Mag. Monika Fiala, Waldquelle-GF

Exklusiv-Interview: So tickt die „Managerin des Jahres 2019“, Waldquelle-GF Mag. Monika Fiala

Waldquelle gibt Gas mit Glas

Ende Oktober wurde Waldquelle-Geschäftsführerin Mag. Monika Fiala vom Management Club Burgenland zur „Managerin des Jahres“ ausgezeichnet. Und die 51-Jährige gibt Gas mit Glas. Über eine Million Euro fließen 2020 in eine Glasoffensive.

REGAL: Gratulation! Sie sind gerade vom Management Club Burgenland als „Managerin des Jahres“ ausgezeichnet worden. Warum glauben Sie, haben gerade Sie diese Auszeichnung bekommen?
Fiala: Seit Ende 2017 bin ich Geschäftsführerin bei Waldquelle. In den vergangenen beiden Jahren habe ich gemeinsam mit meinem Team und den Waldquelle Mitarbeitern intensiv daran gearbeitet, das Unternehmen in zukunftsweisende Bahnen zu leiten und an veränderte Rahmenbedingungen anzupassen. Diese Auszeichnung sehe ich als Zeichen, dass unsere Arbeit auch nach außen hin sichtbar ist und wir gemeinsam auf einem guten Weg sind.

Wie geht’s aktuell dem Unternehmen?
Der Sommer war insgesamt eher durchwachsen und kein Rekordsommer wie der Sommer 2018. Die 1,5-Liter-PET entwickelte sich rückläufig, hier hat sicherlich das steigende Umweltbewusstsein der Konsumenten einen großen Einfluss. Denn andere Segmente sind dafür stark wachsend, wie z.B. die 1-Liter-Glas-Mehrweg. Diese Packung hat in unserem Haus ja eine sehr lange Tradition und war und wird für uns immer sehr wichtig sein, daher werden wir auf dieses Segment auch aufbauen. Die Verkaufszahlen sind so stark steigend, dass wir trotz massivem Nachkauf von Flaschen im Hochsommer die starke Nachfrage nicht bedienen konnten. Derzeit verzeichnen wir im Mehrweg-Segment ein Wachstum von über 15 Prozent, wobei wir allein im Juli plus 35 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zugelegt haben. Das 0,5-Liter-PET-Segment ist ebenso stark wachsend, da der Außer-
Haus-Konsum nach wie vor im Trend liegt und die Nachfrage ungebrochen ist.

Aktuelle Pläne für 2020?
So wie heuer, liegt auch 2020 ein starker Schwerpunkt auf dem Glas-Mehrweg-Segment, der Anteil liegt bei uns mittlerweile bei elf Prozent. Über eine Million Euro fließt in 100.000 neue Kisten und dazugehörige Flaschen sowie in die Glaslinie. Damit wollen wir die Verfügbarkeit sicherstellen. Bei Near Water liegt der Fokus auf unserer Top-Innovation 2019 Waldquelle Frucht still. Unser erfolgreicher Waldquelle Wandertag wird erneut stattfinden, ebenso werden wir die Baumpflanzinitiative mit mehreren Volkschulen aus dem Burgenland fortsetzen. Der TV-Spot mit den regionalen Testimonials wird ebenso weitergeführt. Für die Waldquelle Innovation 2020 haben wir eine Plakat-Kampagne am Plan.

Wo sehen Sie die größten Probleme in der Zusammenarbeit mit dem Handel?
In der derzeitigen Situation stehen wir keinem großen Kategorie-Wachstum gegenüber und die Wünsche und Ansprüche der Konsumenten verändern sich gerade massiv. In einem stärkeren Miteinander könnten wir die Herausforderungen sicherlich leichter meistern und schneller und effizienter agieren.

Welche zentrale Frage würden Sie einem Bewerber stellen?
Wann hat der Bewerber oder die Bewerberin etwas anders gemacht, als alle anderen empfohlen haben? Warum hat er/sie es durchgezogen und was waren die wichtigsten Learnings daraus? Was würde er/sie das nächste Mal machen, wenn er/sie wieder in so eine Situation kommt?

