Adeg Wolfsberg-Chef Arno Riedl hält den Kurs.

Adeg Wolfsberg GF Riedl exklusiv

  • Adeg Wolfsberg geht mit einer Outlet­anzahl von 23 Betrieben und rund 20 Lieferstellen ins Jahr 2020
  • Umbau in Maria Rojach eingetaktet, Invest: 70.000 – 80.000 Euro
  • Umsatz soll über drei Prozent wachsen

Die Adeg Wolfsberg will 2020 durch­starten. „Wir wollen heuer ein Umsatzplus von mehr als drei Prozent schreiben“, erklärt Geschäftsführer Arno Riedl im REGAL-Gespräch. Und das flächenbereinigt, denn: Für das aktuelle Jahr sind keine neuen Märkte in der Pipeline. „Es gibt eigentlich kaum mehr weiße Flecken im Lavanttal“, so der Geschäftsführer. Lediglich ein möglicher Standort ist noch im Visier: „Wir sind uns aber nicht einig, ob wir dort zuschlagen wollen und werden uns mit der Entscheidung noch Zeit lassen.“

Hintergrund: „Aufgrund der jetzt schon hohen Dichte an Adeg-Märkten in unserem Liefergebiet wollen wir uns nicht selbst kannibalisieren.“ Das Bewusstsein über die Leistungsfähigkeit künftiger Standorte ist groß. „Unter zwei Millionen Euro Umsatz ist es kaum mehr möglich, einen Markt gewinnträchtig zu führen. Dazu braucht es mittlerweile mindestens eine Fläche von über 400 m2 und noch besser zwischen 500 und 600 m2.“ Kleinere Flächen tun sich immer schwerer, wirtschaftlich zu performen und tragen immer öfter nur mehr durch das Einkaufsvolumen im Großhandel zum Erfolg bei.“

Dementsprechend werden die nächsten zwölf Monate unter die Überschrift „Konsolidierung“ gestellt. Die Umbauten beim AGM Wolfsberg und im Adeg-Markt im EUCO-Center sind größtenteils abgeschlossen. „Wir haben insgesamt drei Millionen Euro verbaut.“ Eine weitere Million wäre noch für die Errichtung neuer Geschäfts-Mietflächen am angrenzenden Grundstück des EUCO-EKZs veranschlagt gewesen. „Es ist jedoch die Entscheidung gefallen, das 1.000 m2 große Gebäude an der Klagenfurter Straße nicht selbst zu errichten. Statt­dessen haben wir das Baurecht an die ortsansässige G+H Ziviltechnik GmbH vergeben.“

Für heuer steht noch die Neugestaltung des Restaurants und der Außenfassade am Programm. „Das wird aber nicht im ersten Halbjahr passieren und ist mit rund 500.000 Euro veranschlagt.“ Ansonsten gelte es „die Kriegskassen für neue Auf­gaben zu füllen.“

Insgesamt sind 17 Filialen, das EUCO-­Einkaufszentrum und sechs Kaufmannsstandorte am Netz. Der Großteil davon ist bereits modernisiert und am neuesten Stand. „Wir werden uns heuer aber noch um den 300 m2-Markt in Maria Rojach kümmern.“ Ein Schritt, der sich mit rund 70.000 bis 80.000 Euro zu Buche schlagen wird.

Ein leichtes Plus gibt es bei den Lieferstellen. „Hier werden wir über die 20 Standorte kommen. So gewinnt die Adeg Wolfsberg einen Neukunden am Klopeiner See und einen Bauernladen in Wolfsberg dazu.“

Mit der Entwicklung im abgelaufenen Jahr war Riedl nicht vollends zufrieden,. „Wir haben im ersten Halbjahr 2019 ein Plus von 1,6 Prozent geschrieben.“ Die anvisierte Hürde von rund fünf Prozent wurde, auch aufgrund der Umbau-Schließzeiten, nicht genommen. „Dabei schreibt das Euco-Center seit der Modernisierung Zuwachsraten von 13 bis 15 Prozent Plus. Wir konnten aber die nicht so überzeugende Entwicklung bis zur Wiedereröffnung nicht mehr ganz umdrehen.“ Dennoch erwartet sich Riedl für 2020 Rückenwind: „Wir haben unsere Frequenz um 3,5 Prozent ausbauen können.“ Zahlen, die sich nach der AGM-Neuaufstellung nicht einstellten. „Wir sind da in etwa am gleichen Niveau wie vor dem Umbau. Die Schönheit des Standorts schlägt sich beim C&C-Kunden nicht, wie gewünscht, mit vermehrten Einkäufen zu Buche. Viel mehr müssen wir uns einem harten Kampf um die kleinen und auch mittelgroßen Gastronomiebetrieben stellen.“ Dennoch: Die Kunden kommen weiter in das Geschäft. „Abholung macht bei uns weiter 60 Prozent aus.“

Noch intensiver wollen die Kärntner das Thema Regionalität bespielen. „Wir haben für 15 Lieferanten und über 200 Produkten eine zentrale Auslieferung organisiert und wollen das noch ausbauen.“ Darüber hinaus verstärkt eine ehemalige Marktleiterin das Vertriebsteam im Außendienst. „Sie soll individuell für jeden Markt Potenziale erkennen und heben.“

Zufrieden zeigt sich Riedl mit der Adeg-Zusammenarbeit. Die Gesprächsbasis mit den beiden Kleeblatt-Chefs Brian Beck und Jürgen Öllinger passt. Einer Zusammenarbeit über das aktuelle Vertragsende bis Ende 2020 stehe seitens der Kärntner nichts im Wege.

Dazu gibt Riedl ein weiteres Commitment zum Thema Jö-Karte ab. „Viele Kaufleute haben sich eine Kundenkarte gewünscht und stehen auch weiter voll dahinter.“ Und das, obwohl damit der Umsatzdruck stärker wird. ­Jö-Karte und Rabattsammler kosten natürlich auch Spanne, welche nur durch Mehrumsatz wieder generiert werden kann – Kunden­bin­dungs­pro­gramme kosten eben auch Geld.“

Herbert Schneeweiß