Rewe-Vorstand Mag. Marcel Haraszti

Exklusiv-Interview mit Rewe Vorstand Mag. Marcel Haraszti: Billa mit Groß-Eröffnungen in Wien, Gloggnitz und Pinkafeld

Rewe: Großes Interview mit Vorstand Marcel Haraszti

  • 300 Millionen Invest für 2020
  • Rewe heuer mit 60 neuen Standorten, davon 30 Billa
  • Merkur plant heuer sieben Neueröffnungen
  • Adeg wächst um 2,26 Prozent

REGAL: 2019 investierte Rewe 300 Millionen Euro in ihre Flotte. Wie hoch wird das Invest 2020 sein und wo liegen die Schwerpunkte?
Haraszti: Wir planen auch heuer über 300 Millionen Euro in Österreich zu investieren. Unser Fokus liegt nach wie vor auf der qualitativen Expansion. Sprich: Stärkung des Vertriebsnetzes durch Modernisierungen, Umbauten und Neueröffnungen. Außerdem werden wir in den Ausbau der Digitalisierung investieren und bis Ende des Jahres das Billa Click&Collect Service von derzeit 130 auf rund 400 Filialen erhöhen. Denn wir bemerken, dass die Corona-Krise die Digitalisierung im Handel schneller vorantreibt und setzen auf unsere digitalen Services im Sinne unserer Kunden.

Wie viele neue Geschäfte wird die Rewe 2020 in Österreich eröffnen? Lässt sich diese Zahl auch auf die einzelnen Vertriebsschienen herunterbrechen?
Es ist geplant im Jahr 2020 rund 60 Standorte zu eröffnen, in etwa die Hälfte davon fällt auf Billa. Bei Merkur sind heuer sieben Neueröffnungen geplant, bereits im Jänner 2020 konnten wir mit Merkur in Vorarlberg ADEG Riedmann übernehmen. Bipa wird 2020 planmäßig 17 Filialen ans Netz bringen, darüber hinaus wird die Anpassung an das neue Ladenlayout forciert: 140 Shops werden heuer modernisiert.

Auf welche Eröffnungen freuen Sie sich 2020 besonders?
Bei Billa werden wir in den nächsten Monaten in der Wiener City zwei Filialen eröffnen, eine davon auf der Rathausstraße und eine in der Schauflergasse beim Michaelerplatz im ehemaligen Cafe Griensteidl. Dort ist ein innovatives Ladenkonzept geplant und wir haben sehr auf die baulichen Gegebenheiten Rücksicht genommen, um dieses tolle historische Gebäude perfekt für unsere Kunden zu inszenieren.

Bei Billa waren 2019 größere Märkte über 1.000 m2 Verkaufsfläche sehr gefragt. Sehen Sie hier weiteres Expansions-Potenzial?
Darauf setzen wir bei Billa auch weiterhin. Es sind für heuer drei Standorte in Gloggnitz, Großpetersdorf und Pinkafeld geplant, die über 1.000m² Verkaufsfläche haben werden.

Der Adeg Großhandel zeigte 2018 eine sehr gute Performance. Wie sieht die Entwicklung 2019 aus. Bleibt die Rewe bei ihrem Bekenntnis zu einem Ausbau der Kaufmanns-Flotte?
Wir sehen eine sehr positive Entwicklung bei den Kaufleuten in den letzten Jahren, auch 2019 lag das Umsatzwachstum bei erfreulichen 2,26 Prozent. Unsere ADEG-Kaufleute überzeugen mit einem breiten regionalen Sortiment und Innovationsstärke. Es ist – wenn man so will – die ländliche Interpretation eines Start-ups in Kombination mit den Strukturen der REWE Group Österreich, die den Kaufleuten Sicherheit gibt und den Erfolg ausmacht.
 
Zur Corona-Krise: Wie performte die Rewe Österreich während der Corona-Krise? Wie entwickelte sich der Online-Umsatz?
Wir haben im März und im April sehr positive Umsatzzuwächse. Auf der anderen Seite stehen aber auch hohe Zusatzkosten für Schutzmaßnahmen, Prämien, die wir unseren Mitarbeitern gezahlt haben sowie die Aufnahme neuer Mitarbeiter. Allein bei Billa wurden über 1.000 neue Mitarbeiter aufgenommen. Die Coronakrise hat im Handel zu einem massiven Umbruch geführt, das Kunden- und Kaufverhalten hat sich verändert. Neben der Regionalität hat auch die Digitalisierung einen drastischen Schub bekommen. Die Bestellungen im Billa-Onlineshop haben sich verachtfacht. Hier haben wir schnell reagiert und Kapazitäten erhöht.

Herr Vorstandsdirektor, vielen Dank für das Interview.

Gregor Schuhmayer