Interspar-Chef Mag. Markus Kaser

Talk am REGAL-Branchentreff

Interspar mit Offensive zum 50er

  • Umsatz liegt 2018 bei 1,7 Milliarden Euro
  • Neue Projekte in der Wiener Breitenfurterstraße und Perg (OÖ)
  • Online-Geschäft ist nicht „Graf Dracula“

Die Interspar konnte im abgelaufenen Jahr 2018 seinen Umsatz weiter ausbauen. Am Ende stand ein Plus von 2,5 Prozent zu Buche. Die Erlöse kletterten insgesamt auf 1,7 Milliarden Euro. Ein Wachstum, das sich über das ganze Sortiment abzeichnete. „Es braucht permanente Innovation und ständige Weiterentwicklung“, so Interspar-Chef Mag. Markus Kaser beim REGAL-Talk. Auch heuer will Kaser ein weiteres Erfolgskapitel aufschlagen und die Vision der Ur-Väter weitertragen.

Interspar ist 49 Jahre am Netz. „Unsere Gründer haben 1970 einen Weitblick bewiesen und gesehen, dass in Österreich ein Großverbraucher-Format fehlt und mit drei Standorten in Dornbirn, Neu-Rum und Graz gestartet“, so Kaser weiter. 49 Jahre lang formte die Spar eine Mega-Flotte. Die Ausmaße sind mittlerweile beeindruckend: „Wir haben derzeit 73 Interspar-Standorte inklusive sieben Maximärkte am Netz. Darüber hinaus haben wir 53 Interspar- und sechs Maxi-Restaurants, ein Interspar-take away in Wien Floridsdorf sowie 16 Café Cappuccinos und ein Pasta & Café am Bahnhof Wien Mitte aufgeschalten. Überhaupt betreiben wir noch acht eigene Handwerksbäckereien in ganz Österreich“, so Kaser weiter. Die Interspar ist längst mehr als ein Handelsbetrieb. „Wir sind nach McDonald’s mittlerweile der zweitgrößte Systemgastronom.“

Expansion. Zum 50er drückt die Interspar nochmals auf den Expansionsturbo. „Interspar hat definitiv noch weiße Flecken.“ Ein neuer Markt ist für Wien (Breitenfurter Straße) eingetaktet und ein weiteren in Perg (OÖ) bereits in Planung. Die Modernisierungswelle geht mit voller Vehemenz weiter. Der Alt-Standort in Wien Alt Erlaa soll bis 2020 auf 3.500 m2 vergrößert und komplett umgebaut werden. „Umbauten gibt es aber auch in Lienz, Braunau, Plus-City Linz und Bregenz, wo wir den bestehenden Standort im Zentrum völlig aushöhlen und auf den neuesten Stand bringen werden.“ Heuer werden 66,7 Millionen Euro Invest bereitgestellt. 2018 waren es 51,5 Millionen Euro. „Mit unserem Top-Projekt in Steyr, wo wir 21 Millionen Euro investiert haben.“

Rezeption in jedem Markt. Völlig neu: Bei jeden Interspar-Standort soll es eine Rezeption, einen Service-Point geben. „Dieser Punkt dient als Anlaufstelle für Fragen und Informationen und bietet zum Beispiel Lottoscheine, Rubbellose oder Ö-Tickets. Die Rezeption ist aber auch Dreh- und Angelpunkt für die Interspar Shopping-Services, die unsere Online-Shops und die Angebote im Markt verbinden. Kunden können beispielsweise online einkaufen oder reservieren und die Waren im gewünschten Markt abholen. Umgekehrt können Kunden aber auch im Markt mit Hilfe unserer Mitarbeiter eine Bestellung im Onlineshop durchführen und sich die Waren anschließend entweder nach Hause oder direkt in den Markt liefern lassen.“ Der Kunden-Gedanke lasse sich dabei nahtlos vom Hotel auf den Markt transferieren. „Der Kunde ist bei uns genauso Gast, der jedes erdenkliche Service erhält.“

Mitarbeiter. Die richtigen Mitarbeiter sind ein wichtiger Baustein zum Erfolg. „Wir machen uns unsere Führungskräfte von morgen selbst, denn sie sind am freien Markt nicht zu haben.“ Mit der aktuellen Fluktuation ist der Interspar-Chef nicht zufrieden: „Wir arbeiten daran und ich sehe eine Entwicklung in die richtige Richtung.“

Online. Dazu mahnt Kaser vor der Online-Angst. „E-Commerce ist nicht Graf Dracula.“ Bei den drei Online-Shops (Lebensmittel, Haushalt & Freizeit und weinwelt. at) werden insgesamt rund 25.000 Artikel angeboten. 2018 wurde ein Umsatzplus von 23 Prozent verzeichnet. Alleine die weinwelt.at sei um zwölf Prozent gewachsen. „Der durchschnittliche Warenkorb liegt bei 120 Euro. Alleine nur mit Lebensmitteln liegen wir hier zwischen 90 und 100 Euro.“ Dabei bearbeitet die Tanne bereits jetzt 2,6 Millionen Österreicher. „Wir sind dabei diese Gebiete weiter zu verdichten und denken aktuell an keine Ausweitung.“ Stattdessen werden immer mehr Abholboxen aufgestellt. „ Bis Juni werden es 14 sein. Bei der Standortauswahl konzentrieren wir uns auf Verkehrsknotenpunkte, die sowohl mit dem Auto als auch mit den Öffis gut erreichbar sind. Ein Highlight ist die Box am ÖBB Bahnhof Tullnerfeld.“

Herbert Schneeweiß