Spar: Marken sind Krisen-Winner

Branchentreff Spezial: Interspar-Chef Mag. Markus Kaser im Interview

  • Feinkost trotz Lockdown II auf gutem Weg
  • Marken in der Krise wichtig
  • Regionalität und Start-ups: Ausbau bei Interspar

REGAL: Die Frische hat in der Branche beim ersten Lockdown kräftig gelitten. Die Leute wollten sich nicht gerne anstellen. Hat sich das mittlerweile geändert, sind die Kunden auch im zweiten Lockdown etwas gelassener geworden, läuft die Feinkost nun zufriedenstellend?
GF Mag. Markus Kaser: Besonders während des Lockdowns waren die Menschen besonders auf Hygiene und Abstand bedacht. Sie haben daher verstärkt zu vorverpackter Ware gegriffen. Wir haben durch massive Investitionen in Maßnahmen zur Gesundheitsvorsorge wie Gratis-Masken, DesinfektionsmittelSpender und für Kunden sichtbare Hygiene-Vorkehrungen das Vertrauen in die Feinkost wieder auf bauen können. Auch unser einzigartiges Sortiment beispielsweise von Burger-Patties oder Dry Aged Beef in kompetenter Bedienung haben zur steigenden Frequenz in der Feinkost beigetragen. Derzeit sind wir also zufrieden mit der Entwicklung.

Wie entwickeln sich regionale Sortimente bei Interspar?
Regionalität wird für Kunden seit mehreren Jahren ein zunehmend wichtigeres Kriterium bei der Kaufentscheidung. Die Spar-Gruppe kann dabei durch die regionale Struktur der Zweigniederlassungen und einem regionalen Einkauf besonders punkten. Interspar geht seit über 10 Jahren einen Schritt weiter und bietet in den einzelnen Märkten Produkte aus nächster Nähe rund um den Markt unter unserer Initiative „Von dahoam das Beste!“. Dieses lokale Sortiment entwickelt sich ausgezeichnet. Nach klassischen österreichischen Lebensmitteln von Fruchtsäften über Brot bis zu Frischfisch, haben wir das Sortiment in den letzten Jahren auf Near-Food-Artikel ausgedehnt und bieten beispielsweise auch Hautpflege von lokalen Herstellern. Neu ist seit heuer auch die Einbindung lokaler Lieferanten bei unseren neuen Unverpackt-Stationen. In den Hypermärkten Salzburg-Europark und Nussdorf-Debant liefern unter anderem lokale Hersteller Bio-Hülsen und Bio-Trockenfrüchte für unsere Abfüllstationen. Insgesamt sind wir mit der Artikel und Umsatzentwicklung sowie mit der Nachfrage nach lokalen Produkten sehr zufrieden.

In welchen Bereichen sehen Sie Chancen für Start-ups?
Unter der Initiative „Young & urban“ bieten Spar und Interspar Startups eine Möglichkeit zur Partnerschaft auf Augenhöhe. Unter dieser starken Dachmarke stellen wir Start-ups aus den unterschiedlichsten Bereichen – von Food bis Non-Food – den Kunden vor und pushen mit unseren umfassenden Marketing-Maßnahmen deren Bekanntheit und Absatzmöglichkeit. Möglich sind Kooperationen von lokaler Ebene in nur einzelnen Märkten über unsere Lokalitätsinitiative „Von dahoam das Beste“ bis zu nationalen Listungen in der Spar-Gruppe, je nach Größe und Potential der Start-ups.

Wie hat sich in der Krise die klassische Marke geschlagen?
Besonders in Krisen suchen Menschen nach Vertrauen und greifen daher zu bekannten Marken – bei Spar besonders zu den bekannten, preiswerten und hochqualitativen Spar-Eigenmarken. Hier haben wir durch langfristige Investition ins Kundenvertrauen in den letzten Monaten profitieren können.

Welche Warengruppen hat Interspar in den letzten Jahren bei neuen Märkten ausgebaut beziehungsweise den Ladenbau dafür weiterentwickelt?
Das Nonfood-Warenwelten-Konzept ist seit über zehn Jahren erfolgsentscheidend für Interspar. Im internationalen Vergleich der Großfläche sieht man deutlich, dass wir hier den richtigen Weg eingeschlagen und konsequent verfolgt haben. An den Warenwelten arbeiten wir laufend und entwickeln diese von Markt zu Markt weiter. Augenscheinlich sind derzeit die Veränderungen in der Warenwelt Küche & Tisch, die wir einerseits vergrößert und andererseits bei den neuen Märkten in Richtung Frischemarktplatz optisch geöffnet haben. Somit finden unsere Kundinnen und Kunden auf einem Platz die Soft und Hardware – also das Frischfleisch und die Bratpfanne, die Gurke und den Schäler, die Forelle und das Fischmesser. Damit verbinden wir noch deutlicher unsere Kompetenz im Food und Non-Food-Sortiment. Neu entwickelt haben wir die Unverpackt-Stationen für trockene, rieselfähige Lebensmittel wie Trockenfrüchte, Reis und Cerealien. Diese innovativen Stationen sind im klassischen österreichischen Lebensmittelhandel einzigartig und werden von unserer Kundschaft sehr gut angenommen.

Vielen Dank für das Interview.

Gregor Schuhmayer