Markant: MPreis, dm, Müller, Nah&Frisch und viele Gastro-Händler dabei

Mega-Schub für Markant

Der Verrechnungsumsatz in Österreich kletterte 2018 auf 2,2 Milliarden Euro. Heuer erwartet Markant ein Plus von fünf Prozent.

Mega-Schubkraft bei Markant. Die Austro-Dependance konnte im abgelaufenen Jahr den Verrechnungsumsatz (2018) um vier Prozent auf 2,2 Milliarden Euro pushen. Und dennoch: Das zuletzt erzielte Rekordhoch ist nur ein Zwischenstopp, denn: Geschäftsführer Mag. Thomas Zechner nimmt bereits neue Schallmauern ins Visier. „Wir gehen 2019 von Steigerungsraten um rund fünf Prozent aus. Das Vertrauen in unsere Dienstleistungen wächst.“

Partner-Betriebe. Eine Aufwärtsbewegung, die sich auch an der steigenden Anzahl der Partner-Betriebe ablesen lässt. 41 Handels-Unternehmen bedient die Markant mittlerweile. Der letzte Zugang im Juli war die MTH Retail Group – in Österreich vertreten mit Libro und Pagro. Hand in Hand mit diesem Schub werden auch die Industriepartner mehr. „Wir haben 2018 rund 200 zusätzliche Partner dazu gewonnen und liegen insgesamt bei 2.000. Ein Plus von 14 Prozent.“ Auch 2019 werde sich die Zahl bei einem Plus von mehr als 200 neuen Betrieben einpendeln. Und dennoch: Potenziale gibt es weitere. „Im DIY-Bereich gibt es noch weiße Flecken. Fixe Neuzugänge zeichnen sich hier aber nicht ab.“

Kleine Unternehmen. Verstärkt sollen auch kleine Unternehmen ins Visier genommen werden. „Wir zählen bereits rund 100 Kleinstlieferanten zu unseren Partnern.“ Die Range reicht hier von Fleischereien bis hin zu landwirtschaftlichen Betrieben. Hintergrund: „Es macht Sinn, dass unsere Han­dels­partner einen hundertprozentigen Durchsatz über die Markant haben“, unterstreicht Markant AG Geschäftsführer Alois Kruth.

Außenumsatz. Die Markant-Phalanx wird indes insgesamt immer breiter. Der Außenumsatz liegt mittlerweile bei satten 4,2 Milliarden Euro. Der größte Brocken im Konzert der Handelsbetriebe ist C&C. „40 Prozent unseres Verrechnungsumsatzes kommt von C&C- und Großhändlern.“ Weiterhin nicht an Bord sind hier aber Riesen wie Metro und AGM.

Rechnungen. Die EDI-Quote liegt im Bereich der Rechnungsübermittlung bei 97 Prozent. Für die österreichischen Unternehmen werden jährlich eine Million Belege abgewickelt. Doch das Thema elektronischer Datenaustausch hantelt sich weiter vor und betrifft längst nicht mehr nur Rechnungen.

Bestellung, Bilder. In Sachen bilateraler Artikelpass ist Markant mit seinen Partnern in die nächste Phase eingetreten. Von 1.900 Industriepartnern wurden Stammdaten von 400.000 Artikeln (+ 11 %) erfasst. Einen Zuwachs gab es hier insbesondere bei Logistik-Stammdaten. Insgesamt wurden sechs Millionen GTINs exportiert. Und: Bis Ende des Jahres wickeln 100 Lieferanten, die 40 Prozent des Verrechnungsumsatzes ausmachen, 100 Prozent ihres Datenaustausches über die Markant ab. Aufholbedarf ortet Zechner noch bei den Bilddaten. 90.000 davon sind bereits eingespeist. 660 Industriepartner sind an Bord. Zwar ein Plus von 33 Prozent, aber dennoch „ist hier Potenzial vorhanden“. Ziel ist, für alle Verkaufseinheiten mindestens ein Bild zur Verfügung zu stellen.

Regalpreise. Großes hat Markant auch mit seinem MAPIS-Tool vor. Die Abkürzung, die ursprünglich für Marken-Aktionspreis-Informations-System steht, braucht einen neuen Namen. Denn künftig sollen auch Regal- und Onlinepreise für Industrie und Händler erfasst werden. „Wir wollen mit diesem modularen System zum Beispiel auch Marktanteile oder Bewegtbilder anbieten“, erläutert Kruth. Der Roll-out soll etwa Mitte nächsten Jahres stattfinden.
Das 2018 angekündigte Vorfinanzierungstool ECI Liquidity Tool wurde im DACH-Raum bereits aufgeschaltet. „Der Bedarf ist allerdings derzeit überschaubar“, so Zechner.

Markant ist Dienstleister. Ob bei der Schweizer Mutter in Pfäffikon oder beim Austro-Ableger in Wien. „Wir sind die unsichtbare Kraft im Handel. Wir nehmen keinerlei Einfluss auf strategische Positionierung oder Tagesgeschäft. Wir unterstützen unsere Mitglieder in ihrer Selbstständigkeit, indem wir als Dienstleister jene Prozesse übernehmen, die oft vom Wesentlichen – nämlich der Kundenansprache – abhalten.“ Markant positioniert sich weiter als frisch geschmiertes Uhrwerk für Prozesse, Abläufe und Dienstleistungen, aber ohne Einkaufsmacht. Ausnahme: Eigenmarken. „Insgesamt geht es dabei um ein Volumen von mittlerweile einer Milliarde Euro“, so Kruth. Mehr als 1.000 Preiseinstiegs-Artikel werden gemanagt. Zuletzt sogar im Bio-Bereich. „Dabei geht es alleine in Österreich um einen Umsatz von 90 Millionen Euro. Tendenz steigend.“

Ungarn. Die Landesgesellschaft der Markant Österreich betreut von hier aus Ungarn, Kroatien und Slowenien. Besonders gut performt Ungarn. Zuletzt stellte sich ein Plus von 20 Prozent ein. Eine eigene Länderniederlassung dort sei allerdings weiterhin nicht geplant. „Das macht erst ab einem Umsatz von 500 Millionen Euro Sinn“, so Zechner gegenüber REGAL. Aktuell liege dieser bei rund 150 Millionen Euro.

Konzern. Auch konzernweit steigen die Umsätze massiv an. „Wir werden heuer die 54-Milliarden-Euro-Marke knacken“, so Kruth. Dabei verlagern sich die Markant-Geschäftsfelder immer weiter Richtung Benelux.

Herbert Schneeweiß, Verena Widl