< PreviousImmer mehr Menschen in Österreich bezahlen per App, schließen Ver sicherungen online ab und erledigen Bankgeschäfte am Smartphone. Doch wie groß ist die Offenheit für Neues wirklich? Eine aktuelle GallupStudie im Auftrag von Forum F zeigt: Die Innovationsfreude wächst. Frühling im Innovationsklima KATHARINA NACHBAUR „ Ich brauche keine Innovationen im Finanz- dienstleistungsbereich, das Angebot ist ausreichend.“ „ Wenn es neue Produkte im Bereich Finanzdienstleistungen gibt, bin ich einer der ersten, der sich darüber informiert und sie in Anspruch nimmt.“ „Bei Innovationen im Finanzdienstleis- tungsbereich bin ich eher abwartend, ich schaue zuerst mal, ob sich die Innovationen auch bewähren.“ 1. Welche der folgenden Aussagen be- schreibt Ihre Einstellung in Bezug auf Inno- vationen im Finanzdienstleistungsbereich? Einstellung zu Innovationen-Zielgruppen 14 % 54 % 32 % Die Aufgeschlossenen Die Abwartenden Die Ablehner %-Werte, n=1000 Zur Gallup-Studie: Innovationen im Finanz- dienstleistungsbereich Erhebungsmethode: CAWI-Interviews (Computer Assisted Web Interviewing) im Onlinepanel GallupForum – betrie- ben nach der inter nationalen Norm für Markt-, Meinungs- und Sozial- forschung (ISO 20252) Stichprobe: 1.000 Personen, reprä- sentativ für die web aktive österreichi- sche Bevölkerung ab 16 Jahren Untersuchungszeitraum: 23. – 29. Juli 2025 © ADOBE STOCK 1001-2025D ie Neugier auf Neues wächst, doch sie ist noch keine Selbst- verständlichkeit. Rund jede sieben- te befragte Person zählt sich laut Innovationsstudie selbst zu den Aufgeschlossenen, wenn es um innovative Finanzdienstleistungen geht. Die Mehrheit von 54 Prozent sieht sich dagegen als abwartend. Ein beachtliches Drittel gibt an, im Bereich Finanzdienstleistungen gar keine Innovationen zu be- nötigen. Im Jahresvergleich zu 2021 hat sich der Anteil der Auf- geschlossenen mehr als ver- doppelt – von sechs auf 14 Pro- zent. Gleichzeitig verliert die Gruppe der Abwartenden neun Prozentpunkte, während die Zahl der Ablehner:innen nahezu unver- ändert bleibt und auf ähnlichem Niveau wie vor vier Jahren liegt. Je jünger die Befragten, desto auf- geschlossener außerdem die Hal- tung gegenüber Innovationen. Männer sehen sich nahezu dop- pelt so häufig als aufgeschlossen wie weibliche Befragte. Mit höhe- rem Bildungsgrad steigt die Bereitschaft, innovative Produkte auszuprobieren. Zudem zeigt sich ein leichter Unterschied zwischen Stadt und Land: Im urbanen Be- reich ist die Offenheit gegenüber Innovationen etwas stärker aus- geprägt. Nutzung. Fast jede dritte be- fragte Person hat in den vergan- genen zwei Jahren ein innovatives Finanzprodukt genutzt oder ein bestehendes Angebot erweitert. 18 Prozent entschieden sich für ein neues Produkt, weitere 13 Prozent ergänzten ein vorhandenes um in- novative Funktionen. Im Vergleich zu 2021 ist sowohl die Nutzung neuer Angebote als auch die Er- weiterung bestehender Produkte deutlich gestiegen. Männer grei- fen häufiger zu als Frauen und un- ter den bis 30-jährigen Personen ist die Nutzung besonders hoch. Klar erkennbar ist: Die Gruppe der Aufgeschlossenen nutzt neue Fi- nanzlösungen am intensivsten – sie gilt als entscheidende Innova- tionstreiberin der Branche. Big-Tech vorne. Die höchste Bereitschaft zur Inanspruchnahme zeigt sich bei Google, gefolgt von Amazon, YouTube, WhatsApp und Apple. Bei diesen großen Techno- logiekonzernen ist die Offenheit seit 2021 deutlich gestiegen. 