REGAL-Chefredakteur Dr. Gregor Schuhmayer im Gespräch mit Spar Direktor Leitner.

REGAL-Gespräch mit Spar OÖ-Direktor Jakob Leitner

Spar OÖ: Eurospar Offensive

  • Neuer Uni-Spar im Juni
  • Bereits 52 Eurospar
  • 14 Märkte im 2.0-Konzept

Es war ein außergewöhnlich gutes Jahr für die Spar in Oberösterreich. „Wir konnten überdurchschnittlich wachsen, sind stark vertreten mit unseren Standorten und wollen weiter zulegen“, schlägt Spar-Direktor Jakob Leitner ein hohes Tempo an. „Dabei wollen wir unsere Standorte auch qualitativ weiterentwickeln.“

Flächenleistung. Die Raumordnung macht es in Oberösterreich möglich. „Wir können bis zu 1.500 m2 große Standorte eröffnen.“ Die Zustimmung der Gemeinde natürlich vorausgesetzt. Die durchschnittliche Verkaufsflächen-Größe der Filialen liegt mittlerweile bei über 900 m2. Bei Selbstständigen sind es knapp 500 m2. Ende 2018 hatte die Spar in Oberösterreich 123 Filialen (inkl. 52 Eurospar), 154 Kaufleute (inkl. 19 Spar express), sieben Interspar und fünf Maximärkte am Netz. In den letzten beiden Jahren wurden sieben Super- und sieben Eurospar-Märkte im 2.0-Konzept der Spar eröffnet. Bei 6.000 Euro pro Quadratmeter liegt die Richtschnur in Sachen Flächenproduktivität. „Wir bewegen uns darüber.“

Eurospar. Der Hauptfokus im heurigen Jahr: Eurospar. Neun von insgesamt 61 Eurospar-Märkten sind in den Händen selbstständiger Kaufleute. Auch heuer zieht die Tanne hier stark nach. „Vier bestehende Supermärkte werden auf Eurospar umgestellt“, sagt Leitner im REGAL-Gespräch in der Zentrale Marchtrenk. Ein Projekt, das für 2020 ansteht, ist der Umbau des Eurospar in Perg auf Interspar. Übrigens: Insgesamt beliefert Spar zwischen St. Valentin und Hochficht (OÖ) 289 Verkaufsstellen.

Spar am Campus. Eine ganz besondere Eröffnung kündigt der Spar-Direktor für Anfang Juni an. An der Johannes Kepler Universität in Linz wird ein neuer Convenience-Spar auf 300 m2 ans Netz gehen. „Ähnlich wie an der Wirtschaftsuniversität in Wien“, so Leitner. Ein junger Standort, punktgenau auf die Zielgruppe abgestimmt. Jausen-App, hoher Convenience- und Frische-Anteil inklusive.

Nahversorgung. In 50 Gemeinden ist Spar der letzte Nahversorger. Diesen Weg will Leitner konsequent weitergehen. Die Voraussetzungen? „Unter 2.000 Einwohnern macht ein neuer Standort keinen Sinn.“ Räumliche Potenziale ortet der Regionaldirektor im Linzer Stadtteil Urfahr. „Hier könnten wir noch ein wenig Marktanteil aufholen.“ Bei den Kaufleuten stehen drei neue Standorte auf der Agenda sowie zwei Total-Relaunches und ein Soft-Relaunch. „Wir sind stolz auf unsere Kaufleute. Einige davon führen sogar bis zu drei Standorte.“ Außerdem kündigt Leitner einen Total-Relaunch für einen der Linzer Märkte an.

Tankstelle. Bewegung gibt es auch im Tankstellen-Geschäft. Vier Shops an Shell-Tankstellen fielen weg, zwei neue in Allhaming und Sattledt – in Kooperation mit der Doppler Gruppe – kamen hinzu.

Regional und Bio. Regionalität bleibt weiter das Steckenpferd im Sortiment. 299 regionale Lieferanten beliefern die oberösterreichischen Spar-Standorte derzeit. „Der Regional-Trend bleibt weiter ungebrochen.“ Auch Bio konnte wieder zweistellig wachsen. Über 800 Bio-Eigenmarken-Produkte befinden sich in den Regalen.

Trendsortimente. Das 2.0-Konzept lässt die Frische, insbesondere die O&G-Sortimente, an Anteilen zulegen. „Die Zusammenfassung der Frische-Abteilungen wird gut angenommen.“ Eines der Trendsortimente ist Fisch. „Wir bieten mittlerweile in 21 Eurospar-Standorten Frischfisch in Bedienung und frisch zubereitetes Sushi an.“

ZLW. Die steigende Umsatzentwicklung lässt auch das 30.000 m2 große Zentral­lager in Wels mitwachsen. Weit über 1.000 Kunden werden von Wels aus beliefert. Die umsatzstärksten Standorte werden direkt angesteuert, die restlichen Kunden gehen via Cross Docking an die sieben Regional­läger und werden von dort an die Kunden weitergeleitet. Bis zu 300.000 Großverbrauchereinheiten gehen pro Tag hinaus. „Die Mengen wachsen. Wir sind bereits in den ersten Überlegungen in Richtung Weiterentwicklung.“

Marchtrenk. Größere In­vestitionen am Standort Marchtrenk verneint Leitner. Zuletzt wurde in neue Sozialräume im Tann-Werk investiert. „Ansonsten sind in den nächsten drei Jahren keine größeren Investitionen geplant.“

Personal. Für genügend Nachwuchs sorgen die Lehrlingsoffensiven. Aktuell sind 140 Stellen ausgeschrieben. „Derzeit haben wir erst 100 besetzt.“ Ein Nachwuchsproblem bei den Kaufleuten sieht Leitner nicht. „Die Jungen rücken nach. Sie glauben an die Selbstständigkeit im Lebensmitteleinzelhandel.“

Gregor Schuhmayer, Verena Widl