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GD Horst Leitner plant einen Roll-out des neuen Ladenbaukonzepts innerhalb von zwei Jahren

interview: Herbert Schneeweiß, Gregor Schuhmayer

REGAL-Interview mit Hofer-Generaldirektor Horst Leitner

Hofer plant Mega-Umbau

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  • Bis 2025 will Hofer sein Filialnetz komplett modernisieren: 160 Millionen Euro Invest
  • Umsatz liegt bei 4,6 Milliarden Euro Umsatz

REGAL: Statista gibt den Hofer-Umsatz 2021 bei 4,4 Milliarden Euro an. Welchen Umsatz konnte Hofer 2022 erwirtschaften? Wie haben sich die Marktanteile entwickelt?
Horst Leitner:
Wir sind mit dem abgelaufenen Geschäftsjahr zufrieden. Hofer ist mit Abstand Österreichs größter Diskonter mit einem stabilen Marktanteil von rund 20 Prozent und konnte für 2022 einen Umsatz von 4,6 Milliarden Euro verzeichnen.

Gibt es eine Schwelle des Diskonts von 30 Prozent Marktanteil, die nicht zu durchbrechen ist?
Mit dieser Frage beschäftigen wir uns nicht. Wir verzeichnen seit Jahren einen stabilen Marktanteil, mit dem wir sehr zufrieden sein können.

Wie hat die Teuerungswelle die Ertragssituation beeinträchtigt?
Wir kalkulieren seit jeher knapp und geben alle Preisvorteile direkt an unsere Kunden weiter. Die Inflationssituation hat die Ertragssituation dahingehend negativ beeinträchtigt, da wir Einkaufspreiserhöhungen nicht im selben Ausmaß an unsere Kunden weitergegeben haben. Die gestiegenen Kosten konnten somit nicht gedeckt werden. Positiv ist hervorzuheben, dass gerade in Zeiten der Preis-Volatilität viele Menschen dem Diskontprinzip vertrauen.

Wie viele Geschäfte sind aktuell konkret am Netz?
Wir betreiben aktuell mehr als 530 Filialen und damit schon ein sehr dichtes Netz. 90 Prozent der Österreicher können in weniger als 15 Minuten eine Hofer-Filiale erreichen.

Wie viele neue Geschäfte plant Hofer für 2023?  Wo gibt es noch Expansions-Potenziale für Hofer?
Unsere Strategie geht daher nicht in die Richtung, in einem gesättigten Markt die Filialanzahl um jeden Preis noch weiter zu erhöhen. Das soll aber nicht bedeuten, dass wir unsere Augen nicht offenhalten, und Potenzial – sollten wir es erkennen – unter Berücksichtigung gewisser Faktoren, wie Lage, Einwohnerzahl oder Erreichbarkeit ganz genau prüfen.

Wie viele Modernisierung sind in der Pipeline? Wie hoch ist das Investitionsvolumen für 2023 und wo liegen die Schwerpunkte?
Die letzte große Filial-Änderung ist bereits 15 Jahre her. Daher sind wir seit dem Vorjahr im Begriff, Modernisierungen im Bereich Frischware, im Verkaufsraum sowie am Design durchzuführen. Unser Plan ist es, den Roll-out dieses neuen Filial-Konzeptes in den kommenden zwei Jahren bei all unseren mehr als 530 Filialen vollzogen zu haben. Dafür investieren wir insgesamt rund 160 Millionen Euro.

Wie viele Prozent der Geschäfte sind schon am neuesten Stand? Was sind aktuell die Muster-Märkte der Flotte? Gibt es im Ladenbau neue Adaptierungen?
Bisher wurden rund 275 Filialen modernisiert und wir beabsichtigen dieses Tempo beizubehalten. In Sachen Modernisierung setzen wir nicht nur bei der Innengestaltung unserer Filialen auf Nachhaltigkeit, sondern darüber hinaus. Bis Ende 2024 werden unsere mehre als 350 Filialen österreichweit über ein Mehrweg-Pfandsystem, sowie bis Ende 2025 über ein Einweg-Pfandsystem verfügen. Zudem konzentrieren wir uns weiter auf unsere Photovoltaik-Offensive, mit der wir bereits im Vorjahr begonnen haben. Bis Ende 2026 werden wir hierbei insgesamt 230 Filialen mit Photovoltaikanlagen ausstatten – im Schnitt eine Anlage pro Woche. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Ausbau der Produktion von sauberem Strom in Österreich.

Self-Checkout-Kassen bei Hofer: Wird es Tests geben? Welche neuen Kassenlösungen sind ebenso noch vorstellbar? Ist ESL ein Thema?
Wir evaluieren unterschiedliche Konzepte und Optimierungspotenzial im Rahmen des Bezahlvorgangs laufend und sehr genau. Wenn wir eine alternative Hofer-Lösung anbieten, soll es ganzheitlich stets die beste Lösung im Sinne unserer Kunden sein. So haben wir im Zuge unserer Modernisierung auch größere Nachlaufzonen bei den Kassen gestaltet, um bei diesem Teil des Einkaufs den Stress für alle Kunden etwas herauszunehmen. Zudem werden wir bis Ende 2023 all unsere Filialen – bis auf wenige Ausnahmen – auf eine digitale Preisauszeichnung umgerüstet haben. Das Konzept von Self-Checkout-Kassen testen wir aktuell z.B. in ausgewählten Aldi-Filialen in der Schweiz.

Wie sieht der perfekte Hofer-Markt am Reißbrett aus? Wie viele Quadratmeter an Verkaufsfläche, wie groß muss das Einzugsgebiet sein? Lassen sich Stand-Alone-Lösungen noch realisieren?
Hierbei spielen mehrere Faktoren eine entscheidende Rolle, nicht rein das Einzugsgebiet oder ob es eine Stand-Alone-Lösung sein soll. Ganz allgemein lässt sich sagen, dass rund 1.100 m² eine optimale Hofer-Filialgröße darstellen.

Wie groß ist die durchschnittliche Verkaufsfläche? Wie viele Artikel finden in einem herkömmlichen Markt Ihren Platz?
Die durchschnittliche Größe unserer Filialen beläuft sich auf rund 900 m2. In all unseren Filialen sind rund 2.000 Artikel des täglichen Bedarfs mit einem klaren Fokus auf regionale österreichische Herkunft als Teil unseres Standardsortiments, sowie saisonale Food-Angebote und kurzfristige Food-Aktionen erhältlich.

Wie groß ist der Marken-Anteil?
Kernelement unseres Angebots sind ganz klar unsere Eigenmarken, die einen Anteil von 90 Prozent ausmachen. Markenprodukte und Aktionsartikel runden das Angebot ab.

Welche Pläne gibt es für die Logistik?
Unter dem Einsatz modernster Software nehmen wir bestehende Logistik-Prozesse laufend unter die Lupe. IT-Prozesse werden im Zusammenspiel mit den operativen Abläufen hinterfragt, im Bedarfsfall optimiert und so die Transportwege und Abläufe noch effizienter und nachhaltiger gestaltet. Mit unseren sechs Zweigniederlassungen verteilt auf ganz Österreich sind wir optimal aufgestellt.

Hofer an Tankstellen mit einem Shop-Format oder Hofer in Bedienung: Sind das vorstellbare Formate?
Nein, unser Fokus liegt ganz klar auf unseren Filialen.

Vielen Dank für das Gespräch!


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