Gespräch mit Unimarkt-Chef Dkfm. Andreas Haider

Unimarkt taucht kräftig an

  • Gruppenumsatz liegt bei 410 Millionen Euro
  • EBT liegt bei drei Millionen Euro
  • Bis 2020: neue Logistik-Pläne

Punktlandung bei Unimarkt. Das oberösterreichische Familien-Unternehmen konnte auch 2019 das anvisierte Ergebnis einfahren. „Wir haben ein konsolidiertes EBT von drei Millionen Euro erreicht“, bestätigt Geschäftsführer Dkfm. Andreas Haider im REGAL-Gespräch. Die Eigenkapitalquote liegt mittlerweile bei fast 40 Prozent. „Wir sind kerngesund und haben den Turn-Around geschafft.“

Umsatz. Der Gruppen-Umsatz pendelte sich im abgelaufenen Jahr bei 410 Millionen Euro ein. In der vergleichbaren Vorjahresperiode waren noch 420 Millionen Euro in die Kassen gekommen. Für Haider kein Grund zur Sorge: „Wir haben den Abschmelzungsprozess bei den Liefer-Stellen noch nicht ganz ausgestanden.“ Dazu haben die Oberösterreicher bewusst auf Umsatz verzichtet, „weil wir uns auf Einzelstück-Kommissionierung nicht konzentrieren und die Anzahl an Liefer-Stellen nicht künstlich hochhalten wollen.“ 2019/2020 belieferte der Pfeiffer Großhandel noch 363 Standorte. Zuletzt waren noch 384 am Netz. Insgesamt erwirtschaftete die Unimarkt- Gruppe aus diesem Geschäftsfeld 91 Millionen Euro.

Nah&Frisch. Stabil ist dabei die Anzahl von Nah&Frisch-Geschäften. 224 Märkte stehen weiter auf der Pfeiffer-Tourenliste. „Hier sehen wir keinen Abschwung nach unten mehr.“

Unimarkt. Dazu nimmt die Unimarkt-Armada gehörig Tempo auf. Die Unimarkt-Handelsgesellschaft erreichte im Geschäftsjahr 2019/20 einem POS-Umsatz von rund 286 Millionen Euro. „Das ist wirklich ein sehr gutes Ergebnis und eine Umsatzsteigerung von 1,44 Prozent.“ Dabei konnten im Umbau-Jahr 2019 nicht immer alle 125 Standorte etwas zum Umsatz beitragen. „Umso zufriedener sind wir mit den erreichten Zahlen.“

2020. Auch 2020 bleibt Haider seiner Vorwärts-Strategie treu. „Wir werden umsatzmäßig in jedem Fall deutlich über die Steigerungs­raten des letzten Jahres kommen.“ Die Corona-Zeit brachte Rückenwind, die auch im Mai 2020 an­hielt. „Da lagen wir 20 Prozent über dem Vorjahr.“ Dementsprechend ist auch wieder ein forderndes Ergebnis für die nächste Monate gesteckt. „Wir wollen neuerlich rund drei Millionen EBT erwirtschaften.“

Expansion. Dazu soll die Unimarkt-Flotte gleich um vier Standorte wachsen. Neue Märkte sind etwa in Lembach und Natternbach eingetaktet. „Darüber hinaus wollen wir noch zwei Neubauten hochziehen.“ Insgesamt schnürte Haider ein Investitionspaket für die Strukturverbesserung der Märkte von zehn Millionen Euro. Dazu soll sich ein Logistik-Vorstoß bis 2022 ebenfalls mit zehn Millionen Euro zu Buche schlagen. Konkret wird das bestehende Lager in Traun ausgehöhlt und technisch auf den neuesten Stand gebracht. „Wir werden zusammen mit der Transgourmet Kühltechnik, Klimazonen und Abläufe adaptieren.“

Keine Wackelkandidaten. 2019 wurden noch 7,8 Millionen Euro in die Armada gepumpt. Während zuletzt punktuell Unimarkt-Standorte vom Netz genommen wurden, „gibt es jetzt keine Wackelkandidaten mehr.“

Switch von Nah&Frisch auf Unimarkt. Stattdessen werden auch künftig Nah& Frisch-Märkte für die Unimarkt-Flotte rekrutiert. Konkret geht es dabei um Standorte mit Flächen von über 400 m2. „Wir haben bewiesen, dass wir bei den umgebauten Geschäften rund 30 Prozent drauflegen können, weil wir ein entsprechendes Sortiment für derartige Flächen anbieten können.“ Die Marke Nah& Frisch funktioniere am besten bei Märkten um die 250 m2. Ein neues Musterprojekt ist mit dem zweiten Halbjahr 2020 in St. Leonhard bereits in der Pipeline.
Rückenwind erwartet sich Haider auch mit der Payback-Partnerschaft. „Wir werden nach der Corona-Phase hier mehr Zugkraft haben.“ Aktuell liegt die Payback-Umsatzdurchdringung nach den ersten vier Monaten des Jahres bei fast 35 Prozent. „Unser Ziel liegt bei einer Durchdringung von mindestens 40 Prozent im ersten Jahr – wir sind auf einen guten Weg dorthin“, erzählt Haider.
Dazu arbeitet das Unternehmen hart an die Erweiterung der Online-Kapazitäten. „Wir werden sie in Kürze verdoppeln können.“

Herbert Schneeweiß