Billa-Vorstandssprecher Robert Nagele

REGAL-Gespräch mit Billa-Vorstandssprecher Robert Nagele

Was plant Billa 2020?

Billa-Vorstandssprecher Robert Nagele will 2020 das Expansions-Tempo bei der gelb-roten Supermarktkette vorantreiben. 30 Projekte sind eingetaktet. Auch der Energiesparhebel steht im Fokus. 20 Prozent mehr Fläche für O&G.

Billa hält sein kräftiges Expansions-Tempo. Die gelb-rote Supermarkt-Kette will ihr Netz bis zum Jahresende auf rund 1.110 Standorte ausbauen. „Nach einer Wiedereröffnung in Kalsdorf bei Graz stehen heuer noch 13 neue Märkte sowie 15 Umbauten auf unserer Agenda“, bestätigt Billa-Vorstandsspecher Robert Nagele im REGAL-Gespräch. Mehr als 120 Millionen Euro flossen 2019 in die gelb-rote Flotte.

Vision 2020. Eine Schlagzahl, die auch 2020 mit gleicher Wucht fortgesetzt wird. „Wir werden auch im nächsten Jahr rund 30 neue Billa-Märkte hochziehen, wenn gleich sich die Netto-Expansion bei rund 15 Standorten bewegen wird.“ Alleine in der Steiermark sind drei neue Outlets sowie vier Modernisierungen eingetaktet.

Weiße Flecken. Potenziale ortet der Billa-Chef auch im Burgenland. „Hier haben wir mit Sicherheit noch nicht das Ende der Fahnenstange erreicht.“ Nach der Eröffnung in Stoob findet derzeit in Frauenkirchen ein Standortabtausch statt. Weiße Flecken gäbe es noch in ganz Österreich: „Aber sie werden immer weniger. Uns geht es künftig um Flächenerweiterung und Standortabtäusche“, gibt Nagele den Weg vor.

Pilotmarkt Purkersdorf. Erste Zahlen liegen zudem für den Pilot-Markt in Pur­kersdorf (Niederösterreich) auf dem Tisch. „Wir sind mit der Entwicklung zufrieden, aber wir sind nach wie vor noch nicht auf dem Niveau, das wir vor dem Abbruch hatten. Es profitieren weiter die Märkte in der Nähe des Standorts.“ Dennoch: „Wir geben unseren umgebauten Filialen nach der Wiedereröffnung Zeit. Wir rechnen, dass jeder neue Markt ungefähr nochmals die Schließzeit benötigt, um wieder voll anzulaufen.“

Zweitplatzierungen im Gang sind in jedem Fall Geschichte. „Hier haben wir uns auf einen Paradigmenwechsel verständigt. Aktionen finden künftig nur auf entsprechend gekennzeichneten Gondelköpfen statt.“ 250 bis 300 Standorte sind mittlerweile auf das neue Konzept umgestellt.

Ebenfalls im Roll-out: ESL. „Bei jeder Neueröffnung und jedem Umbau wird ESL implementiert. Wir senken damit die Reklamationen an der Kasse und erhöhen den Umsetzungsgrad von Aktionen auf nahezu 100 Prozent.“ Zusätzlich wurden bereits 200 „alte“ Filialen nachgerüstet.

O&G: Mehr Fläche. Änderungen gibt es auch im Sortiment. „Wir werden der O&G-Abteilung künftig noch mehr Platz einräumen“, so Nagele. Musterbeispiel ist dabei die Filiale Kalsdorf bei Graz, wo die entsprechende Fläche um 20 Prozent nach oben gedreht wurde. „Das wird aber je nach Filialfläche differieren.“ Sicher ist: Bei jedem Umbau und Neubau wird auch ein gekühlter O&G-Bereich von 2,50 bis 2,75 Laufmeter aufgeschalten.

Auch die Individualität der Märkte steht im Fokus. „Wir steuern durch neue Möglichkeiten im Floor Management viele Sortimente standortspezifisch an.“ Das schlägt sich auf sinkende Pflicht-Paletten nieder. „Rund zwei Drittel des Billa-Sortiments gleicht sich von Standort zu Standort.“
Vom Netz geht die Eigenmarke Billa Corso, die in die eigentliche Billa-Marke überführt wurde. „Wir haben diese auf rund 500 Artikel ausgebaut und für einige spezielle Corso-Sortimente eine zeitlich limitierte 50 Produkte umfassende Feiertags-Linie implementiert.“

Stromkosten steigen. Darüber hinaus will Nagele seine Flotte weiter auf Energieeinsparungen einschwören. „Die Stromkosten werden 2020 um rund 16 Prozent steigen, wir müssen gewappnet sein.“ So wird ab dem nächsten Jahr bei sämtlichen Standorten ein Energie-Monitoring durchgeführt. „Wir haben dabei eine Oberkante definiert, wird diese überschritten, dann schauen wir uns die Filiale nach möglichen Stromfressern genauer an.“ Ebenfalls auf der To-do-Liste: Die Anzahl der eingesetzten Photovoltaik-Anlagen wird von 20 auf 30 erhöht.
Darüber hinaus wird die LED-Umstellung vorangetrieben. „Wir haben heuer bei weiteren 150 Filialen alle Beleuchtungskörper getauscht. Insgesamt sind 860 Standorte - in unterschiedlichen Varianten – energiespezifisch sehr gut aufgestellt.“ Dennoch schnürt Nagele bereits neue Maßnahmen-Pakete. „Der nächste Schritt wird sein, dass wir auch die Mopro-Abteilungen schließen.

Herbert Schneeweiß