Steinberger führt in Neunkirchen (Niederösterreich) zwei Eurospar-Märkte und feiert mittlerweile sein 100 Jahr-Jubiläum

Erfolg bei Eurospar-Kaufmann Steinberger

  • Umsatz der beiden Eurospar-Jumbos klettert mittlerweile auf 18 Millionen Euro
  • „Classic“- und „City“-Modell in Stellung

Neunkirchen. Die älteste Ansiedlung des Wiener Beckens zählt mittlerweile 13.000 Einwohner. Eine Bezirkshauptstadt, bei der sich längst die Handels-Riesen die Klinke in die Hand geben. Und dennoch: Mitten im Haifischbecken, Luftlinie einen Kilometer entfernt, stehen gleich zwei Eurospar-Märkte.

Zwei Märkte, zwei Mal Steinberger. „Ich fahre hier mit zwei unterschiedlichen Konzepten: Eurospar Steinberger Classic, unser ursprünglicher Standort, und der später dazu gekommene innerstädtische Markt – Eurospar Steinberger City“, erklärt der Chef des Tannen-Duos Hans Steinberger im REGAL-Gespräch. Seit 100 Jahren besetzt die Familie den Handelsstandort Neunkirchen. Seit zehn Jahren ist der Spar-Kaufmann mit zwei Märkten – Tür an Tür – präsent. In welchem der beiden Standorte er sich lieber aufhält, verrät der Selbständige nicht, die Unterschiede der Geschäfte seien aber immens. „In der Stadt haben wir eine um 30 Prozent höhere Frequenz und auch um 15 Prozent mehr Umsatz. Jausenweckerl, Heiße Theke und Convenience sind hier die Themen. In unserem Traditionsmarkt hingegen operieren wir mit wesentlich höheren Durchschnittseinkäufen und dadurch besserer Kostenstruktur.“

Gute Entwicklung 2018. Unterm Strich konnte Steinberger mit seinem Doppelpack Jahr für Jahr punkten. Ein Plus von 3,2 Prozent war es 2018. In der aktuellen Periode ist der Neunkirchner wiederum mit drei Prozent vorne. „Die Kundenbegeisterung für Regionalität geht mit voller Vehemenz weiter. Hier liegen wir bereits bei einem Anteil von 5,8 Prozent. Insgesamt wurden die Umsätze im letzten Jahr natürlich von den Minus 25 Prozent Kleber-Aktionen getrieben. Das hat die Dynamik stark ver­stärkt.“

Bio im Vormarsch. Darüber hinaus ist Bio ungehemmt im Höhenflug – speziell bei Obst und Gemüse. „Bio-Milch und Bio-Joghurt in Pfandgebinden gehen derzeit durch die Decke. Und auch Sodastream liegt voll im Trend. Mittlerweile verkaufen wir 2.500 Zylinderfüllungen im Jahr, bei einer Steigerungsrate von 50 Prozent.“

Spanne. Letztendlich geht es immer wieder um Spannen-Arbeit. „25 Prozent und mehr wären bei dem heutigen Aufwand und der laufenden Kostensteigerung schön“, so Steinberger.

Eigene Tatkraft gefragt. Mit dem Spar-Konzept zeigt sich der Kaufmann im Grunde zufrieden: „Ein bis zwei Prozent Umsatzrendite lassen sich zusätzlich rausholen, wenn man kaufmännisch geschickt agiert und zusätzliches Engagement zeigt. Abschriften sind dabei ein Thema, genauso wie das richtige Gefühl für Aktionen.“ Besorgniserregend: „Der Aktionsanteil ist mittlerweile auf über 30 Prozent geklettert.“ Geht es nach Steinberger, dann „wird das Match heute vor allem am POS entschieden. Wir präsentieren eine unglaubliche Vielfalt von weit über 15.000 Artikeln.“ Trotzdem plädiert Steinberger auch für Eigenmarken. „S-Budget geht weiter nach oben und wir profitieren von der dadurch verstärkten Kundenbindung. Der Eigenmarkenanteil kletterte zuletzt auf 33 Prozent.“

Online. Wenig Potenzial ortet der Kaufmann im Online-Bereich. „Meiner Meinung nach wird diese Vertriebsform aus heutiger Sicht überschätzt, es ist fast unmöglich einen Online-Kauf gewinnbringend abzuwickeln.“ Zurückhaltend zeigt sich Steinberger auch im Bereich ESL. „Natürlich erkenne ich die Chancen im Bereich der Preissicherheit. Aber es ist immer noch eine Rieseninvestition und man darf die Zweitplatzierungen und Displays nicht vergessen. Hier bleibt ein Restaufwand trotz ESL.“

Vorausschau. Unermüdlich pushte Steinberger seine Märkte. Die Gesamtumsätze sind bei 18 Millionen Euro angekommen. „Wir haben unsere Möglichkeiten vor Ort sehr weit ausgereizt. Es geht nunmehr darum, die Position zu verteidigen.“ Dabei kokettiert Steinberger mit dem neuen Spar-Konzept 2.0. „Die bisher auf das neue Ladenbau-Konzept umgestellten Märkte erreichen Top-Umsatzzuwächse.“ Dennoch: Ein dritter Markt ist steht nicht auf der Agenda. In jedem Fall aber kündigen sich kurzfristig neue Plusraten an. Mitbewerber Merkur schließt aufgrund eines Komplett-Umbaus. „Über die Zuwächse freuen wir uns selbstverständlich. Aber es wird eine herausfordernde Zeit werden, in der die Fitness unseres gesamten Unternehmens auf eine harte Probe gestellt wird.“

Herbert Schneeweiß