brettschneider im REGAL-Gespräch über Pläne zu mehr Wachstum

Mautner hält den Standort hoch

Mautner Markhof punktet mit Tradition, Beständigkeit und Qualität. 2018 fuhr das zur Develey-Gruppe gehörende Unternehmen ein Umsatzplus von vier Prozent auf 52 Millionen Euro ein. Der Wachstumsturbo zündete im Export.

Der Mautner Apfel-Essig ist mit zweistelligen Zuwächsen international hoch gefragt. Mautner Markhof GF Jürgen Brettschneiders Wachstumspläne: Export, Gastronomie, Innovationen, Vertriebsmarken. In den Standort Simmering fließen in den nächsten drei Jahren rund acht Millionen Euro für einen Zubau und Modernisierungen.

Regal: Herr Brettschneider, wie lief es 2018?
Brettschneider: Der Umsatz erhöhte sich 2018 um vier Prozent auf 52 Millionen Euro. Eine tragende Wachstumssäule war der Export, wo wir hoch einstellig zulegen konnten. Der Anteil liegt derzeit bei 20%. Die 0% Zucker Sirupe kletterten ebenfalls und präsentieren sich als nachhaltig erfolgreiches Konzept. Auch für unsere Vertriebsmarken war es ein erfolgreiches Jahr. So betrug das Wachstum der Vertriebsmarke Gatorade in Österreich letztes Jahr 11%. Tabasco profitiert insbesondere von der Sortenvielfalt. Auch die Develey Saucen wuchsen. Mit Develey haben wir eine echte Kompetenzmarke bei den Saucen.

Pläne für mehr Wachstum?
Neben dem Exportgeschäft und unseren Produktinnovationen sind unsere Vertriebsmarken sowie die Gastronomie als künftige Wachstumsfelder definiert. Im Ausland sehe ich noch Potenzial für unsere Sirupe. In der Gastronomie können wir u.a. unsere Vertriebsmarke Tabasco weiter ausbauen. Wir setzen dort mit den Themen Grillen, Saucen und Salate stark auf den Sommertourismus. Insgesamt liegt der Anteil des Foodservice-Segmentes am österreichischen Umsatz bei 25%.

Wird der Standort Wien ausgebaut?
Wir haben einen 3-Jahresplan, der insgesamt eine Investitionssumme von rund acht Millionen Euro vorsieht. Heuer beginnen wir mit einem Zubau, dann folgen Technik/Modernisierungen. Damit setzen wir ein starkes Bekenntnis zum Standort Wien-Simmering.

Ihre Kernbereiche Senf und Essig sind nicht gerade innovationsfreudige Kategorien.
Bei Estragon Senf und Essig sind wir Marktführer. Wir versuchen Trends zu setzen, haben aktuell einen Ajvar Senf zur Ergänzung im Sortiment. Dieser wird aber nicht den gesamten Senfmarkt drehen. Das Thema Innovation fassen wir weiter und hört für uns nicht direkt am Produkt auf. Wir investieren viel in Technologie. Auch Nachhaltigkeit, Verpackungsinnovationen und neue Vertriebsmarken setzen wir unter das Innovations-Dach.

Auf welche Trends reagieren Sie innerhalb Ihrer Innovationsstrategie?
Fairtrade, Bio, Nachhaltigkeit sind immer mehr ein Thema. Mit unser Asia Marke Aiko bieten wir Fairtrade zertifizierte Asia Saucen an. Bei Essig geht der Trend stark zu Spezialitäten. Vor allem Apfelessig konnte in Österreich erneut im hohen einstelligen Bereich wachsen. Unser Apfelessig ist international gefragt, vor allem in Italien. Mit zweistelligen Zuwächsen ist der Mautner Apfelessig unser stärktes Exportprodukt. Naturtrüber Essig erlebt einen Boom. Bei den Develey Saucen bieten wir acht Sorten, der Konsument sucht Auswahl.

Mit welchen Konzepten wollen Sie den Handel aktuell überzeugen?
Wir setzen auf hochwertige Produkte, die einen klaren Mehrwert kommunizieren, wie beispielsweise unsere neuen BBQUE Sauce. Das spürt man im Geschmack. Hier hat sich die Develey-Gruppe ein Start-Up Unternehmen gekauft.

Setzen Sie vermehrt auf Online-Werbung?
Natürlich müssen wir jüngere Zielgruppen auf ihren Digital-Kanälen abholen. Wir setzen derzeit auf keine Verschiebung hin zu Onlinewerbung. TV und Plakat bleiben wichtige Werbemittel.

Sie produzieren auch Eigenmarken. Auch eine Wachstumsstrategie?
Wir forcieren diesen Geschäftsbereich nicht. Wir stellen die Marke in den Mittelpunkt. Die Wertschöpfung liegt in der Tradition, Beständigkeit und Qualität.

Danke für das Gespräch.

Robert Falkinger