HANDEL

Lockdown: Auch der Handel bekommt Unterstützung

Die Bundesregierung hat den zweiten harten Lockdown verordnet. Ab morgen gelten die neuen Maßnahmen: Der Handel ist geschlossen. Ausnahme bildet die Deckung des täglichen Bedarfs: Lebensmittelhandel, Drogerien, Apotheken und Tankstellen, Post und Banken. Körpernahe Dienstleistungen wie Frisöre und Kosmetik bleiben geschlossen. Der Großhandel für Gewerbetreibende (B2B) kann geöffnet bleiben. Restaurants dürfen Take-away von 06.00 bis 19.00 Uhr anbieten, Lieferservice rund um die Uhr. Bars, Cafés und Hotels bleiben geschlossen.

40 Prozent Umsatzersatz für Handel. Für den Handel ist je nach Branche ein Umsatzersatz zwischen 20 und 60 Prozent vorgesehen. Eine gestaffelte Lösung, bedingt durch die unterschiedlichen Voraussetzungen tritt ein: Als Basis für den Handel gelten 40 Prozent. Mit Zu- und Abschlägen. Bereiche mit verderblicher Ware werden zu einem höheren Anteil unterstützt als jene Branchen, in denen keine oder kaum Ware einer Wertminderung unterliegt. „Blumenhändler 60 Prozent, Möbelhandel 20 Prozent“, so Finanzminister Gernot Blümel. „Das ist eine unbedingt notwendige Hilfe für unsere Betriebe. Denn insbesondere kleine und mittlere Händler trifft dieser Lockdown ganz besonders. Und unsere Handelsbetriebe leiden bereits seit Beginn des soften Lockdowns Anfang November und melden deutliche Umsatzrückgänge in Millionenhöhe“, so Handels-Obmann Rainer Trefelik.

Handelsverband fordert 80 Prozent. Kritik kommt von Seiten des Handelsverbands: „Wir haben kein Verständnis für die Ankündigung, den krisengebeutelten Händlern keine Sicherheit beim Umsatzersatz zu geben und eine Range zwischen 20 und 60 Prozent während des Lockdowns anzukündigen. Alle anderen, direkt betroffenen Branchen, wie die Gastronomie und der Tourismus, werden mit 80 Prozent entschädigt. Genau das erwartet sich auch der Handel in einer Phase, in der er wichtige Mehrumsätze hin zum Weihnachtsgeschäft erzielen müsste“, so Mag. Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Eine ungleiche Behandlung wäre sachlich nicht gerechtfertigt. Einige Handelsunternehmen haben dem Handelsverband bereits angekündigt, Klagen beim Verfassungsgerichtshof zu erwägen.

Geld wird nicht sofort fließen. Der angekündigte Umsatzersatz ist für den WKÖ Obmann eine gute Nachricht: „Bisher konnten die heimischen Handelsbetriebe nur Anträge auf den Fixkostenzuschuss stellen. Mit dem Umsatzersatz haben die Betriebe nun eine Perspektive und viele Unternehmer brauchen dringend Hilfe. Umgehend wird das Geld aber nicht fließen. Aufgrund der Komplexität müssten noch einige technische Anpassungen vorgenommen werden. „Bis dahin werde die Beantragung für den Umsatzersatz auf FinanzOnline vorübergehend nicht möglich sein. Die Auszahlung der genehmigten Anträge wird weiterhin erfolgen", bestätigt Blümel.

Umsatzausfall: 900 Millionen Euro. Wirtschaftlich ist es für den Handel keine einfache Lage. Schon seit Beginn des Corona-Lockdowns light Anfang November leidet der heimische Handel, die Branche musste einen Umsatzverlust von fast 750 Millionen Euro verkraften. Die nun beschlossene Schließung des gesamten Non-Food Handels bis 6. Dezember kommt für die angeschlagenen Betriebe zur Unzeit, sie fällt in die Sondereinkaufstage (Black Friday, Cyber Monday) sowie in das angelaufene Weihnachtsgeschäft. „Für unsere Branche ist der harte Lockdown das Worst-Case-Szenario. November und Dezember sind die beiden umsatzstärksten, wichtigsten Monate des Geschäftsjahres. Pro Lockdown-Woche rechnen wir im Non-Food Handel mit einem Umsatzausfall von mindestens 900 Millionen Euro. Profitieren werden in erster Linie jene internationalen Onlinehändler aus Drittstaaten", so Branchensprecher Rainer Will abschließend.

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