Wie würden Sie Ihren Führungsstil beschreiben?
Der Austausch mit meinem Team steht bei mir an erster Stelle. Nur gemeinsam können wir die Marke Waldquelle
erfolgreich führen und gestalten. Kommunikation auf Augenhöhe mit meinen Mitarbeitern ist deshalb für mich eine Selbst­ver­ständlichkeit. Mein Führungsstil lässt sich wohl am besten mit „kooperativ“ und „team­orientiert“ beschreiben.

Fördern Sie Frauen in Ihrem Betrieb?
Ich fördere engagierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Betrieb und freue mich sehr darüber, dass mein Führungsteam zur Hälfte aus Frauen besteht.

Welchen Rat geben Sie jungen Menschen, die ins Management wollen?
Nur Jobs annehmen, die man auch wirklich mit Begeisterung macht, und nicht für den Lebenslauf leben! Eine Karriere wird sich nur ergeben, wenn man den jetzigen Job gut macht und sich einsetzt und nicht, wenn man gedanklich schon bei den nächsten Schritten auf der Karriereleiter ist.

Wenn Sie nicht diesen Job hätten, welchen Beruf hätten Sie?
Ich wäre wohl entweder Gärtnerin oder würde eine Almhütte führen – man erkennt meine Begeisterung für die Natur!

Was war Ihr größter Erfolg?
Dass es mir gelungen ist, in den vergangenen zwei Jahren mit dem Waldquelle Team bereits viele Akzente zu setzen, die nach außen hin sichtbar sind und letztlich auch zu meiner Auszeichnung als Managerin des Jahres geführt haben.

Was war Ihre größte Niederlage?
Die größte Niederlage in diesem Jahr war, dass wir trotz intensiver Arbeit und vermeintlich guter Vorbereitung, Ausverkaufssituationen im Sommer hatten, die mit der Weisheit des Rückblicks natürlich vermeidbar gewesen wären.

Welche Eigenschaft können Sie bei anderen Menschen überhaupt nicht ausstehen?
Ich kann überhaupt nicht leiden, wenn ständig gejammert wird und das Glas immer nur halb leer ist. Für mich ist ein Glas zum Nachschenken da! Unsere Welt verändert sich rasant schnell und wir müssen uns an die neuen Gegebenheiten anpassen und tagtäglich dazulernen – alles Neue und Ungewisse schlecht zu sehen, bringt niemanden weiter.

Ihr Lebensmotto?
Es hat alles etwas Positives, auch wenn es sich manchmal gut versteckt.

Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Mit dem Verkauf von Eierschwammerl. Ich bin ja aus Murau und wir haben als Kind im Sommer unser Taschengeld verdient, indem wir Eierschwammerl gepflückt haben. Pro Kilogramm bekamen wir damals um die 60 bis 100 Schilling und das war sehr, sehr viel Geld für uns.

Wie entspannen Sie am besten?
Bei gemeinsamen Ausflügen und Unternehmungen mit meiner Familie. Wir spielen auch sehr gerne zusammen. Den Kopf bekomme ich am besten frei, wenn ich mich sportlich betätige. Ich gehe sehr gerne laufen oder schwimmen und fahre Mountainbike.

Mit wem würden Sie den Abend mit einem Glas Wein verbringen?
Ich fände es sehr spannend, Greta Thunberg zu treffen und mich mit ihr auszutauschen, da es mich extrem beeindruckt, in diesen jungen Jahren mit so viel Konsequenz und Energie eine solche Initiative auf die Beine zu stellen. In dem Fall wäre es aber wahrscheinlich bei einem Glas Waldquelle Mineralwasser und nicht einem Glas Wein.

Wieviel Taschengeld bekommen Ihre Kinder?
Sehr spannende Frage – vor allem für meine Kinder. (lacht) Denn meine Zwillinge sind der Meinung, sie bekommen viel zu wenig, nämlich 15 Euro im Monat. Ich bin der Meinung, dass das ohnehin schon sehr viel Geld ist. Bis dato konnte ich noch nicht vom Gegenteil überzeugt werden, meine Kinder arbeiten aber hart daran.

Danke für das Gespräch.

Robert Falkinger