Austrian Top 100 Retailer: Ranking des österreichischen Einzelhandels. Amazon erstmals unter Top 10.

Die TOP 100 im Handel

  • Rewe und Spar an der Spitze
  • Hofer und Lidl weit vorne
  • Amazon und Zalando unter den Top 30

Wer sind die Top 100 Retailer in Österreich? Welche Branchen haben die Nase vorn? Und – im Hinblick auf die fast schon seismischen Verschiebungen der Einzelhandelsumsätze ins Internet – wie hoch haben es die Pure Online Player wie Amazon und Zalando im Ranking geschafft? Diese Fragen beantwortet der Handelsverband in Kooperation mit dem KSV1870 im brandneuen Report „Austrian Top 100 Retailers“. Darin werden die größten Einzelhandelsunternehmen Österreichs nach ihrem Umsatz aus dem Jahr 2017 gereiht.
Wer zu den Top 100 des Handelsverband Einzelhandels-Rankings zählt, verfügt über einen Netto-Jahresumsatz von mindestens 32,6 Millionen Euro – im letzten Ranking waren es noch 31,2 Millionen Euro.

Auf Platz eins landet die Rewe. Die Wiener Neudorfer setzen in Österreich mit 6,69 Milliarden Euro am meisten um (ohne Bipa). In Lauerstellung geht die Spar. Die Salzburger kommen mittlerweile auf 5,9 Milliarden Euro. Hofer erwirtschaftete 2017 4,1 Milliarden Euro und nimmt den dritten Rang ein. Überhaupt ist die LEH-Phalanx in den Top-Plätzen gewaltig. Denn auch Lidl (1,3 Milliarden Euro) und MPreis (705 Millionen Euro)  schafften es in die Top 10. Neu auf den Spitzenplätzen: Amazon. Der Generalist hat es mit einem Wachstum von +11,4 Prozent bereits auf den neunten Platz geschafft, nach Platz elf im Vorjahr.

Gewinner im Top-100-Ranking sind die Branchen DYI (2,48 Milliarden, +6,1 Prozent), der Drogerie-Bereich (2,26 Milliarden, +6,6 Prozent) und die Generalisten mit einem Wachstum von ebenfalls rund sechs Prozent. Die größte Drogeriefachkette ist dm (933,75 Millionen Euro), bei DIY hat Obi (685 Millionen Euro) die Nase vorn.
Branchenspezifisch hat der LEH die Nase vorn. Auf dem Silber-Treppchen landete der Bekleidungshandel (2,88 Milliarden Euro) gefolgt vom Möbel-Segment (2,79 Milliarden Euro).
Gemeinsam machen die Top 100 Einzelhändler einen Umsatz von 36,5 Milliarden Euro, das sind mehr als die Hälfte (55 Prozent) der gesamten einzelhandelsrelevanten österreichischen Konsumausgaben. „Im stationären Einzelhandel und Omnichannel-Retail werden mehr als 33 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die reinen Online-Player unter den Top 100 besetzen aktuell drei Plätze, wobei Amazon heuer erstmals den Sprung unter die Top 10 geschafft hat“, so Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbandes.

Drei Viertel der Top-100-Händler vertreiben auch online. Der klassische Einzelhandel sichert sich auch seinen Teil am Online-Kuchen: 80 Prozent der stationären Handelsunternehmen betreiben einen Webshop bzw. eine vergleichbare digitale Lösung zur Verfügbarkeitsprüfung oder Reservierung von Produkten. Neu im eCommerce sind seit diesem Jahr Let’s do it, Roma Friseurbedarf, Pearle und McShark.
Hagebau setzt auf die „digitale Auslage“ und bietet eine Online-Verfügbarkeitsprüfung seiner in der Filiale lagernden Produkte an. Salamander vertreibt online, jedoch ohne eigenen Webshop, sondern via Shöpping. Nur 17 der 100 größten Retailer verzichten – zumindest in Österreich – gänzlich auf die digitale Filiale, darunter Müller Drogerie, Lebensmittel-Einzelhändler wie Nah & Frisch und Sutterlüty, oder auch Diskont-Textilhändler wie Kik, Primark, New Yorker oder Takko.

Gregor Schuhmayer