56 Prozent sehen die etablierten An- bieter vorn, nur 9 Prozent trauen neuen Playern mehr Know-how zu. Bevölkerung gesamt (n=1000) Männer (n=488) Frauen (n=512) Bis 30 Jahre (n=219) Bis 50 Jahre (n=334) Über 50 Jahre (n=447) Ohne Matura (n=688) Mit Matura (n=312) Bis 5000 EW (n=399) Bis 50000 EW (n=267) Über 50000 EW (n=120) Wien (n=213) Die Aufgeschlossenen (n=59) Die Abwartenden (n=630) Die Ablehner (n=311) Ein neues, innovatives Produkt ge- nutzt/ abgeschlossen Ein bestehendes Produkt um ein innovatives Angebot erweitert Weder noch 5. Haben Sie in den vergangenen 2 Jahren ein neues, innovatives Produkt/Dienstleis- tung bei Ihrer Bank oder Ihrer Versicherung genutzt oder abgeschlossen bzw. haben Sie ein bestehendes Produkt um ein neues, innovatives Angebot erweitert? %-Werte, n=1000 Nutzung innovativer Produkte und Leistungen 18 20 15 27 19 12 15 23 17 22 19 13 60 17 10 13 15 12 18 12 12 14 12 13 15 12 12 18 16 6 71 68 74 57 71 78 73 67 72 65 71 76 26 69 84 Mag. Dr. Andrea Fronaschütz, Geschäftsleiterin und Gesellschafte- rin Österreichisches Gallup-Institut © BEA HASLER 1101-20252. Wenn Sie an Produkte und Dienstleistungen bei Banken und Versicherungen denken: Was empfinden Sie persönlich als innovatives Produkt oder innovative Dienstleistung? %-Werte, n=1000 Wahrnehmung von Innovationen 54 44 41 40 33 32 23 22 20 18 16161616 9 Mobile Banking App Online-Schadensmeldung Online-/Video-Beratung Beratung via Chat Beratung zu Hause Keine Kontaktloses Bezahlen mit Karte Mit Smartphone bezahlen (Apple Pay, Android Pay etc.) Finanzprodukte online abschließen Zugriff auf verschiedene Banken im Onlinebanking Nachhaltige Veranlagungsformen Versicherungs-Kundenser - vice über Mobile App Eine Versicherung am Handy abschließen Punktesammeln und Mehrwertkonto Dienstleistungen für Kryptowährungen Während die Präferenz für Tech- Unternehmen im Vergleich zu 2021 stabil bleibt, steigt die Zuschrei- bung zu traditionellen Anbietern sogar um acht Prozentpunkte. Kaum Interesse besteht weiterhin an Angeboten von Airbnb, Uber, TikTok, X und Alibaba. Was gilt als innovativ? Mobile Banking Apps werden am häufigs- ten als innovatives Produkt wahr- genommen, gefolgt von kontaktlo- sem Bezahlen, dem Bezahlen mit dem Smartphone und Online- Schadensmeldungen. Besonders Mobile Banking und Smartphone- Bezahlung haben in den vergan- genen vier Jahren deutlich an Innovationsanmutung gewonnen. Dagegen verlieren andere Themen an Strahlkraft: Die Beratung zu Hause wird seltener als innovativ empfunden, ebenso nachhaltige Veranlagungsformen, die im Ver- gleich zu 2021 an Bedeutung ver- lieren. Insgesamt zeigt sich: Innova- tion wird dort erkannt, wo sie den Alltag vereinfacht und Kund:innen spürbaren Nutzen bringt. Kontaktloses Bezahlen ist hoch im Kurs. Google Amazon YouTube WhatsApp Apple Netflix Spotify Facebook airbnb Uber TikTok X Alibaba Käme in Frage Käme nicht in Frage Weiß (noch) nicht Nutze dort bereits Finanzprodukte und -dienstleistungen Kenne ich nicht 22. Wie wahrscheinlich ist es, dass Sie in Zukunft innovative Finanzpro- dukte und Finanzdienstleistungen von Technologie-Unternehmen –von Google über Facebook und Apple bis Netflix – in Betracht ziehen? %-Werte, n=1000 Wahrscheinlichkeit der Inanspruchnahme 2645225 5 3 3254521 21581524 571833 18561854 15621623 12641735 11681524 9661636 9651727 8711425 7731325 66813211 19 © ADOBE STOCK 1201-202510. Wenn Sie an Produktinnovationen bei Banken oder Versicherungen denken: Welchen Marken trauen Sie eher zu, innovative Finanzprodukte oder Finanzdienstleistungen auf den Markt zu bringen oder einzuführen? 