Dr. Gabriela-Maria Straka ist Chefredakteurin im MANZ’schen Verlag (Ressort „Nachhaltigkeit in Unternehmen“) sowie Vorstandsmitglied von RespACT, Austrian Business Council for Sustainable Development
Dr. Gabriela-Maria Straka ist Chefredakteurin im MANZ’schen Verlag (Ressort „Nachhaltigkeit in Unternehmen“) sowie Vorstandsmitglied von RespACT, Austrian Business Council for Sustainable Development
© Vogus

Das bedeutet die neue Anti-Greenwashing Richtlinie der EU

Ab 27.9. 2026 wird die EmpCo-Richtlinie (RL 2024/825) EU-weit anwendbar. Sie verschärft die bestehenden Regeln gegen Greenwashing und greift in das österreichische Recht gegen den unlauteren Wettbewerb ein (UWG).

Der Österreichische Verband der Markenartikelindustrie (MAV) warnt vor negativen Folgen für die heimische Wirtschaft und fordert Übergangslösungen und eine Fristverlängerung bis März 2027. Doch was bedeutet die neue Richtlinie im Kern? Nachhaltigkeitsexpertin Dr. Gabriela Straka gegenüber REGAL: „Erstmals schafft sie eine harmonisierte ‚Schwarze Liste‘ gegen Greenwashing. Sie verschärft den Maßstab für jede Aussage über ökologische und soziale Eigenschaften eines Produktes. Sie beinhaltetet Verbote für allgemeine Umweltaussagen, für eine offset-basierte Klimaneutralität sowie nicht zertifizierte Nachhaltigkeitssiegel.“ Es sind auch Umweltaussagen verboten, die nur einen Teilaspekt betreffen, sich aber auf das gesamte Produkt oder Unternehmen beziehen. Für Hersteller, Händler und Werbetreibende kommen neue Informationspflichten zu. Statt "umweltfreundlich verpackt" muss es beispielsweise künftig heißen: „Verpackung aus XY % recyceltem PET“. Für die Unternehmen rollt daher eine Lawine an Überprüfungsarbeit und administrativer Aufwand heran. So müssen etwa alle Umwelt- und Sozialaussagen in allen Kanälen (Verpackung, Internet, Broschüre, Werbung, Social Media etc....) überprüft werden. Unternehmen müssen in Zukunft eindeutig nachweisen können, was sie kommunizieren. Pauschale Nachhaltigkeitsclaims ohne belastbare Evidenz werden zum Risiko – juristisch ebenso wie reputativ.

„Nachhaltigkeit war lange das große Differenzierungsmerkmal. Heute wird sie zunehmend zur Grundvoraussetzung ähnlich wie Qualität, Datenschutz oder Service. Kunden erwarten verantwortungsvolles Handeln mittlerweile selbstverständlich. Meiner Meinung nach liegt genau darin die neue Herausforderung für Unternehmen: Nachhaltigkeit allein verkauft nicht mehr. Unglaubwürdigkeit hingegen schadet sofort,“ so Straka.

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