
Rückgang bei Österreichs Weinexporten
Erstmals seit 2015 verzeichnete der österreichische Weinexport 2024 ein Minus. Grund sind schwierige globale Marktbedingungen und eine geringere Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten.
Laut aktuellen Zahlen der Statistik Austria sank der Exportwert österreichischen Weins 2024 um 6 Prozent auf 233,3 Mio. Euro, die Menge um 1,7 Prozent auf 64,2 Mio. Liter. Besonders stark betroffen war der Flaschenweinexport – hier ging die Menge um 5,1 Prozent zurück. Deutlich eingebrochen sind dabei vor allem die Exporte von Rotwein in Flaschen (–12,5 Prozent Menge). Chris Yorke, Geschäftsführer der Österreich Wein Marketing GmbH (ÖWM), erklärt: „Nachdem letztes Jahr wieder mehr günstiger Wein im Tank nach Deutschland verkauft wurde, haben wir bald bemerkt, dass wir den außergewöhnlich hohen Exportwert von 2023 nicht halten werden können.“ Im Gegenzug stieg der Tankweinexport mengenmäßig um 16,1 Prozent, bei einem leichten Wertverlust von 1,4 Prozent.
Deutschland bleibt trotz eines Rückgangs von 13,6 Prozent beim Wert und 4,4 Prozent bei der Menge mit über 60 Prozent Marktanteil wichtigster Absatzmarkt. Die Schweiz verzeichnete deutliche Einbußen, während die USA wieder zulegen konnten. Wachstum gab es zudem in Kanada, Tschechien und den nordischen Monopolmärkten. Angesichts der angespannten globalen Wirtschaftslage und der kleinsten Weinernte seit 14 Jahren zeigt sich Yorke vorsichtig: „Der Blick in die Geschichte zeigt uns aber auch, dass der österreichische Wein langfristig eine Erfolgsgeschichte ist. Seit 2015 ist der Exportwert um satte 90 Mio. Euro gestiegen – mehr als 60 Prozent. Dass diese Erfolgsgeschichte möglichst rasch weitergeschrieben wird, daran werden wir in der ÖWM mit aller Kraft arbeiten.“