11. Und welche Banken oder Versicherungen bieten Ihrer Meinung nach aktuell neue innovative Produkte und Dienstleistungen an? %-Werte, n=1000 Aktuell wahr genommene Situation bei Innovationen 43 35 32 29 29 26 26 18 141414 1313 1212 8 2 Uniqa Versicherung Erste Bank Sparkassen Allianz Versicherung Generali Versicherung Raiffeisen Bank Raiffeisen Versicherung Unicredit Bank Austria BAWAG PSK Ergo Versicherung Volksbank Merkur Versicherung Gar keinen Andere Weiß nicht GRAWE Versicherung (Grazer Wechselseitige) Wiener Städtische Versicherung Neue Finanzdienstleister wie N26 oder Revolut 3 Banken (BTV, BKS, Oberbank) 29 23 22 20 1818 16 13 8 1010 11 8 9 7 6 1 25 Traue es der Marke zu Bietet das an Innovative Spitzen- reiter. Das Zutrauen in die Versicherungen hin- sichtlich ihres Angebots an innovativen Produkten ist deutlich höher als je- nes in Banken. Uniqa liegt dabei an der Spitze, ge- folgt von Erste Bank Sparkassen und Allianz. Auch Generali und Wie- ner Städtische erreichen überdurchschnittliche Werte. Lediglich Erste Bank Sparkassen und mit Abstand Raiffeisen können im Bankenbe- reich mit den führenden Versicherungen mithal- ten. Insgesamt prägen Versicherungen das In- novationsbild der Bran- che. COMPASSF: Ist Österreich im europäischen Vergleich auf zukünftige wirtschaftliche He- rausforderungen vorbereitet? Badelt: Österreich hat in der allgemein schwierigen europäi- schen Wirtschaftslage ein paar spezifische Strukturprobleme zu meistern. Dazu zählen vor allem die Konsolidierung der öffentli- chen Haushalte aber auch die Beförderung eines raschen Strukturwandels in der Industrie. Beides sind mühsame Wege, die wir bereits begonnen haben. Welche Reformen wären aus Sicht des Fiskalrats notwen- dig, um Österreich langfristig wettbewerbsfähig zu halten? Neben der Budgetkonsolidierung sind das vor allem Maßnahmen, um durch technologische Inves- titionen die Industrie weniger energieintensiv zu machen. Dazu kommt die Senkung der Lohnne- benkosten und der Abbau von unnötigen Regulierungen, Stich- wort: Entbürokratisierung. Wie bewerten Sie den derzeiti- gen Zustand der öffentlichen Finanzen in Österreich ? Die gegenwärtige Lage ist ziemlich kritisch. Aber ein Weg zur Konsolidierung ist einge- Budgetkonsolidierung bleibt steinig CompassF-Interview mit dem Präsidenten des Fiskalrats Dr. Christoph Badelt HERBERT SCHNEEWEIẞ Dr. Christoph Badelt © LISI NIESNER 14 | 01-2025Leider gibt es nur ganz wenige Maßnahmen, die es einer Regierung möglich machen, nachhaltig die Inflation zu bekämpfen. Hier werden in der politi- schen Debatte völlig überzogene Erwartungen geweckt. Wirksam wäre zweifellos Druck auf die Energieerzeuger, die Strompreise einzubremsen und den „Österreichaufschlag“ bei den Lebensmit- teln in Brüssel zu bekämpfen. Können Sie Preiseingriffen (bei Lebensmittel) etwas abgewinnen? Nein, eigentlich nicht, weil diese nicht nachhaltig sind, verteilungspolitisch eher kritisch zu sehen sind und diese – falls es um die Senkung der Mehrwert- steuer geht – entweder