Adeg-Obmann Kovsca berichtet

  • Kaufleute mit Bistro leiden
  • Adeg Standort-Anzahl: 280
  • Großteil der Kaufleute schreibt ein Plus von mehr als zwei Prozent

2019 glückte den selbständigen Adeg Kaufleuten ein Schub über der Inflationsrate. „Das abgelaufene Jahr ist generell sehr gut verlaufen“, erklärt Obmann Mag. Anton Kovsca.

Zufrieden mit Entwicklung. Sicher ist: Die Performance der gebrandeten Adeg-Kaufleute ist gut, das „Feeling“ der Selbstständigen ebenso. „Der Großteil der Kaufleute entwickelt sich mit einer Steigerung über zwei Prozent,“ freut sich Kovsca.

Anzahl der Kaufleute. Auch die Anzahl der Kaufleute, die das „Kleeblatt“-Logo tragen, ist einzementiert: „Wir liegen weiter bei 280 Standorten und haben es auch geschafft, für einige Märkte wie in Rangersdorf oder Teufenbach Nachfolger zu finden.“ Insgesamt handelt es sich um eine Armada, die „in der Vielzahl“ und „mit weit über 90 Prozent Teil- oder Voll-Adaptierungen auf das neue Konzept durchgeführt haben.“ Dennoch hatte das Jahr 2019 auch einige Überraschungen parat: „Wir sehen durchaus ein Revival der kleineren Standorte. Es gab Märkte bis 200 m2 Verkaufsfläche und mittlere Outlets zwischen 200 und 400 m2, die sich sehr gut entwickelt haben.“

Jö-Club. Auch der Zuzug zum Jö-Club bezeichnet der Obmann als gut. „Ich denke, dass nahezu alle gebrandeten Standorte – also weit über dem Startwert von 90 Prozent – mittlerweile beim Jö-Club dabei sind und entsprechende Aktionen anbieten.“

Expansion. Expansion an sich ist für die gesamte Branche eine Herausforderung. „Daran wird sich auch nichts ändern,“ so Kovsca. Aber die Ausbau-, Umbau- und Modernisierungswelle werde kontinuierlich vorangetrieben. „Das ändert sich auch zu Zeiten von Corona nicht. Mir ist von Rückstellungen im Investitionsbereich nichts bekannt.“

Corona-Auswirkungen. Die Auswirkungen auf die Kaufmannschaft ist derzeit zwiegespalten. „Es leiden sicher die Kaufleute, die ein Bistro angeschlossen hatten. Diese Umsatzrückgänge lassen sich mit einheimischen Kunden nicht wettmachen.“ Keine Folgen hat die Corona-Krise zudem auf das Aktionsgeschäft. „Ob vor oder nach der Ausgangsbeschränkung: Das Aktionsbewusstsein der Kunden ist ungebrochen. Wir liegen in unserem Geschäft weiter bei 30 Prozent.“

Mag. Kovsca zur Krisen-Bewältigung in seinem Geschäft

Exemplarisch zeichnet Kovsca den Ausbruch der Corona-Maßnahmen und deren Konsequenzen für das eigene Geschäft in Nötsch im Gailtal (Kärnten) nach. „Wir haben in den Tagen vor dem Lockdown Umsätze wie zu Weihnachten oder Silvester gemacht. Der einzige Unterschied: Der Schwerpunkt lag nicht auf der Feinkost, sondern im Trockensortiment.“ Danach brachen die Frequenzen weg. „Wir haben sicher 30 Prozent Frequenz im Geschäft verloren, aber verzeichnen dennoch ein Umsatzplus.“ Dabei spielen die Zustellung und Abholmöglichkeiten eine große Rolle: „Wir hatten vor der Corona-Krise drei bis fünf derartiger Bestellvorgänge, jetzt liegen wir bei über 20.“ Die Solidarität in der Bevölkerung ist groß: „Es hat sich in der Dorfgemeinschaft ein Zusammenhalt entwickelt, so kaufen Jüngere für Ältere mit Listen ein.“ Dabei bietet Kovsca Wertgutscheine an, eine weitere Hilfestellung in Zeiten der Krise: „Damit erfolgt der gesamte Ablauf bargeldlos.“

Regionalität. Dabei ortet der Obmann einen Schub für Regionalität. „Die Rewe Group hat uns auch beim Höhepunkt sehr gut beliefert und gesorgt, dass wir trotz punktueller Ausverkaufssituationen von allem genug da hatten.“ Und dennoch: „Wir haben durch einige Direktlieferanten profitiert, die uns zum Beispiel verschiedene Mehl-Varianten zusätzlich liefern konnten.“ Ausfälle gab es bei einzelnen Käse- und Milch-Produkten, aber auch bei Germ. „Sie ist vor Ostern in Kärnten immer besonders gefragt, weil viele noch den Reindling backen wollen. Corona hat diese Situation noch verschärft.“ Nachgefragt waren auch Nudeln oder Konserven. „Die bewegte Menge war enorm, aber weniger Mitarbeiter-fordernd als zu Weihnachten.“

Sortiment. Aktuell habe sich die Situation beruhigt. Käse, Mopro und O&G wird derzeit gut verkauft. Auch Artikel aus dem Flugblatt. Dagegen haben es impulsgetriebene Produkte schwer, genauso wie „einzelne Sortimentsteile wie Spargel, die nicht wahrgenommen werden, wenn ich nicht ins Geschäft komme.“ Kovsca: „Wir haben alles da bis auf Gummibänder.“ Die Nachfrage ist in diesem Bereich nach wie vor hoch. Neu im Sortiment sind auch handgefertigte Schutzmasken. „Wir haben bereits mehrere Hundert Exemplare vom benachbarten Trachtengeschäft verkauft.“

Plexiglas-Wände. Überhaupt waren die Kaufleute bei der Umsetzung von neuen Schutz-Behelfen federführend. „Wir haben schon am Dienstag nach dem Lockdown professionelle Plexiglas-Wände für unsere Kassiererinnen aufgebaut. Wir konnten diese sogar in Eigenregie errichten, weil wir auf Kräfte aus unserem geschlossenen Baumarkt zurückgreifen konnten.“ Dieses Vorgehen kenne Kovsca „von einigen Kaufleuten.“ Die Erstausstattung der Rewe Group mit Schutzmasken habe funktioniert. Auch ein Desinfektions-Spender hat der Kleeblättler aufgebaut.

Herbert Schneeweiß