HANDEL

Prof. Teller analysiert den Handel

Prof. Teller analysiert den Handel

Die Covid-19-Krise hat sich in den Köpfen der Konsumenten bereits vor der Schließung des stationären Einzelhandels ab 17. November festgesetzt. Konsumklima und Ausgabenneigung haben sich verschlechtert. Auch das Einkaufserlebnis – insbesondere in den Einkaufsstraßen – hat durch die Schließung der Gastronomie und die Mund-Nasen-Schutz-Tragepflicht in Geschäften gelitten.

36 Prozent der Konsumenten haben bereits Anfang November geplant, ihre Einzelhandelsausgaben im November zu reduzieren. „Nur“ 5 Prozent wollten ihre Ausgaben erhöhen, immerhin 59 Prozent halten ihre Ausgaben konstant. In der (sinkenden) Ausgabenneigung zeigen sich dabei kaum Unterschiede nach Alterskohorten. Klar ist aber auch: je höher die – durch die Covid-19-Krise ausgelösten – Einkommensverlusten ausfallen, desto stärker werden auch die Einzelhandelsausgaben zurückgeschraubt. Zu diesen Ergebnissen kommt eine Untersuchung von Ernst Gittenberger und Univ. Prof. Dr. Christoph Teller, Institutsvorstand IHAM Institut für Handel, Absatz und Marketing JKU Johannes Kepler Universität Linz.

Der Teil-Lockdown #2 mündet morgen in einen Komplett-Lockdown #2, was gerade in der Vorweihnachtszeit für den stationären Einzelhandel katastrophale Auswirkungen hat, meint Teller. Im Lockdown #1 zwischen 16. März und Ostern mussten rd. 22.400 Einzelhandelsgeschäfte schließen. Der stationäre Einzelhandel hat dadurch pro Tag rd. € 110 Mio. Brutto-Umsatz verloren. Bei 24 Einkaufstagen summierten sich die Umsatzverluste auf rd. € 2,6 Mrd. (brutto). Ab 14. April durften Einzelhandelsgeschäfte unter 400 m2 Verkaufsfläche sowie Baumärkte (unabhängig ihrer Verkaufsflächengröße) unter Einhaltung aller gesundheitlichen bzw. hygienischen Vorschriften in Österreich wieder öffnen. Rd. 8.100 (große) Einzelhandelsgeschäfte blieben weiterhin geschlossen. Durch die schrittweise Öffnung im stationären Einzelhandel haben sich die täglichen Umsatzverluste auf rd. € 80 Mio. verringert.

Im Lockdown #2 stellt sich die Situation zwar ähnlich wie im Lockdown #1 (vor Ostern) dar, aber jetzt steht die umsatzstarke Vorweihnachtszeit bevor. Das bedeutet, dass die Auswirkungen der Geschäftsschließungen in den nächsten drei Wochen deutlich negativer ausfallen werden. Die täglichen Umsatzverluste werden von rd. € 110 Mio. im Lockdown #1 auf rd. € 130 Mio. im Lockdown #2 ansteigen. Rein rechnerisch summiert sich dies bei 17 geschlossenen Einkaufstagen auf rd. € 2,2 Mrd. (brutto).

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