sehr teuer sind oder aber – bei entsprechender Gegenfinanzierung innerhalb des Umsatzsteuersystems – die Inflation kaum bremsen würden. Ihre Meinung zum digitalen Euro und zur zu- künftigen Rolle der Banken in Österreich? Ich bin da kein Fachmann. Aber eines ist klar: Die österreichischen Banken sind mit ihrer Eigenkapital- basis gut aufgestellt und daher sehr verlässlich. Vielen Dank für das Interview. schlagen. Dieser wird allerdings einige Jahre dauern, er wird auch nach Ende dieser Legislaturperiode fortzusetzen sein. Wo sehen Sie die größten Risiken für die Budgetstabilität in den kommenden Jahren? Abgesehen davon, dass immer externe Krisen auf das Land hereinbrechen können, zum Beispiel kriegerische Auseinandersetzungen, sehe ich das größte Risiko darin, dass die Regierenden, Bund, Länder, aber auch Sozialpartner, nicht die nötige Kraft aufbringen könnten, wirklich Strukturreformen umzusetzen. Ist die Schuldenpolitik der aktuellen Regierung langfristig tragfähig – oder besteht Nachjustie- rungsbedarf? In den kommenden Jahren, während des Defizitver- fahrens mit der EU-Kommission, steht zunächst die Reduzierung des Defizits im Vordergrund. Erst danach wird es wirklich um die Reduzierung der Schulden gehen, und das ist noch ein langer und harter Weg. Was wären Ihrer Meinung nach die drei griffigs- ten Maßnahmen, um die Inflation in Österreich zu bekämpfen? © LISI NIESNER 01-2025 | 15CompassF: Visa versteht sich als „Netzwerk, das Menschen verbindet“ – wie gestaltet Visa die Zukunft des Zahlungsver- kehrs, lokal und global? Ahammer: Visa ist ein globaler Zahlungstechnologieanbieter, der Menschen, Unternehmen und Märkte verbindet. Unser Ziel: Bezahlen soll überall einfach, sicher und nahtlos funktionieren. Dafür investieren wir in Innovatio- nen, die weltweit skalieren und lokal relevant sind. Wir moderni- sieren Zahlungsinfrastrukturen, beschleunigen Geldbewegungen und integrieren neue Technolo- gien wie sichere digitale Identi- fikationen und Künstliche Intelli- genz. So schaffen wir die Basis für eine vernetzte Zahlungswelt, die Vertrauen, Geschwindigkeit und Komfort vereint. Welche Innovationen werden den Zahlungsverkehr in den nächsten Jahren besonders prägen? Der Wandel im Zahlungsverkehr ist rasant. In den letzten fünf Jahren hat sich mehr verändert als in den fünf Jahrzehnten davor. Künstliche Intelligenz, insbeson- dere Generative KI, wird den Handel und den Zahlungsverkehr ähnlich revolutionieren wie einst das Internet. Ein Beispiel dafür ist Agentic Commerce: eine Entwick- lung, bei der KI nicht nur unter- stützt, sondern aktiv für uns handelt. Digitale Assistenten werden künftig Produkte suchen, vergleichen, empfehlen und sogar kaufen – ganz im Auftrag des Konsumenten. Damit das funktio- niert, müssen Zahlungen sicher und nahtlos im Hintergrund ablaufen. Gemeinsam mit führenden KI-Unternehmen aus Europa und der ganzen Welt werden wir diese Zukunft Realität werden lassen. Parallel dazu arbeiten wir daran, Stablecoins in die nächste Generation von Zahlungen einzubinden. Dazu kooperieren wir mit dem gesam- ten Ökosystem, von Wallet-Anbie- tern bis zu globalen Banken. Unser Ziel ist es, Stablecoins sicher und weltweit nutzbar zu machen und damit die Brücke zwischen heutiger Infrastruktur und den Möglichkeiten von morgen zu schlagen. Wie stellt Visa sicher, dass Innovation