Hofer-Chef Horst Leitner setzt im Bereich Obst und Gemüse auf lose Produkte und nachhaltige Verpackungen wie z. B. biogene Netze.

Jährliche Einsparung von über 1.000 Tonnen Verpackungsmaterial: Die erfolgreiche Zwischenbilanz der „Hofer Verpackungsmission“

Hofer am „grünen“ Weg

Die im September 2018 initiierte und 2019 zum Leuchtturmprojekt ernannte „Hofer Verpackungsmission: Vermeiden. Wiederverwenden. Recyceln.“ kann nach über einem Jahr ambitionierter Verpackungsoptimierung erfolgreich Bilanz ziehen.

Zahlreiche Maßnahmen zur Plastikreduktion und Verpackungsoptimierung wurden von Hofer bereits umgesetzt – darunter die Auslistung von Einwegplastikprodukten wie Wattestäbchen, Becher, Geschirr und Besteck mit Ende 2019 – und eine jährliche Ersparnis von über 1.000 Tonnen Verpackungsmaterial erreicht. Diesen Weg geht die Hofer 2020 genauso zielgerichtet weiter und verfolgt zukunftsorientierte Ziele.

Rund 900.000 Tonnen Kunststoffabfälle fallen jedes Jahr in Österreich an, knapp ein Drittel davon wird wiederverwertet. Um diese großen Mengen an Plastikmüll einzudämmen, sind langfristige Strategien erforderlich. Diese entwickelt Hofer im Rahmen seines Projekt 2020-Leuchtturmprojekts „Die HOFER Verpackungsmission“: Die ambitionierten Ziele reichen von gänzlich eingesparter oder nachhaltigerer Verpackung bei 50 Prozent des Obst- und Gemüsesortiments bis Ende 2020 über die Recyclingfähigkeit bei 100 Prozent der Exklusivmarken-Verpackungen des Standardsortiments bis Ende 2022 bis hin zu 30 Prozent Reduk­tion des Materialeinsatzes bei Exklusivmarken-Verpackungen bis Ende 2025.

Reduktion von Verpackungsmüll. Neueste Erfolgsmeldung ist die mit Ende 2019 erfolgte Auslistung sämtlicher Einwegplastikprodukte wie beispielsweise Becher, Geschirr, Besteck oder Wattestäbchen mit Plastikschaft. Alleine durch die Umstellung auf umweltfreundliche Wattestäbchen mit Papierschaft vermeidet Hofer rund 50 Tonnen Kunststoff jährlich. Ein weiterer Fokus liegt auf dem Bereich Obst und Gemüse. Das Angebot an unverpackten Artikeln wird laufend ausgebaut, bei Karfiol, Chinakohl und Gurke konnte beispielsweise bereits die Verpackung gänzlich gestrichen werden. Gemeinsam mit dem Einsatz von Natural Branding – die natürliche Beschriftung mittels Lasergravur auf der Schale, welche konventionelle Sticker zur Deklaration ersetzt – können jährlich rund 51 Tonnen Kunststoff eingespart werden. Mit der Inbetriebnahme einer Natural Branding-Anlage im Burgenland im Frühjahr 2019 hat Hofer die Weichen gestellt, um das Angebot an gebrandeten Produkten noch weiter auszubauen.

Alternative Verpackungen. Wenn Ver­packungen nicht gänzlich vermieden werden können, kommen bei Hofer – wo immer möglich – alternative oder besonders recyc­lingfähige Verpackungsmaterialien zum Einsatz. Bei den BIO-Marken „Zurück zum Ursprung“ und „Natur Aktiv“ werden etwa biogene Netze aus Holzfaser bei einigen BIO-Produkten wie Kartoffeln oder Zwiebeln sowie kompostierbare Zellulosefolie bei zahlreichem BIO-Obst und -Gemüse verwendet. Zukünftig wird auch bei konventioneller Ware verstärkt auf Verpackungsmaterial aus Zellulose gesetzt. Zusätzlich spart der Diskonter mit Kartontassen bei Suppengemüse und Porree jährlich etwa 70 Tonnen an herkömmlichen Kunststoff ein. Insgesamt werden bereits rund 40 Prozent der Obst- und Gemüseartikel entweder lose oder in ökologischer Verpackung (z. B. holzbasierte Verpackungen wie Papier oder Zellulose mit Zertifizierung) angeboten. Zudem sind seit Juli 2019, nach einer mehrmonatigen Testphase in ausgewählten Filialen, kompostierbare Obstknotenbeutel in ganz Österreich als Alternative zu herkömmlichen Kunststoff-Obstknotenbeuteln erhältlich. Diese sind biologisch abbaubar sowie kompostierbar und können dadurch nach dem Einkauf zum Sammeln und Entsorgen von Biomüll weiterverwendet werden. Seit Jahresbeginn sind zudem auch wiederverwendbare Mehrwegnetze für Obst und Gemüse dauerhaft erhältlich.

Die BIO-Exklusivmarke „Zurück zum Ursprung“ setzt auch abseits von Obst und Gemüse auf nachhaltige Verpackungsinnovationen: Seit Anfang 2019 sind ausgewählte BIO-Teigwaren in Papier- anstatt im Plastikbeutel erhältlich, nur wenige Monate später wurden bei vier BIO-Molkereiprodukten die Plastikdeckel gestrichen und im Herbst 2019 wurde der Rezyklat-Anteil bei den „Zurück zum Ursprung“-Mineralwasserflaschen auf 100 Prozent erhöht. Diese Maßnahmen ersparen der Umwelt insgesamt 600.000 Plastikbeutel und knapp 360 Tonnen Plastik pro Jahr. Darüber hinaus finden Kunden seit 13. Jänner mit der Ursprungs-Heumilch von „Zurück zum Ursprung“ die bisher nachhaltigste Milch des Diskonters im Kühlregal. Die klimaneutrale, ungebleichte Verpackung ohne Plastikverschluss spart im Vergleich zu einem herkömmlichen Getränkekarton rund die Hälfte der Treibhausgasemissionen ein.

Wiederverwenden statt verschwenden. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau von Mehrweglösungen. Plastiktragetaschen sind bei Hofer bereits seit Anfang 2017 Geschichte. Seither können Kunden auf ein besonders günstiges Angebot an Mehrweg-Tragetaschen zurückgreifen, welches kontinuierlich ausgebaut wird. Dadurch werden rund 300 Tonnen Kunststoff pro Jahr eingespart. Im Sinne des Mehrweg-Gedankens bietet der Diskonter regelmäßig mehrere wiederverwendbare Produkte als Aktionsartikel an, wie z. B. Stieleisformen, Silikondeckel als Alternative zu Plastikdeckel bei Milchprodukten oder Mehrwegbecher für unterwegs.

Gregor Schuhmayer