Bettina Zsabetich managt vier Stand­orte im Burgenland.

Umbau-Pläne bei Spar-Kauffrau Zsabetich

  • Bettina Zsabetich reduziert ihre Flotte auf vier Standorte
  • 2020 soll ein Plus zwischen drei und fünf Prozent erzielt werden
  • 2021 liegen Umbau-Pläne für Mönchhof auf dem Tisch

Fünf Standorte. Ein Umsatz von rund zehn Millionen Euro im Jahr: Bettina ­Zsabetich ist eine Vorzeige-Kauffrau der Spar im Osten. Die Burgenländerin sorgte mit ihrem Markt-Quintett rund um den Neusiedler See für Furore. Der letzte Paukenschlag: Die Er­öffnung eines Schmuckstücks in Gols Mitte des ­Jahres 2019.

Doch mit dem Jahreswechsel zimmerte „Betty“ noch einmal an ihrer Flotte. „Wir haben uns entschieden, uns von dem Standort in Breitenbrunn zu trennen“, sagt die Kauffrau im REGAL-Gespräch. Der Hintergrund: „Unsere Struktur mit einem Geschäftsführer für die Gruppe und Marktleitern in den einzelnen Standorten lässt eine positive Bilanzierung des 350 m2 großen Marktes nicht zu. Als Einzelstandort ist der Markt erfolgreich führbar, im Verbund nicht.“ Dementsprechend rasch zog die Sparianerin die Notbremse und vermietet mit Hilfe des Großhandelspartners Spar den Markt. Der neue Fokus: „Wir wollen die vier verbliebenen Standorte pushen.“ Dabei fungiert die Chefin gleichzeitig auch als Gebietsleiterin, das Back-Office bildet der neu eingesetzte Geschäftsführer ab.

Ein Plus zwischen drei und vier Prozent will Zsabetich mit dem Quartett im Jahr 2020 einfahren und dabei täglich mehr als 2.700 Kunden begrüßen. Dabei will die Kauffrau den Neo-Standort in Gols mit 700 m2 weiter nach oben drehen. Auch in Purbach (550 m2) und in Illmitz (550 m2) ist noch Luft nach oben. „Mönchhof überrascht uns immer wieder. Wir haben gedacht, dass wir uns mit der Eröffnung in Gols auf der 470 m2-Fläche verlieren werden, doch wir performen weiter stark und stabil.“

Dabei bleibt Zsabetich ihren Prinzipien treu. „Ich verlange viel von meinen Mitarbeitern, biete dem Team aber auch viel. Es ist eine intensive Partnerschaft und der Zusammenhalt ist enorm.“ Zsabetich ist sich sicher: „Ob ein Geschäft funktioniert oder nicht, hängt vor allem von den Angestellten auf der Fläche ab. Wir brauchen auch langjährige, fleißige Mitarbeiter, die unsere vielen Stammkunden auch entsprechend betreuen können.“ Darüber hinaus plädiert die Sparianerin für Regionalität – und diese so weit wie möglich heruntergebrochen. „Alle meine vier Standorte funktionieren unterschiedlich, obwohl sie nur wenige Kilometer voneinander entfernt sind. Dementsprechend brauche ich auch auf die Einzel-Märkte abgestimmte Sortimente.“

Image-Zugpferd nennt es die Kauffrau, zahlenmäßig komme der Regio-Anteil aber nicht auf über zehn Prozent. Dennoch gibt es auch im lokalen Bereich die Umsatz-Highlights. „Wir verkaufen in der Woche 1.000 Bio-Eier von unserem Partner Lunzer.“

Auch Aktionen werden pro Geschäft unterschiedlich angenommen: „In Mönchhof verkaufen wir an manchen Tagen 50 Prozent und mehr aktioniert, in Gols sind das am gleichen Tag oft nur 25 Prozent.“ Eine Lanze bricht Zsabetich für die Spar-Eigenmarken. „Gerade die Tann ist ein wichtiger Einkaufsfaktor bei Spar geworden.“

Ein fünfter Markt stehe für Zsabetich nicht mehr zur Diskussion. „Ich will meine Zeit künftig vierteln. Vier Geschäfte sind mein Maximum.“ Dennoch: Für 2021 liegen wieder Umbaupläne auf dem Tisch. „Wir wollen den dann 15 Jahre alten Markt in Mönchhof erneuern.“

Betroffen zeigt sich die Kauffrau von politischen Aussagen anlässlich der Burgenland-Wahl. „Ich war geschockt, dass jene Unternehmer als Verbrecher hingestellt wurden, die ihren Mitarbeitern keine 1.600 Euro netto Monatsverdienst geben können. Da rufe ich die Politiker auf, sich aus dem Beamtensicherheitsnetz zu wagen und selbst Unternehmer zu werden.“

Herbert Schneeweiß