und Sicherheit Hand in Hand gehen? Bei Visa ist Sicherheit die Basis von allem. Wir investieren jedes Jahr Milliarden in Betrugspräven- tion und Cybersicherheit und nutzen seit Jahrzehnten KI und maschinelles Lernen, um Risiken frühzeitig zu erkennen. Unser Anspruch: Jede neue Lösung muss mindestens so sicher sein wie die bestehende – egal ob es um mobile Zahlungen, digitale Assistenten oder neue Online- Checkout-Möglichkeiten geht. Sie sind nun selbst schon seit einigen Jahren erfolgreich in Österreich tätig. Wie innovativ ist der Markt aus Ihrer Sicht? Österreich zählt laut dem Global Innovation Index 2025 zu den Top 20 der innovativsten Länder der Welt – und das spürt man. Ich erlebe den Markt als sehr aufge- schlossen gegenüber neuen Technologien. Im Bereich digitaler Zahlungen gibt es allerdings noch Potenzial. So spielt Bargeld hierzulande nach wie vor eine größere Rolle als in Ländern wie Schweden oder den Niederlan- den. Doch die Dynamik ist klar: Mit zunehmender Digitalisierung und Visa treibt die digitale Transformation des Zahlungsverkehrs weltweit voran. Stefanie Ahammer, Country Managerin von Visa Österreich, spricht über Innovation, Sicherheit und die Rolle neuer Technologien im Zahlungsverkehr. © VISA ARIANE DUWE Visa: Die Zukunft des Bezahlens 1601-2025wachsender Akzeptanz auf Händlerseite verändert sich auch das Zahlungsverhalten. Wir sehen, dass Innovation und Komfort immer stärker gefragt sind – und genau hier setzen wir an. Welche Entwicklungen sehen Sie hierzulande beim Zahlver- halten? Digitales Zahlen entwickelt sich in Österreich zum neuen Stan- dard. Besonders kontaktloses und mobiles Bezahlen gehört immer selbstverständlicher zum Alltag. Unserer repräsentativen Marktstudie zufolge bezahlt bereits jede:r Vierte mit Smart- phone oder Smartwatch – Ten- denz steigend. Vorreiter ist die junge Generation: Drei Viertel der 18- bis 35-Jährigen würden eher ihr Handy als ihre Geldbörse mitnehmen. Das zeigt: Die Zukunft des Bezahlens ist digital, und sie beginnt jetzt. Was bedeutet für Visa Partner- schaftlichkeit in Österreich? Partnerschaftlichkeit bedeutet für Visa: gemeinsam Lösungen entwickeln, die den Markt voranbringen. Wir arbeiten eng mit Banken, Fintechs als auch Händlern zusammen – immer mit dem Ziel, das Bezahlen einfacher und noch sicherer zu machen. Von entscheidender Bedeutung ist dabei unser Team vor Ort. Es kennt die Besonderheiten des österreichischen Marktes und ver- bindet dieses Wissen mit der globalen Expertise von Visa. Vielen Dank für das Gespräch! © DRAGAN DOK Stefanie Ahammer, Country Managerin Visa Österreich „ Wir sehen, dass Innovation und Komfort immer stärker gefragt sind – und genau hier setzen wir an. “ 1701-2025CompassF: Die diesjährige ForumF-Konferenz steht unter dem Motto Innovation. Welche Herausforderungen sieht die Finanzwirtschaft in den kommenden Jahren? Peter Neubauer: Es ist ein komplexer Mix an The- men, der die Herausforderung nicht kleiner macht. Nachhaltigkeit mit den ESG-Vorgaben verändert die Geschäftsgebarung direkt und erhöht massiv die Anforderungen an Compliance und Reporting. Gleichzeitig treibt die digitale Transformation mit Game-Changern wie Künstlicher Intelligenz oder Blockchain den Wandel voran. Diese parallelen Entwicklungen zu meistern, ist die wahre Challenge. Roland Pirker: Und es braucht auch kulturellen