Ludwig ­Askemper, General Manager von Mondelēz ­Österreich

Mondelēz: Ausbau von Oreo und Milka

Seit Mai 2019 steuert Ludwig ­Askemper als Managing Director erfolgreich das Geschäft von Mondelēz Österreich. 2020 will der gebürtige Deutsche die ­Fokusmarken Milka, Tuc und Oreo vor allem mit österreichrelevanten Aktivierungen weiter ausbauen. Alles unter dem Motto „Snacking Made Right“.

REGAL: Herr Askemper, Sie sind seit zehn Jahren im Mondelēz Konzern tätig und seit Mai 2019 als Managing Director hier in ­Österreich. Wie sehen Sie die Zusammen­arbeit mit dem Handel?
Askemper: Für uns ist wichtig, dass wir die Zusammenarbeit mit dem Handel mit dem Herzen machen und nicht nur aus einem Excel Sheet heraus argumentieren. Wir wollen daher verstärkt auch Verständnis für die Problematiken im Handel haben. Meine Karriere hat im Außendienst begonnen und mein beruflicher Weg war immer eng mit dem Thema Handel verknüpft. Aus meiner Erfahrung ­heraus sehe ich, dass die Erfolge immer aus einer guten Beziehung zum Händler entstanden sind. Das strebe ich auch für Österreich an. Natürlich wollen wir beide unsere Ziele erreichen.

Wie war denn das Jahr 2019?
Mondelēz International hat mit einem Umsatz von knapp 26 Milliarden U.S. Dollar auf globaler Ebene ein tolles Jahr abgeliefert. Ich bin ja erst mit Mai gestartet, die Kollegen haben aber bis dahin schon ordentlich Gas gegeben. In Österreich haben wir gute und konsumentenrelevante Innovationen auf den Markt gebracht. Innovationen sind in unseren Kategorien der Hauptmotor für positive Entwicklungen. Auch die Maßnahmen in Richtung Nachhaltigkeit haben gewirkt.

Welche Marken stechen in der Performance hervor?
Oreo hat sich toll entwickelt. Wir bauen die globale Marke Oreo in Österreich weiter aus. Vor meiner jetzigen Position war ich als Managing Director für die Märkte in Tschechien und Slowakei verantwortlich. Das sind klassische Keksländer, denen gegenüber Österreich noch Potenzial hat. Milka Zarte Momente war ebenfalls erfolgreich. Auch der Bereich salzige Snacks mit der Marke Tuc spielte gute Ergebnisse ins Haus.

Wo liegen heuer die großen Schwerpunkte?
Wir sind gerade mit vier Sorten unserer neuen Submarke Milka Dark Milk gestartet. Wie Marktforschungen zeigen, bevorzugen ältere Erwachsene in Sachen Schokolade eher dunklere Schokolade, doch meist fehlte bisher die typische Zartheit von Milchschokolade. Das haben wir jetzt mit Milka Dark Milk, die einen Kakaogehalt von 40 Prozent aufweist, geschafft. Hier haben wir noch viel vor und wollen die Marke langfristig am österreichischen Markt etablieren. Werblich pushen wir diese Innovation demnächst u.a. mit einem TV- Spot. Das gleiche gilt für Milka Zarte Momente, die wir ebenfalls weiter vorantreiben wollen. Tuc ist eine sehr erfolgreiche Marke, die wir im Frühjahr mit der neuen Sorte Baked Bites Paprika weiter vorantreiben.. Mit den Milka Küchlein Minis, bedienen wir den Sharing-Trend und den Trend zur Portion Control. Das Saisongeschäft bleibt für uns und auch für den Handel ein wichtiges Element. Die Kooperation mit dem Nationalpark Hohe Tauern wird fortgesetzt, weil ja die Marke Milka eine ganz besondere Beziehung zum Lebensraum der Alpen hat.

Mondelēz ist ein globaler Konzern mit rund 80.000 Mitarbeitern und in 150 Ländern der Welt präsent. Wie wollen Sie konzernintern das Beste für Österreich ­herausholen?
Bei aller Globalität des Konzerns will ich das Geschäft vor allem mit für den österreichischen Markt relevanten Angeboten ausbauen. Zudem liegt mir daran, Innovationen für Österreich auch schneller zu bekommen. Hier möchte ich mit der österreichischen Flagge vorausgehen. Österreich ist ein Milka Land und wir werden weiterhin die Zugkraft der Marke nützen. Dass unser Europa-Chef ein Südtiroler istund ­Österreich gut kennt, hilft uns dabei.

Konsumententrends?
Es gelingt uns gerade sehr gut, die aktuellen Geschmacks- und Verhaltenstrends in Produktlösungen zu überführen. Das beinhaltet etwa den Trend zu dunklerer Schokolade, zu kleinen Portionsgrößen, zur Nachhaltigkeit.

Wie kann der Handel mehr Umsatz mit Ihrem Portfolio machen?
Wenn wir gemeinsam mit dem Handel das Problem der Out-of-Stock Situationen angehen, könnten wir erhebliche Umsatzpotenziale heben. Das Promotionthema bleibt bei Süßwaren ein wichtiges Element. Wir bieten unter Milka eine große Sortenvielfalt an. Der Konsument möchte seine Lieblingssorte am POS leicht finden. Hier können zum Beispiel schöne Gondelkopfplatzierungen oder Zweitplatzierungen Orientierung bringen.

Mondelēz ist mit den Keksen und salzigen Snacks stark in Richtung Snacking unterwegs. Früher stand Milka rein für die Tafelschokolade. Wie sehen Sie die Zukunft des Formats der Tafelschokolade?
Milka wird immer für ein starkes Tafelschokoladen-Sortiment stehen. Und wir sind stolz mit dem Werk in Bludenz einen wichtigen Teil der Tafelproduktion in Österreich zu haben.

Wird das Werk weiter modernisiert?
Das Werk mit seinen rund 300 Mitarbeitern ist eng mit der Region verknüpft. Es fungiert als Kompetenz­zentrum für die Großtafeln. Das Werk zählt mit einer Million Tafeln pro Tag zu unseren größten Schokoladenwerken in Europa und bietet neueste Technologie. Aus der Bludenzer Produktion gehen Lieferungen nach ganz Europa, bis nach Russland und teilweise auch in die USA. Die Tafelschokolade in der regulären Größe wird im deutschen Lörrach produziert. Es ist sinnvoll, unsere Werke dort zu haben, wo die Rohware herkommt. So sind wir in Bludenz nahe der Alpenmilch, die Keksfabriken in Frankreich sind dort, wo große Weizenfelder sind.

Danke für das Gespräch.

Robert Falkinger