Kiennast kann Einbrüche teilweise abpuffern

  • Gastro-Minus von 25 bis 30 Prozent befürchtet
  • Sortiment wird für den Re-Start neu aufgestellt

99,3 Millionen Euro konnte Kiennast 2019 erwirtschaften. Ein Plus von 8,1 Prozent. Der Umsatzturbo dabei: Die Gastronomie. Die Garser konnten im gesamten Bereich von Gastronomie, Hotellerie und Großküchen 46,6 Millionen Euro einfahren. Die Steigerungsrate: 12,2 Prozent. „Das war ein schönes Ergebnis, das aber heuer nach der Corona-Krise nicht möglich sein wird“, erklärt Geschäftsführer Mag. (FH) Alexander Kiennast im REGAL-Gespräch.

Krise. Die Niederösterreicher sind massiv vom Shut-down der Gastronomie betroffen. „Derzeit haben wir ein Minus zwischen 30 und 40 Prozent“, so der Geschäftsführer. Auch die Hochrechnungen bis zum Jahresende lassen auf keinen raschen Umkehrschwung schließen. Im positivsten Szenario wird der Gastro-Geschäftspart von Kiennast bis Ende 2020 um 25 bis 30 Prozent sinken. „Da stehen aber noch viele Fragezeichen dahinter.“ Während einige Eurogast-Mitglieder mit Abgängen von 90 Prozent zu kämpfen haben, konnte Kiennast den Absturz in Grenzen halten. Hintergrund: „Wir dürfen nicht nur unsere Kaufleute, sondern auch den öffentlichen Bereich von den Justizanstalten bis hin zu Krankenhäusern beliefern.“

Maßnahmen. Die akute Shut-down-Phase konnten die Niederösterreicher gut bewältigen. „Wir haben einen frühzeitigen Krisen-Stab eingerichtet und waren Dank unserer Eurogast-Partner auch österreichweit gut vernetzt.“ Kiennast operiert mit Kurzarbeit und öffnete auch das Großhandelslager in Gars und forciert den Privatkunden-Verkauf im C&C-Markt Gmünd. „Dennoch sind diese Maßnahmen nur ein Tropfen auf dem heißen Stein.“

Lager-Stände. Weiter problematisch sind die Lager-Stände. „Wir und die gesamte Eurogast-Gruppe haben und hatten die Läger im Wert eines zweistelligen Millionen-Betrags voll. Mit Ende April ergab sich eine neue Ablauf-Welle.“ Dementsprechend bauen die Garser vor. In Normal-Zeiten fassen das Lager- und das Gastro-Angebot 12.000 bis 13.000 Artikeln. „Wir müssen schauen, dass wir zum Start ein geeignetes und auch verfügbares Sortiment für unsere Partner bereithalten. Ich könnte mir vorstellen, dass wir die Palette anzahlsmäßig zwischen fünf und 15 Prozent reduzieren und dann Schritt für Schritt wieder hochfahren.“ Konkret: „Wir werden statt sechs vielleicht nur noch drei Schinken-Varianten anbieten.“ Dabei wird das Sortiment auch um Schutzmasken und Desinfektionsmitteln verbreitert. „Wir werden diese Artikel für unsere Gastro-Partner parat halten.“

Investitionen werden in der Gruppe zurückgestellt oder ins zweite Halbjahr verlegt. „Wir bei Kiennast werden zum Beispiel ein CRM-Modul noch nicht updaten und setzen nur jene Maßnahmen um, die auch strategisch zum aktuellen Zeitpunkt notwendig sind.“