Wandel. Innovation ist nicht nur Technologie, sondern Haltung – Mut, Entscheidungsfreude und Offenheit für Neues. Gerade in einer stark regulierten Branche ist das nicht selbstverständlich. Wir wollen mit dem ForumF Innovation Day Räume schaffen, in denen Ideen entstehen und voneinander gelernt wird. Wie stark spürt die Branche den Druck dieser Megatrends? Neubauer: Der Anpassungsdruck ist enorm. Vor wenigen Jahren sprach kaum jemand über Genera- tive AI – heute steht sie ganz oben auf der Agenda. Anfangs ging es um Prozessoptimierung oder Risikominimierung. Jetzt zeigt sich, dass KI das Kundenverhalten selbst verändert. Das hat direkten Einfluss auf Geschäftsmodelle und Wertschöp- fungsketten. Pirker: Genau deshalb brauchen wir Austausch. Die Finanzbranche steht mitten in einem Lernprozess. Wir wollen zeigen, wie Unternehmen auf Verände- rungen reagieren – und dass Innovation auch bedeutet, Chancen frühzeitig zu erkennen. Es geht um Orientierung in einer Zeit, in der sich die Spiel- regeln permanent verschieben. CompassF im Gespräch mit Peter Neubauer (Gründer von ForumF) und Mag. Roland Pirker (Geschäfts- führer REGAL & ForumF). HERBERT SCHNEEWEIß „ Erfahrungsaustausch ist die Grundlage für Fortschritt. “ Innovation als Motor der Finanzwirtschaft Mag. Roland Pirker, Geschäftsführer REGAL & ForumF Peter Neubauer, Gründer ForumF Peter Neubauer 1801-2025 Der Innovation Day präsentiert zahlreiche „Best Practices“. Welche Beispiele haben Sie besonders beeindruckt? Pirker: Vor allem die Vielfalt. Von Nachhaltigkeits- projekten über HR-Initiativen bis zu digitalen Produktlösungen – Innovation passiert heute in allen Unternehmensbereichen. Gemeinsam mit unserem Partner Deloitte haben wir einen spannenden Mix an Cases ausgewählt, die zeigen, wohin sich die Branche bewegt. Neubauer: Und das Entscheidende ist: Wir lernen voneinander. Der Erfahrungsaustausch ist die Grundlage für Fortschritt. Nichts ist in Stein gemei- ßelt – schon gar nicht in einer Branche, die sich so dynamisch verändert. Diese Offenheit macht den Innovation Day so wertvoll. Ist Österreich überhaupt ein Land der Innovationen? Neubauer: Ja, definitiv. Österreichische Banken und Versicherungen haben früh das Potenzial in Mittel- und Osteuropa erkannt und erfolgreich genutzt. Auch technologisch, etwa im Zahlungsverkehr, waren wir oft Vorreiter – von der Chipkarte bis zu Mobile Payment. Pirker: Österreich ist ein Land der stillen Innovato- ren. Viele heimische Institute entwickeln Lösungen, die international Beachtung finden – oft ohne großes Aufsehen. Mit ForumF wollen wir diese Innovationskraft sichtbar machen und jenen eine Bühne geben, die die Branche voranbringen. Wie wichtig sind Plattformen wie ForumF und Veranstaltungen wie der Innovation Day? Pirker: Niemand kann erfolgreich sein, wenn er nur auf den eigenen Bauchnabel schaut. Wir fördern den Austausch, schaffen Sichtbarkeit und Inspiration. Das stärkt die gesamte Branche. Neubauer: ForumF war von Beginn an als Plattform für Information, Vernetzung und Wissenstransfer gedacht. In Zeiten des Umbruchs ist Dialog wichtiger denn je – denn Innovation entsteht nie im Alleingang. Vielen Dank für das Gespräch. „ Innovation ist nicht nur Technologie, sondern Haltung, Mut, Entscheidungsfreude und Offenheit für Neues. “ Roland Pirker Together is what makes the impossible achievableNext >