Maximarkt Ried: Ein genauer Blick auf Einrichtung, Architektur und Sortimente

Ladenbau-Highlight im Maximarkt Ried

  • Non Food II gestrafft und neu platziert
  • 26 Millionen Euro Invest

Das neue Flaggschiff der Maximarkt-Flotte nimmt seinen Betrieb auf. Gigantische 26 Millionen Euro wurden für den neuen rund 5.000 m2 großen Vorzeige-Jumbo auf den Tisch geblättert. Ein Mega-Projekt. „Wir durften, dank unserer Mutter Interspar, alle Innovationen umsetzen“, erklärt Geschäftsführer Thomas Schrenk. Doch was ist wirklich neu im Innviertler Schmuckstück?

Non Food gestrafft. Komplett neu aufgestellt wurde die Non Food II-Abteilung. Kompakter, genauer, komprimierter werden die nun 15.000 bis 18.000 Artikel präsentiert. Der Rotstift wurde massiv angesetzt, das Sortiment gestrafft. Facings reduziert. Insgesamt flogen mehr als 10.000 Positionen aus den Regalen. Dabei bündelt Maximarkt acht Themen-Kreise in Quartieren, wobei alle bisherigen bewährten Segmente auch weiterhin bespielt werden. Damit bekennt sich Maximarkt, anders als Interspar, auch weiterhin zu Auto, Werkzeug und Elektro. Schlägt das kompakte Modell ein, dann wird das Quartier-Sys­tem auch in den bestehenden Flächen umgesetzt. Gewonnene Flächen (bei den bestehenden Standorten) werden dann mit Aktionsplatzierungen bespielt.

Heißgetränke, Regionales, Convenience. Neu im Sortiment ist zudem der Kaffee- und Tee-Bereich, bei dem 200 neue Produkte eingelistet und speziell präsentiert wurden. Weitere Produkt-Highlights: Maximarkt setzt in Ried erstmals die Gewürzwelt von Interspar ein, lose Eier und hausgemachte Inn­viertler Knödel gibt es ebenfalls zum ersten Mal. Auch die Convenience-Fokussierung – Stichwort Spar Enjoy – ist neu. Das gleiche gilt für die Urban Drinks und Craft-Biere. Beide wurden vom herkömmlichen Regal-Ablauf abgesetzt und herausgehoben. Ebenfalls eine Premiere: Ein SB-Modul Brot- und Backwaren wurde innerhalb des Marktes aufgeschalten. Neu gruppiert wurden zudem die Zeitschriften-Abteilung und der Backwaren-Bereich. Beide sind jetzt vom Außenbereich auf die eigentliche Verkaufsfläche gerückt.

Partybrezn & Knödel. Aber auch im Ladenbau stieß Maximarkt die Tür zu neuen Adaptierungen auf. Zwei komplett neu konzipierte Systeme gibt es in Ried zu sehen. Die Knödel-Werkstatt als Hommage an das Innviertel und die neue Verkaufstheke MyPartyBrezn, um den boomenden Außer-Haus-Verzehr weiter zu pushen.

Licht. Die Gang-Beschriftung wurde ebenfalls komplett überarbeitet und auch das Zumtobel-Lichtkonzept ist eine Pilot-Idee.

Frische. Eine Anif-Fortsetzung findet sich in der Frische-Arena wieder. So sind mehr als 8.000 Frische-Artikel implementiert. Die Eckpunkte: Handwerklichkeit und Transparenz, aber auch High-End und Modernität. So setzt Maximarkt auf dunkle Regal-Teile der Marke Wanzl. Höhepunkt bleibt die Fleisch- und Wurst-Theke sowie Käse, Brot und Gebäck in Markt-Optik mit transparentem rückwärtigem Arbeitsraum. Auch die Indoor-Fisch-Räucherei findet eine neuerliche Multiplikation.

Außenbereich. Die neue CI zieht sich vom Außenbereich bis zum hintersten Fleck im Markt. Ein roter Bügel, 80 Meter breit und sechs Meter hoch, in Beton gegossen umrahmt den Eingangsbereich. „Der Maximarkt-Bügel wird zu einer begehbaren Skulptur, durch die Kunden schreiten“, sagt DI Philipp Berchtold, Geschäftsführer berchtold talmazan architekten, gegenüber REGAL. Das überdimensionale Vordach mit 90 Metern Breite und 130 Metern Länge ragt nordwestlich nach oben und heißt Besucher aus Richtung Wels willkommen. Die Spitzenhöhe beträgt 14 Meter.

Keine Grenzen. Der helle, mit Oberlichten ausgestatte, Eingangsbereich beeindruckt mit zehn Metern Raumhöhe. Eine Markthalle, nach dem Vorbild eines Pop-up-Stores. Dabei ist alles im Fluss. „Es gibt fast keine Grenzen mehr zwischen Restaurant, Backshop und Frische. Das ist eine Besonderheit am österreichischen Markt. Danach folgt eine Absenkung der Decke auf 5,5 Meter. „Damit senkt sich auch der Blick des Kunden auf die Ware“, so Berchtold.

Parken. Ein weiteres architektonisches Schmankerl: die helle und großzügige Tiefgarage. Insgesamt stehen 348 Stellplätze zur Verfügung. „Der Neubau wurde unterkellert und dient als Parkdeck sowie zur Unterbringung von Technikräumlichkeiten. Ziel war es, den Parkplatz und das Parkdeck zu einer zusammenhängenden Ebene zu vereinen“, sagt Berchtold. Auch an drei LKW-Andockstationen wurde gedacht.

Weitere Ladenbau-Highlights: Am Vorplatz befindet sich ein 250m² großes Aktionszelt für einen in Summe sechsmonatigen Sonderverkauf. Das gesamte Gebäude wird mittels Fernwärme und Geothermie beheizt.

Herbert Schneeweiß, Verena Widl